Tauschten sich zum „Gründerland Kreis Kleve“ in Straelen aus (v.r.n.l.): Uwe Bons, Wirtschaftsförderer der Stadt Straelen, Bürgermeister Hans-Josef Linßen, Moderator Michael Jansen, Alexandra Biek von Biek die Friseure, Enrico Eusen von Eusen Landtechnik, Bernd Heußen von Straelemann GbR sowie Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers. Foto: Kreis-WfG Kleve

STRAELEN. Nichts ist spannender als das richtige Leben. Einen erfrischenden Nachweis dafür lieferte nun einmal mehr die jüngste Veranstaltung der Reihe „Gründerland Kreis Kleve“ – diesmal im Straelener Hof. Alexandra Biek, Bernd Heußen und Enrico Eusen – allesamt in Straelen unternehmerisch tätig – wurden auf Einladung der Kreis-Wirtschaftsförderung nach ihren Motiven, ihren Startschwierigkeiten und letztlich erfolgreichen Schritten auf den Wegen zu ihrer beruflichen Selbstständigkeit befragt.

Und alle drei prägten auf ihre Weise diesen Abend und sorgten für interessiertes Hinhören, für Erstaunen, Begeisterung und auch herzhaftes Lachen. „Nennen Sie mir doch bitte auch die überzeugenden Vorteile Ihrer Selbstständigkeit“, wünschte sich der brillante Moderator Michael Jansen vor gut 100 Gästen von Enrico Eusen. Und im schallenden Gelächter ging seine Antwort unter: „Darauf, auf die Vorteile, warte ich noch bis heute.“

Immer wieder schaffte es Michael Jansen als Marketing-Leiter der Niederrhein Nachrichten, die Gesprächspartner aus der Reserve zu locken und von Spontanität getragene Antworten zu geben. „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“, unterstrich beispielsweise Bernd Heußen von der Straelemann GbR seinen Hang zur Selbstständigkeit. Er habe einen „sicheren Job bei der Bundeswehr“ aufgegeben, seine „Komfortzone verlassen“ – und alle hätten ihn für verrückt erklärt. Gründung sei nicht Sache des Alters, sondern der Persönlichkeit formulierte er, der mit dem Straelemann eine Feinkost-, Weine- und Bistrolokalität im Herzen der Blumenstadt unterhält. Aufgeben, so sagte er unter dem Applaus der Anwesenden, stehe einfach nicht in seinem Kalender.

Mitreißend auch die Geschichte von Alexandra Biek, die mit „Biek die Friseure“ heute 17 Mitarbeiter beschäftigt. Nach einstiger Trennung, Rückkehr nach Straelen und absolutem Neuanfang leitet sie heute „einen Laden, in dem jeder jeden versteht. Das merkt der Kunde“, sagte die engagierte Meisterin. Ein vernünftiges Fundament durch ihren Lehrberuf, manche Fortbildung, das Begleiten von jungen Auszubildenden, Servicebereitschaft und Atmosphäre im beruflichen Umfeld seien wichtige Mosaiksteine zum Erfolg, so Biek, die an diesem Abend nach vielen Jahren erstmals wieder den einstigen Klassenkameraden Enrico Eusen wiedersah.

Diesem scheint es in die Wiege gelegt zu sein, persönlich Erlebtes in bühnenreif Formuliertes zu verpacken. Eine richtige Geschäftsidee habe er nie formuliert. Im Grunde habe er auf seiner Ausbildung zum Landmaschinen-Techniker aufgebaut, habe „aus Wut gegenüber seinem damaligen Chef“ die Selbstständigkeit gewagt und bereits sein Zehnjähriges hinter sich – mit 15 Mitarbeitern. Anfänglich habe er „Tag und Nacht“ gearbeitet – noch heute stehe die Eusen Landtechnik von früh bis spät für die Kunden parat.

Alles in allem Argumente für den Erfolg, wie sie zum Start in den Abend bereits von den Kommunikationsexperten Katrin Reinders und Ilka Janhsen in ihrem Vortrag zum Besten gegeben worden sind. Mit „Low-Budget-Marketing für Gründer“ kann man ihre Beiträge zusammenfassen, zu dem auch die pfiffige Idee eines Reisebüros zählte, auf frisch verschneiten Windschutzscheiben parkender Autos mit dem Finger den „Sonderpreis Ibiza 299 Euro“ zu zeigen.

Sowohl Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers wie auch Straelens Bürgermeister Hans-Josef Linßen hatten zum Start in die 90-minütige Veranstaltung keinen Zweifel daran gelassen, wie wichtig ihnen diese gut besuchte Gründerveranstaltung am Standort war. Hatte Linßen noch eine chinesische Weisheit bemüht und das „Beginnen ist Stärke“ zitiert, so lieferte Hans-Josef Kuypers den Köder für unverzügliches Handeln: „Wer sich bis zum 15. November noch mit einem überzeugenden Gründungskonzept bei der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve bewirbt, für den winkt die Chance auf einen der zwei von den Sparkassen und Volksbanken finanzierten Gründerpreise. Zwei Glückliche erhalten je 5.000 Euro und eine niederrheinweite Publizität.