„Die Stadt darf nicht weiter ins Grüne wachsen“

Unabhängige Klever stellen ihre Ziele vor, die sie im Stadtrat vertreten

KLEVE. Die Fraktion ist neu, die Ziele bleiben aber die Gleichen. „Wir haben keine 180-Grad-Wende gemacht“, verspricht Fabian Merges nachdem er gemeinsam mit den weiteren Ratsmitgliedern Heinz Goertz, Alexander Janßen und Carina Merges die Offenen Klever (OK) verlassen und die Unabhängigen Klever (UK) zum 1. November neugegründet hat (die NN berichtete). An der UK-Spitze steht Fabian Merges selbst als Vorsitzender. Sein Vertreter ist Heinz Goertz.

Sie bilden die Unabhängigen Klever: Fabian Merges, Carina Merges, Alexander Janßen und Heinz Goertz (v.l.) NN-Foto: SP

Für die Unabhängigen Klever bedeutet das, dass sie beispielsweise beim Klever Minoritenplatz weiterhin gegen eine Bebauung und für einen Erlebnisplatz sind. Weitere Einzelhandelsflächen würden laut Merges nämlich keine Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt bedeuten, sondern viel mehr den jetzigen Einzelhandel in der Innenstadt schwächen. Eine Umfrage zu dem Thema habe ebenfalls ergeben, dass die Bürger keine neue Bebauung an diesem Standort wünschen, sagt Merges.

Anders beurteilt die UK-Fraktion das Thema Wohnungsbau. Hier plädiert das Quartett dafür, die Innenstadt weiter zu verdichten, beispielsweise am Schweinemarkt und an der Spyckstraße. Die Mieten sollten dabei aber für alle bezahlbar bleiben. „Wir brauchen einen sozialen Wohnungsbau“, sagt Merges und führt als Beispiel ein Münsteraner Modell an, bei dem in jedem Mietsobjekt (mindestens) 30 Prozent soziale Wohnungen errichtet werden müssen. Carina Merges wünscht sich zudem eine Quartiersbildung in der Oberstadt sowie einen Quartiersmanager.

Außerhalb der Stadt sehen die Unabhängigen Klever eine neue Bebauung kritisch. „Die Stadt darf nicht weiter ins Grüne wachsen. Diese freien Flächen müssen wir auch im Hinblick auf die Veränderung durch den Klimawandel bewahren“, sagt Heinz Goertz. Ein neues Baugebiet zwischen der neuen B220n und der Stadtgrenze bei Kellen lehnen die UK deshalb ab. Anders sieht das allerdings am freien Grundstück am Bresserberg/Ecke Königsallee aus. Dort haben die UK nichts gegen eine Bebauung einzuwenden. „Man muss jungen Familien auch Flächen anbieten können, auf denen sie sich ein Haus für ihre spätere Altersvorsorge leisten können“, argumentiert Merges.

Beim Thema Turnhallen-Neubau schließt sich die UK dem an, was kürzlich auch die Mehrheit des Rates beschlossen hat: Die Zweifach-Turnhalle soll ins Gustav-Hoffmann-Stadion, allerdings müsse gleichzeitig auch die Tribüne des Stadions vom 1. FC Kleve fertiggebaut werden, sagt die UK. Auch ansonsten sieht Alexander Janßen, der für das Thema Sport zuständig ist, in diesem Bereich. Das Sportzentrum in Rindern stehe kurz vor der Fertigstellung und das Sportzentrum in Materborn habe den ersten Bauabschnitt bereits erfolgreich hinter sich. Mit dem zweiten Bauabschnitt könne bald begonnen werden, so dass auch dieses Sportzentrum in naher Zukunft fertig würde. Obendrein gäbe es beim BV DJK Kellen Planungen zum Bau eines Kunstrasenplatzes. Mit DJK Rhenania Kleve, SV Donsbrüggen und der SG Keeken/Schenkenschanz stünden zudem Gespräche an.

Als weiteres Ziel verfolgen die Unabhängigen Klever, insbesondere Carina Merges, die Volkshochschule und die Stadtbücherei Kleve in einem Gebäude zu vereinen. „Ich denke da an den Standort der jetzigen VHS an der Hagschen Straße“, sagt Carina Merges. Sie befürworte, dass die Stadt Kleve in der aktuellen niedrig-Zinsphase das VHS-Gebäude saniere und den Standort für beide Zwecke weiter ausbaue. Sowohl die Volkshochschule als die Stadtbücherei würde das nach Meinung der Ratsfrau attraktiver machen, zumal der Wissenstransfer (VHS) und der Wissensspeicher (Stadtbücherei) ohnehin eng beieinander liege und damit zusammengehöre.

Eine Problematik darin diese formulierten Ziele als Unabhängige Klever und nicht mehr als Offene Klever weiterzuverfolgen, sehen die Goertz, Janßen und das Ehepaar Merges nicht. „Die meisten OK-Anträge im Klever Rat wie zum Beispiel zum Jugendparlament, zum Rederecht im Ausschuss für Bürgeranträge oder zum Minoritenplatz wurden von uns vier Ratsmitgliedern gestellt“, sagt Fabian Merges. Für die Offenen Klever sitzt nun nur noch Anne Fuchs im Klever Stadtrat.