Willkommen im Zuhause der
„Knallfrösche“ und „Knabbermäuse“

Die beiden Gruppen haben die neue Awo-Kindertagesstätte „Räuberhöhle“ auf dem ehemaligen Kasernen-Gelände bezogen

Mit großer Begeisterung haben die Kinder gestern mit Kita-Leiterin Katja van Kempen ihr neues „Zuhause“ erkundet. NN-Fotos: Rüdiger Dehnen

EMMERICH. Bislang ist nur das Fundament zu sehen und lässt erahnen, wie das Gebäude später einmal aussehen wird. Dennoch ist sich Matthias Wünsch von der Heyden bereits sicher: „Für die Kinder wird es eine absolute Luxussituation.“ Es ist März, als der Mona-Geschäftsführer auf der Baustelle der neuen Awo-Kita auf dem Gelände der ehemaligen Emmericher Kaserne diese Worte spricht – vor allem mit Blick auf die große Gartenfläche. Nun, fast acht Monate später, ist es soweit: Die Kinder haben die „Räuberhöhle“ bezogen.

Anfang August hatte die Kita den Betrieb aufgenommen, zunächst in einer Containerlösung (die NN berichteten). „Es begann sehr laut und rüselig, da wir mit 20 und 23 Kindern unterschiedlicher Herkunft, Nationalität, Sprache, Alters und Kita-Erfahrung angefangen haben“, erinnert sich Kita-Leiterin Katja van Kempen. Doch der Trubel legte sich relativ zügig. „Nach einer Eingewöhnungswoche haben wir einen roten Faden in den Alltag der Kinder gebracht. Es wurde mit der Zeit immer ruhiger. Den Kindern fiel die Trennung von ihren Eltern immer leichter, sie kamen schneller ins Spielen.“

Fünf Gruppenräume gibt es in der neuen Kita, einer könnte auch für eine Großraumtagespflege genutzt werden.

Für van Kempen und ihre Kolleginnen war der komplette Neustart eine anspruchsvolle Aufgabe, zumal er eben nicht in einem festen Kita-Gebäude erfolgte. Doch trotz der Containerlösung „hat das super geklappt“, betont van Kempen. Auf die fehlende Turnhalle etwa reagierten die Erzieherinnen mit einem Waldtag, der auch weiterhin immer mittwochs stattfindet. „Wir vom ersten Tag an auch viel raus, haben uns dort bewegt, den Sandkasten auf dem Außengelände genutzt und Bobbycars angeschafft.“ Und durch Malen, Basteln und Fensterdekoration wurde auch im Container ein Gefühl von Kindergarten geschaffen. „Gleichzeitig haben wir den Kindern immer gesagt: Schaut mal dort drüben, dahin ziehen wir bald um“, sagt van Kempen.

Dieses „dort drüben“ hat sich inzwischen zu einem modernen Kita-Neubau entwickelt. Auf einem etwa 2.500 Quadratmeter großen Grundstück ist eine Gebäude mit einer Fläche von 880 Quadratmetern auf anderthalb Geschossen entstanden. Die bereits erwähnte Gartenfläche beträgt rund 1.200 Quadratmeter.

Seit gestern hat die Kita „Räuberhöhle“ dort nun den Betrieb aufgenommen. „Wir Erzieher haben uns auf den Umzug gefreut“, sagt van Kempen, „wir bekommen größere Räume für die Gruppen, dazu einen Mehrzweckraum für die Bewegung.“ In der Turnhalle können sich die Kinder in Gruppen morgens bewegen, es sind aber auch strukturierte Angebote, etwa nach Alter oder Bewegungsdrang, möglich. „Es wird einen festen Turntag in der Woche für jedes Kind geben“, sagt van Kempen.

Sie ist vom Neubau absolut begeistert: „Die neuen Räume sind lichtdurchflutet dank der vielen bodentiefen Fenster.“ Alles ist hell und freundlich, innen dominieren helle Farben. „Die weitere Farbgestaltung übernehmen die Kinder selbst – mit ihren bunten Bildern“, sagt van Kempen.

Im Erdgeschoss gibt es drei Gruppenräume. Einer könne für eine Großraumtagespflege genutzt werden, wenn der Bedarf in Emmerich besteht, sagt van Kempen: „In diesem Fall könnten wir den Raum dank eines eigenen Eingangs und einer Zwischentür zur Kita separieren. Es könnte aber auch eine U3- oder Ü3-Gruppe untergebracht werden.“ Die Entscheidung werden das Emmericher Jugendamt und die Awo treffen. Weiter gibt es einen Raum für Kleingruppenangebote, beispielsweise für Meditation oder Vorschularbeit.
Im Obergeschoss gibt es unter anderem zwei weitere Gruppenräume (Auflistung aller Räume im Info-Kasten). Voraussichtlich zum 1. August nächsten Jahres wird die dritte Gruppe eröffnet, je nach Bedarf wäre auch eine vierte Gruppe möglich. Den genauen Starttermin aber wird das Emmericher Jugendamt noch bekannt geben.

Zunächst einmal sind aber 45 Kindern in zwei Gruppen in die neue Kita umgezogen. Die Kinder bleiben auch in ihren jetzigen Gruppen und behalten auch ihre Erzieherinnen sowie die Gruppennamen“, sagt van Kempen: Knallfrösche“ (Ü3, 25 Kinder) und „Knabbermäuse“ (U3, 20 Kinder). Auch die Möbel aus der Containerlösung sind mit umgezogen in den Neubau; sie sind größtenteils von Haus Freudenberg gefertigt.

Der Neubau
Erdgeschoss: drei Gruppenräume, jeweils mit integrierter Küchenzeile, Nebenraum und Sanitärraum, ein Ruhe-/Schlafraum, Büro, Wickelraum, Raum für Kleingruppenangebote, Mehrzweckraum/Turnhalle, Küche, Lager, Technikraum
Obergeschoss: zwei Gruppenräume, jeweils mit Nebenraum und Sanitärraum, Schlafraum, Wickelraum, Personalraum
Personal: sechs Erzieherinnen, eine Praktikantin in Ausbildung (PIA-Praktikantin), eine pädagogische Kraft, eine Hauswirtschaftskraft, eine Kita-Leiterin

Ein Provisorium wird zunächst noch der Garten sein. „Es dauert noch, bis das fertig ist“, sagt van Kempen. „Vorerst bleibt der Sand, dazu kommen ein Stück Rasen sowie Naturmaterialien und Baumstämme.“ Der erste Bauabschnitt soll im Frühjahr 2019 starten. Wie genau der Kita-Garten einmal aussehen wird, will van Kempen nicht verraten; es soll für Kinder und Eltern eine Überraschung sein. Nur so viel: „Es wird ein naturnaher Garten, mit vielen Naturmaterialien, eigenem Gemüse- und Obstgarten und naturnahen Spielgeräten. Alles soll auf die Natur ausgerichtet sein.“ Bei der Umsetzung arbeitet man eng mit der Landschaftsarchitektin Jenny Humrich aus Hamminkeln zusammen. „Sie spricht alles mit dem Team ab, erarbeitet ihre Entwürfe gemäß unserer Wünsche und Ideen“, erläutert van Kempen. Humrich hat schon die Außengelände der Awo-Kitas in Kranenburg und Hasselt erarbeitet.

Wesentlich für eine (neue) Kita ist ein Konzept, das der täglichen Arbeit zugrunde liegt. „Wir sind noch in der Findungsphase. Schwerpunkte werden in jeden Fall Ernährung und Bewegung sein, sie haben sich in den vergangenen Wochen herauskristallisiert“, sagt van Kempen. So resultiert der Wunsch nach einem Obstgarten auch daraus, da das Thema Ernährung eine wichtige Rolle spielen wird.

Die Sprachvermittlung ist eine weitere wesentliche Säule der Arbeit in der „Räuberhöhle“, wie die Kita-Leiterin berichtet: „Sie erfolgt bewusst, aber eben ohnehin im Alltag.“ Ob daraus einmal ein Konzept-Schwerpunkt wird, steht noch nicht fest. Klar ist: „Wir haben Kinder bei uns, die anfangs kein Deutsch gesprochen haben“, sagt van Kempen. „Sie lernen nun bei uns, sich zu verständigen.“ Dazu trägt auch die „Vorlese-Oma“ bei, die gerade den Kindern mit Migrationshintergrund über Bilderbüchern die deutsche Sprache vermittelt. Sie ist ebenfalls mit umgezogen.


Kita lädt zum Tag der offenen Tür

Zum ersten Tag der offenen Tür lädt das Team der neuen Emmericher Awo-Kita „Räuberhöhle“, Moritz-von-Nassau-Straße 30, am Freitag, 23. November, 15 bis 18 Uhr, alle Kinder sowie deren Eltern, Verwandte, Freunde und alle Interessierten ein. Kita-Leiterin Katja van Kempen begrüßt die Gäste und führt gemeinsam mit dem Team durch die neuen Räumlichkeiten auf dem Gelände der ehemaligen Moritz-von-Nassau-Kaserne. Für die kleinen Besucher gibt es Mitmach-Aktionen, und fürs leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.