Bürger kämpfen gegen eine neue Bebauung in Kleve

Am Samstag informieren die Anwohner über ihre Pläne mit dem Grundstück

KLEVE. Bebauung oder Grünanlage? Für die Anwohner des parkähnlichen Geländes oberhalb des Klever Friedhofs stellt sich diese Frage erst gar nicht. Sie kämpfen dafür, dass dieses Gelände zu einem „grünen Tor zur Stadt Kleve“ wird und das Grundstück dafür entsprechend gestaltet wird. Für kommenden Samstag haben sie dazu von 11 bis 13 Uhr ein Treffen für Anwohner, interessierte Bürger und Vertreter der Parteien im Klever Stadtrat zum Thema „Welche Vorteile für Kleve hat das grüne Tor zur Stadt?“ organisiert. Auch Bürgermeisterin Sonja Northing ist eingeladen.

Die Anwohner wollen ein „grünes Tor zur Stadt“. NN-Foto: SP

Auf Info-Tafeln informieren einige Anwohner in ihren Gärten bereits, wie ihr Vorschlag für die parkähnliche Anlage an der Königsallee aussieht. Gleichzeitig protestieren sie gegen die Pläne der Stadt, das Areal mit Einfamilienhäusern zu bebauen. „Egal wo man durch die Stadt geht, überall stehen in Kleve Ein- und Mehrfamilienhäuser. Es ist kein Mangel zu erkennen und damit gibt es keine Notwendigkeit, diese Fläche auch noch zu bebauen, wo wir doch die rar gewordenen freien Flächen für die Artenvielfalt brauchen“, sagt Ulrich Kiwus, der in der Nähe des parkähnlichen Geländes an der Königsallee wohnt und sich mit weiteren Anwohnern und interessierten zusammengetan hat, um gegen die Bebauung zu kämpfen.

Nach Bekanntwerden der Pläne der Stadtverwaltung sammelte die freie Bürgergemeinschaft in kürzester Zeit 132 Unterschriften, die sich allesamt für ein „grünes Tor zur Stadt Kleve“ aussprachen. Dabei erarbeiteten sie sogar einen ersten Entwurf, wie die Fläche künftig aussehen könnte. Nach diesen Wünschen soll dort ein Park mit Spielgeräten, einer Hundewiese, Sitzgelegenheiten, Gehwegen und einer freien Fläche für sportliche Aktivitäten mit Trimmgeräten entstehen. Eins-zu-eins müsse dieser Plan allerdings nicht übernommen werden. „Inhaltliche Einwendungen aller Art sind möglich“, sagt Kiwus. Hauptsache der Gedanke einer parkähnlichen Anlage bleibe bestehen.

Ein offenes Gelände käme vor allem der schräg gegenüberliegenden Jugendherbe zugute. „Viele Kinder würden sich über ein offenes Gelände mit Spiel- und Trimmgeräten freuen“, sagt Kuwis. Außerdem würden sie sich später an Kleve als ein grünes und offenes Städtchen zurückerinnern, wenn sie über die Bresserbergstraße, das Wäldchen und die Lindenallee zu Fuß in die Stadt gehen könnten. Hier fehle aktuell aber eine Beschilderung. Dabei sei die Jugendherberge mit 15.000 jährlichen Übernachtungen auch für die lokale Wirtschaft in der Innenstadt lukrativ. „Aber die meisten wissen gar nicht, wie es zur Stadt geht“, hat Kuwis beobachtet.

Eine weitere Sorge der Anwohner bei einer Bebauung des Grundstücks an der Königsallee ist die Verkehrslage. Dabei beunruhigt die Anwohner besonders die Aussage der CDU, die davon gesprochen hat, dass die freie Fläche besonders gut für die Ansiedlung gehobener Klientel wie Hochschulprofessoren geeignet sei. „Bei 40 Parteien kommen da ganz schnell mindestens 60 Autos zusammen, mit denen die Anwohner zur Arbeit fahren oder ihre Kinder zur Schule bringen“, sagt Ursula Wunderlich, die ebenfalls in der Nähe der derzeitig unbebauten Grünfläche lebt. Sie ist ebenso wie weitere Anwohner davon überzeugt, dass ein Verkehrschaos vorprogrammiert sei. Beim Treffen am kommenden Samstag von 11 bis 13 Uhr auf dem Parkplatz an der Königsallee oberhalb des Friedhofs wollen sie mit interessierten Bürgern und den Vertretern der Parteien im Klever Stadtrat auch über diese Problematik sprechen.