Pudelnass im Underberg-Bad

Hundeschwimmen und Tiersegnung: In Rheinberg kamen Hunde, Herrchen und Frauchen auf ihre Kosten

RHEINBERG. Heute ist der internationale Tag des Hundes. In Rheinberg erhielten die Vierbeiner aber schon am Wochenende ihre Bescherung. Nicht nur das Underberg-Freibad lockte zum Saisonabschluss mit der zweiten Auflage des Hundeschwimmens. Wer wollte, durfte seinen Liebling auch auf dem Platz vor der St. Peter-Kirche segnen lassen.

Das Springen vom Beckenrand war beim zweiten Hundeschwimmen in Rheinberg ausdrücklich erlaubt! NN-Fotos: Theo Leie

Fast 100 Hunde nutzten die seltene Gelegenheit, ins Nichtschwimmerbecken des Underberg-Freibads zu springen. Aus Sicherheitsgründen war das 50 Meter lange Hauptbecken mit Flatterband gesperrt worden, doch das kleinere Becken mit einer Wassertiefe von bis zu 1,35 Metern erwies sich nicht zuletzt wegen seines breiten und flachen Zugangs als idealer Badeort.
Die Technik des Underberg-Freibads wurde vor zwei Wochen abgstellt. Das Chlor und sonstige chemische Zusätze, die den PH-Wert des Badewassers kontrollieren, sind inzwischen abgebaut. So sah das Wasser leicht grünlich aus, doch das hielt viele Hunde nicht davon ab, mit einem beherzten Sprung vom Beckenrand (was menschlichen Badegästen per Schild verboten ist) ins kühle Nass zu hüpfen. Weniger Mutige wählten die Treppe oder mussten mit Tennisbällen und Ringen, die von Herrchen und Frauchen ins Wasser geworfen wurden, zu ihrem Glück gezwungen werden.
Nicht so der dreijährige Husky Simon: „Er liebt das Wasser abgöttisch, kein Baggerloch ist vor ihm sicher“, sagte Besitzerin Kornelia Richter und wünscht sich in ihrer Heimatstadt Rheinberg noch mehr hundegerechte Angebote wie das Hundeschwimmen. Auch Dagmar und Lothar Hackstein aus Homberg waren ins Freibad gekommen, damit ihr Kangal-Mix Lisbeth Spaß hatte. Anfangs blieb die zwei Jahre alte Hündin aber noch am Beckenrand: „Einige Rüden zeigen im Moment zu viel Interesse an Lisbeth. Die sollen sich erstmal abkühlen“, sagten die Hacksteins.

Nach dem Bade gönnte dieser wasserliebende Vierbeiner auch den umstehenden Menschen eine ungewollte Abkühlung.
NN-Foto: Theo Leie

Der acht Monate junge Clumber-Spaniel Friedward blieb aus anderen Gründen dem Wasser fern: „Er geht nicht gern schwimmen“, erklärte Sabine Klaus aus Rheinberg. Friedward kam aber trotzdem auf seine Kosten, weil den Hunden aller Größen und Rassen auch die Liegewiesen des Freibads zur Verfügung standen.
Stefanie Kaleita vom Fachbereich Schule, Kultur und Sport war höchst zufrieden mit der Resonanz auf das Hundeschwimmen: „Bei der Premiere im letzten Jahr hat es stark geregnet, so dass nur 42 Hunde kamen. Diesmal haben wir die Zahl mehr als verdoppelt.“ Bürgermeister Frank Tatzel kam ohne Hund, aber voller Optimismus ins Freibad: „Das Hundeschwimmen ist eine gute Werbung für das Underberg-Freibad und ein schöner Abschluss der Saison.“ Deshalb soll es auch eine Fortsetzung im Herbst 2019 geben.

Pastoralreferentin Bärbel Jensen lud zum Wortgottesdienst und zur Tiersegnung vor der St. Peter-Kirche in Rheinberg ein. 25 Herrchen und Frauchen gönnten ihren Hunden den göttlichen Segen.
NN-Foto: Theo Leie

Für die Sicherheit von Mensch und Tier stand am Samstag sogar ein Rettungsschwimmer der DLRG bereit. „Das war keine Verpflichtung, sondern unser Anspruch“, erklärte Stefanie Kaleita.
Am Nachmittag hatten Hundebesitzer in Rheinberg die Qual der Wahl, ob sie ihren Liebling schwimmen oder segnen lassen. Denn parallel zum Badespaß bot Pastoralreferentin Bärbel Jensen vor der St. Peter-Kirche eine Tiersegnung an. Die galt zwar für alle Haustiere, wurde in diesem Jahr aber ausschließlich von Hundebesitzern genutzt.