BetreuWo ermöglicht ein selbstständiges Leben

Seit zehn Jahren führt der Verein die Hausgemeinschaft am Treppkesweg

KLEVE. Ein selbstständiges Leben ist für viele Menschen Alltag. Für Menschen mit einer Behinderung ist es oftmals aber ein Geschenk. So auch für die sieben Bewohner der Hausgemeinschaft am Treppkesweg von BetreuWo in Kleve. Ohne die Unterstützung des gemeinnützigen Vereins wäre die Führung eines selbstständigen Lebens in der Form nicht möglich.

Sie leben gerne in der Hausgemeinschaft am Treppkesweg: Florian Stumpf, Mira Schneider, Carina Kleypaß und Dominik Lange (v. l.)
NN-Foto: SP

Vor zehn Jahren sind die ersten Bewohner am Treppkesweg eingezogen. Es war damals die zweite Wohngemeinschaft von BetreuWo in dieser Art in Kleve, die jungen Menschen mit Behinderung die Chance zu ihrer ersten eigenen Wohnung bot. „Bei uns werden sie von unseren Fachkräften ambulant betreut. Jeder erhält dabei die Unterstützung, die er braucht“, sagt Fabienne Teichner, pädagogische Leitung bei BetreuWo.

Für Florian Stumpf (34) ist dieses Modell genau das Richtige. Er gehört zu den Bewohnern, die seit Gründung der Wohnanlage am Treppkesweg wohnen. „Ich habe hier meine Freiheit und kann auch selbstständig etwas unternehmen“, sagt Stumpf. Wenn er Unterstützung brauche, bekomme er die aber auch. So kommt einmal die Woche eine Fallmanagerin zu ihm, die mit ihm an den Dingen arbeitet, die noch nicht perfekt im ansonsten selbstständigen Alltag laufen. „Wir merken bei all‘ unseren Bewohnern, dass sie dadurch große Schritte nach vorne machen und viel alleine machen können“, sagt Anja Spicker, Leiterin des Wohnprojektes am Treppkesweg.

Ihre Freizeit können die Bewohner nach ihrer Arbeit in einer Werkstatt weitestgehend frei gestalten. „Außer wenn unsere Fallmanagerin zu Besuch kommt. Dann müssen wir natürlich Zuhause sein“, ergänzt Stumpf lachend. BetreuWo stellt den Bewohnern des Hauses auch Freizeitangebote zur Verfügung. So gibt es beispielsweise einen Lauftreff und gemeinsame Abende, an denen auch gekocht oder einfach nur Wichtiges besprochen wird. Ein gemeinsamer Aufenthaltsraum im Haus ermöglicht es den Bewohnern zudem freie Zeit miteinander verbringen zu können. „Aber wir müssen nicht. Wenn wir einfach mal für uns sein wollen, können wir uns in unsere Wohnung zurückziehen. Und wenn wir zusammen sein wollen, treffen wir uns“, berichtet Mira Schneider (34), die ebenfalls seit zehn Jahren am Treppkesweg lebt. Das Zusammenleben in der Hausgemeinschaft sei dadurch schön und fast schon familiär geprägt.

Vor zehn Jahren war dieses ambulante Betreuungsmodell mit sieben voll ausgestatteten Wohnungen noch etwas Neueres. Mittlerweile hat sich das Modell etabliert – weil es so gut funktioniert. „Jeder Mensch mit einer Behinderung benötigt natürlich eine andere Form der Betreuung. Für einige von ihnen ist eine stationäre Betreuung genau das Richtige. Für andere, die viel Selbstständigkeit erlangen können, ist unser Modell am Treppkesweg richtig“, sagt Teichner. Die Bewohner der BetreuWo-Einrichtung jedenfalls sind froh, dass ihnen diese Möglichkeit gegeben wurde.