Bürger als lokaler Experte

Die Stadt Kleve informierte in der Stadthalle über den zweiten Bauabschnitt am Stadthallenumfeld

KLEVE. Lob erhält die Stadt Kleve eigentlich selten. Bei der Info-Veranstaltung für Bürger zum zweiten Bauabschnitt am Klever Stadthallenumfeld durften Jürgen Rauer, Technischer Beigeordneter der Stadt Kleve, und Bernhard Klockhaus, Leiter Fachbereich Tiefbau, aber Lob entgegennehmen. „Mein Empfinden war, dass der erste Bauabschnitt mit dem Bau des neuen Parkplatzes zügig und sehr gut voran ging“, sagte Bürger Martin Fingerhut. Ein Anwohner teilte bei der Bürgerversammlung ähnliche Erfahrungswerte mit: „Wir haben kaum gemerkt, dass gebaut wird.“

Das Stadthallenumfeld wird erneuert. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

Auch das (vorläufige) Ergebnis findet Anerkennung bei den Klever Bürgern. „Die Lösung, die Parkplätze anders anzuordnen und eine Straße durchführen zu lassen, ist eine sehr gute Lösung“, fand Fingerhut. Sie geht auf eine Bürger-Anregung während einer Versammlung der Stadt Kleve in der Stadthalle vor einem Jahr zurück. „Den Bürger sehen wir als lokalen Experten. Er kennt sich in seinem Quartier am besten aus. Deshalb wollen wir ihn mit solchen Veranstaltungen miteinbeziehen“, sagte Klockhaus, der am Donnerstagabend die vorläufigen Pläne zum zweiten Bauabschnitt vorstellte.

Dieser beinhaltet den Bereich Lohstätte/Wasserstraße bis hin zur Worcesterbrücke. „Er ist aber relativ unspektakulär“, sagte Klockhaus. Im zweiten Bauabschnitt stünden vornehmlich Kanal- und Straßensanierungen an. „Der Kanal ist 60/70 Jahre alt und beinhaltet noch Trümmer aus dem zweiten Weltkrieg. Er schreit nach Sanierung“, erklärte Klockhaus. Die Fahrbahndecke der Wasserstraße sei ebenfalls in einem schlechten Zustand, weshalb auch sie erneuert werden müsse. Dabei greifen die Planer direkt ein wichtiges Thema auf: Die Barrierefreiheit. Sie ist aktuell in diesem Bereich nicht gegeben. „Die aktuelle Gehwegbereite reicht nicht aus. Sie wird auf 1,50 bis zwei Meter verbreitert“, sagte Klockhaus. Außerdem sollen an insgesamt vier Stellen auf der Wasserstraße Fußgängerüberquerungsbereiche mit taktilen Leitsystemen für Menschen mit Sehbehinderungen entstehen. Diese sollen sich vom ansonsten asphaltierten Straßenverlauf mit einem Pflaster noch zusätzlich abheben.

Die an der Wasserstraße gelegene Stadtbücherei soll zudem einen neuen „charmant aussehenden Vorplatz erhalten, der mehr Aufenthaltsqualität bietet“, sagte Klockhaus. Die aktuell noch dort ansässigen Parkplätze sollen dazu auf die gegenüberliegende Seite an den Straßenverlauf umziehen. Rauer und Klockhaus versprachen bei der Bürgerversammlung allerdings, dass keine Parkplätze wegfallen. Dies war auch ein ausdrücklicher Wunsch der anwesenden Bürger. „Das nehmen wir auch mit auf. Eine Planung ist ein dynamischer Prozess“, sagte Klockhaus.

Einige Klever Bürger waren in die Stadthalle gekommen, um sich von Bernhard Klockhaus, Fachbereichsleiter Tiefbau, über den neuesten Stand der Planungen informieren zu lassen. Foto: privat

Die Anregungen, dass die Wasserstraße Verkehrsinseln bekommt, um den dortigen oftmals zu schnellen Autoverkehr zu verlangsamen, nahm Klockhaus ebenfalls auf. „Wir versuchen das mit in die Planungen einzubauen“, sagte Klockhaus. Der Bürger als „lokaler Experte“ sei eben wichtig für gute Planung.

Im April 2019 soll der zweite Bauabschnitt beginnen. Bis dahin wird noch der erste Bauabschnitt vollendet. Der Parkplatz vor der Stadthalle sowie ein Teil der neuen Straße, die künftig Bleichen und Lohstätte ersetzen soll, sind bereits fertig. Nun beginnt der Abriss der Häuser an der Lohstätte/Ecke Wasserstraße. In einem Jahr soll es eine weitere Info-Veranstaltung zum dritten Bauabschnitt geben. „Der ist dann wieder interessanter“ meinte Klockhaus. Bei ihm geht es wieder um das Ziel, die Stadt näher ans Ufer des Spoykanals zu bringen und so mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. Ein Fuß- und Radweg im Uferbereich des Spoykanals sowie Spielmöglichkeiten für Kinder sind dabei in Planung.