Ganz besondere Ehre für Xanten

Propst Klaus Wittke und Bürgermeister Thomas Görtz freuten sich über den Besuch der Ordensleute

XANTEN. Hatte Xanten so etwas schon gesehen? „Nein, das ist für uns wie der Papstbesuch in Kevelaer“, versicherte eine Dame, die wie viele weitere Xantener zum Marktplatz gekommen war, um den 120 Ordensbrüdern und -schwestern des katholischen Prämonstratenser-Ordens ein herzliches Willkommen zu bereiten.

Welch ein imposantes Gruppenbild vor der Dompforte: 120 Prämonstratenser besuchten Xanten, die Heimat ihres Ordensgründers Norbert von Xanten. Mit dabei: Abt Albert Dölken (r.) von der Abtei Duisburg-Hamborn und auch Pater Jeremias (2.r. knieend vorne) , der für die Propsteigemeinde Xanten Seelsorger der Pfarrgemeinde Marienbaum ist.
NN-Fotos: Lorelies Christian

Ja, den Abt Albert Dölken, den kennen die Xantener, er kommt ja aus der Abtei Duisburg-Hamborn und ist häufiger Gast in Xanten und seit einiger Zeit ist ja auch Pater Jeremias aus der gleichen Abtei bei der Propsteigemeinde St. Viktor Xanten als Seelsorger für Marienbaum zuständig. Gemeinsam feiern sie mit den Xantenern im Juni die Norbert-Feier. Jetzt kamen sie mit Äbten, Prioren, Priorinnen und Abgesandten aller Klöster aus Südamerika, Nordamerika, Kanada, Afrika, Indien und Westeuropa im Bus nach Xanten gereist, um die Heimat des Ordensgründer Norbert zu besuchen. Prämonstratenser – ein schwieriges Wort, bei dem auch Bürgermeister Thomas Görtz in seiner Eröffnungsansprache sich voll konzentrieren musste, werden auch „Nobertiner“ genannt.
Anlass des Treffens der Ordensleute war eine Versammlung des Generalkapitel, die im niederländischen Rolduc stattfindet. Alle sechs Jahre treffen sich die Vertreter aus aller Welt, um gemeinsam über größere Fragen und Weichenstellungen des Ordenslebens zu diskutieren. In diesem jahr mussten sie einen neuen Generalabt wählen. Abt Jos Wouters aus Belgien wird jetzt in Rom residieren – so wie seine Vorgänger. Auch die Statuten des Ordens wurden neu geordnet und beschlossen.
Zur besonderen Freude und Ehre der Xantener nahmen sich die Ordensleute die Zeit, die Domstadt in Augenschein zu nehmen. Propst Klaus Wittke hieß alle sehr herzlich willkommen – sehr passend am Norbertbrunnen, wo die Norbert-Statue steht.

Hoher Besuch im Dom: Der neue Geralabt Jos Wouters, der scheidende Abt Thomas Handrätinger mit Propst Klaus Wittke und Bürgermeister Thomas Görtz (v.l.), die die Prämonstratenser herzlich in Xanten begrüßten.

Ein Blick in die Norbert-Zelle auf dem Weg zum Dom (im Toreingang innerhalb der Dionysius-Kapelle) und noch einmal ein Stopp fürs Gruppenbild vor dem Dom. Abt Albert Dölken erläuterte die besondere Bedeutung dieses Gotteshauses, machte auf die Norbert-Fenster aufmerksam und empfahl einen Besuch der Norbert-Reliquie in der Krypta. Der Heilige Norbert wurde 1085 in Gennep geboren, wuchs dort und in Xanten auf, ging in Xanten zur Schule und wurde Kanoniker am St. Viktor Stift. Er verließ Xanten, um Wanderprediger zu werden und gründete 1120 in Prémontré (Nordfrankreich) den Prämonstratenser-Orden. 1126 wurde er Erzbischof von Magdeburg und starb dort 1134. Seit dem 16. Jahrhundert wird er als Heiliger verehrt. Seine Reliquien sind fast komplett in Prag, nur eine in Xanten.
Inzwischen sind die Prämonstratenser eine stark demokratisch verfasste katholkische Ordensgemeinschaft mit Frauen- und Männerklöstern. Die meisten Häuser widmen sich aktiv der Seelsorge und caritativen Aufgaben.

Applaus bei der Buchvorstellung (v.l.): Abt Albert Dölken, Pater Clemens, Propst Klaus Wittke und Autor und Generalbt emeritus Thomas Handgrätinger.

Thomas Handgrätinger, Generalabt emeritus, war sehr stolz, bei dem Besuch in Xanten sein neues Buch druckfrisch präsentieren zu können. „Prämonstratenser – Gemeinsam mit Gott bei den Menschen – 900 Jahre Prémontré – Lust auf Zukunft“. Er bedankte sich bei Pater Clemens, der wesentlich dazu beigetragen hat, dass das Buch jetzt erscheinen konnte. Ein Werk übergab er Propst Klaus Wittke als Gastgeschenk.
Gemeinsam mit den Xantener Katholiken sprachen die Ordensleute das Vespergebet, bevor sie sich wieder auf den Weg nach Holland begaben.