Großbrand in Herongen fordert 50.000 Quadratmeter Fläche

Bis zu 130 Feuerwehrleute bekämpften am vergangenen Samstag den Brand

HERONGEN. Um 2.50 Uhr kamen in der Nacht von Freitag auf Samstag die ersten Anrufe von besorgten Bewohnern, die einen Brandgeruch wahrnahmen. Der Auslöser war schnell gefunden: in Herongen war ein großer Waldbrand ausgebrochen.

Mit einem Löschhubschrauber der niederländischen Armee konnte der Brand bekämpft werden. Foto: Freiwillige Feuerwehr Straelen

Nach den ersten Anrufen musste jedoch erst mal die „Hummel“, wie Stephan Derks, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Kleve, den Polizeihubschrauber nennt, in die Luft geschickt werden, um die Ursache für den Brand auszumachen. Sowohl die Feuerwehr Kleve als auch die Feuerwehr Viersen waren daraufhin aktiv, als der Brandherd in einem Waldstück in Straelen gefunden wurde: „In den Spitzenzeiten waren bis zu 130 Feuerwehrleute im Dienst“, erklärt Derks.

Die Löscharbeiten wurden durch mehrere Aspekte allerdings erschwert: „In der Nähe des brennenden Gebietes, verläuft die Ölpipeline Rotterdam-Köln und deren Bodendeckung beträgt nur circa einen Meter“, so Derks. Zudem wurden in dem Waldstück Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet; „Deswegen musste erst der Kampfmittelbeseitigungsdienst den Wald begutachten, bevor wir dort löschen konnten“, berichtet der Pressesprecher der Kreisfeuerwehr. Die Wurfweite der Löscher war dadurch auch enorm eingeschränkt, weswegen die Kollegen aus den Niederlanden kurzfristig helfend zur Seite standen: „Ganz unkompliziert wurde uns ein Löschhubschrauber der niederländischen Armee zur Bekämpfung des Feuers zur Seite gestellt“, erklärt Derks und lobt die unkomplizierte und schnelle Hilfe der Niederländer: „Bei uns würde es so lange dauern, bis wir solch einen Einsatz genehmigt bekämen, dass es sich um Tage handeln kann.“

8.000 Liter Wasser pro Flug

Mit dem Löschhubschrauber konnten 8.000 Liter Wasser pro Flug aus der Blauen Lagune in Wachtendonk in das brennende Waldgebiet gebracht werden: „Das war eine große Hand-in-Hand-Arbeit“, bestätigt Derks.

Sprachlos war der Pressesprecher jedoch nicht nur über die schnelle Hilfe des Nachbarlandes, sondern auch über die Schaulustigen, die auf der Autobahn au den Seitenstreifen fuhren und Fotos vom Brand machten: „Damit bringen sie sich und andere in Gefahr.“

Brandursache noch ungeklärt

50.000 Quadratmeter, das entspricht circa zehn Fußballfeldern, sind bei dem Feuer verbrannt: „Die Schadensbilanz ist hoch“, erklärt Derks. Was die Ursachenvermutung angeht, tippe man noch im Dunkeln: „Es sind bisher reine Spekulationen, aber dass das Feuer aufgrund von Sonneneinstrahlung entstanden ist, kann nachts um 2.50 Uhr ausgeschlossen werden“, so der Pressesprecher. Ob es Brandstiftung war, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen, jedoch „verdichten sich die Indizien, dass es sich um Fahrlässigkeit handelt“, so Stephan Derks. Die Kreispolizei Kleve hat den Fall aufgenommen und ermittelt.