„Fairgnügen beim Fairlaufen“

Beim 5,1 Kilometer Spaziergang durch Xanten 42 künstlerisch gestaltete Stromkästen entdecken

XANTEN. Zugegeben, die Idee ist „geklaut“, aber so gut, dass sie jede Stadt verschönern könnte: Aus verwitterten und beschmierten Stromkästen werden Kunstwerke, gestaltet von Bürgern.

Bürgermeister Thomas Görtz, sein Stellvertreter Niklas Franke (l.) sowie Dirk Krömer von Innogy-Kommunalbetreuer (r.) ließen sich von Klaus Wolfertz (2.v.r.) und Sabine Wassermann (3.v.r.) von der eine Welt Gruppe sowie den Pfadfindern die neu gestalteten Innogy-Schaltkästen im Stadtgebiet Xanten zeigen.             NN-Foto: Lorelies Christian

Klaus Wolfertz aus Xanten entdeckte die bunten Kästen in Kerken und dachte: „So könnten wir die Stromkästen in Xanten auch gestalten!“ Gesagt – getan – das wäre zu einfach. Aufspüren, erfassen und Eigentumsverhältnisse klären war der erste Akt einer akribischen Arbeit, die Klaus Wolfertz „generalstabsmäßig“ ausführte. So das Lob von innogy-Kommunalbetreuer Dirk Krämer bei der Vorstellung des Gesamtkunstwerks. Zwischen Idee und Vollendung liegen 30 Monate. Von dem Gedanken die Fair-Trade-Stadt „bunt, tolerant, vielfältig und weltoffen“ zu präsentieren konnte Wolfertz sowohl die Eine-Welt-Gruppe, in der er seit Jahren engagiert ist als auch Bürgermeister und Stadtverwaltung überzeugen. Als Sponsor konnte er Innogy gewinnen. Mit fünf Schulen, fünf Kindergärten, zwei Pfadfindergruppen (DPSG und PSG) und der Eine-Welt-Gruppe waren Vereine und Organisationen gefunden, die die kreative Arbeit übernahmen. Maria Cavalcanti-Heinich brachte sich als Künstlerin ein, die immer mit Rat und Tag zur Seite stand. „Mit der Malaktion habn wir eine Visitenkarte für Xanten geschaffen“, freut sich Klaus Wolfertz und bedankt sich bei allen Beteiligten und Unterstützern, auch beim städtischen Baubetriebshof, der beim Abschleifen der Kästen half.
Wer Lust hat, auf Entdeckungstour durch Xanten zu gehen, kann dies mit Hilfe einer Karte tun (liegen bei der TIX, im Eine-Welt-Laden und weiteren öffentlichen Stellen aus). 5,1 Kilometer lang ist der barrierefreie Weg. Die kreativen Künstler haben ansprechende Bilder gemalt und ihnen ebenfalls vielsagende Titel gegeben, wie zum Beispiel „In Xanten zuhause – mit der Welt verbunden“ oder „Spatzenplatz = Stadtgezwitscher“. An jedem Kasten ist ein Schild befestigt mit dem entsprechenden Titel und den Malern.

„Afrika bewegt uns“ – diesen Titel haben Alina Hopmann und Lena Ackermann bildlich umgesetzt.NN-Foto: Lorelies Christian

Wie viel Arbeit hat denn nund das Gesamtkunstwerk gemacht? Diese Frage kann Klaus Wolfertz nicht beantworten. Die beiden Marienschülerinnen Alina Hopmann und Lena Ackermann haben ihr Motiv „Afrika bewegt uns“ umgesetzt undgerade erst ist der Kasten auf dem Parkplatz am Karthaus X² fertig gestellt, weil immer wieder das Wetter ihnen einen Strich durch die Arbeit machte. „An diesen Kasten haben wir beide rund zehn Stunden gearbeitet“, berichtet Alina. 42 Kästen wurden insgesamt gestaltet.
Als Dankeschön für die Verschönerungsmaßnahme erhielt Ideengeber Klaus Wolfertz ein Memory mit den Motiven der Stromkästen. Diese tolle Geschenk­idee hatte Sabine Wassermann, die ebenfalls in der Einen-Welt-Gruppe mitarbeitet und das Layout der Karte gestaltet hatte. Wer weiß, vielleicht kann dieses Memory in größerer Auflage angefertigt werden und wird demnächst in Xantener Geschäften angeboten.
Zunächst noch eine Wortspielerei als Fazit von Klaus Wolfertz: „Xantener haben ihren Heimatort fairschönert. Ich wünsche allen viel Fairgnügen beim Fairlaufen in Xanten!“