EMMERICH/REES. Acht Jahre nach der „Rheinkönigin“ bekommt Emmerich wieder ein eigenes Schiff. Die „Germania“ ist nach der „Stadt Rees“ das zweite Fahrgastschiff der Reeser Personenschifffahrt. „Jetzt haben wir eine eigene Flotte“, sagt Kapitän Rainer van Laak gut gelaunt. Er erhielt eines Tages einen Anruf seines Chefs Rudolf Kolb, der ihm mitteilte, er habe ein neues Schiff gekauft – für Emmerich. „Für die Stadt ist das eine wirklich gute Sache“, ist van Laak überzeugt, „durch ein solches Schiff wirkt auch die Rheinpromenade belebter.“ Zum ersten Mal wird die Germania am Palmsonntag, 25. März, ab Emmerich fahren.

64 Meter lang und 9,50 Meter breit ist das Schiff, das im Auftrag der Bingen Rüdesheimer Fähr- und Schifffahrtsgesellschaft begaut und 1988/1989 um 11,40 Meter verlängert wurde; 1996/1997 erhielt es zudem drei neue Maschinen, auch das Oberdeck wurde gleich renoviert. Die „Germania“ verfügt über das vier Salons auf zwei Decks, zwei Theken, eine große Küche und kann knapp 600 Gäste aufnehmen. Nach dem Kauf wurde der Rumpf in einer Werft in Nimwegen konserviert. 24Derzeit liegt das Fahrgastschiff in Rees, „wir müssen es innen noch auf Vordermann bringen, Holzarbeiten durchführen und ein paar Schönheitskorrekturen am Oberdeck vornehmen“, erläuert van Laak. Ein Tanzboden im vorderen Salon auf dem Oberdeck ist bereits eingezogen.

Rainer van Laak freut sich über die neuen Möglichkeiten, die sich mit dem Kauf der „Germania“ bieten: „Wir haben jetzt den Vorteil, gewisse Sachen nicht mehr absagen zu müssen.“ Los geht es mit Rundfahrten ab Emmerich um 14 und 16.30 Uhr, zudem ist in den Sommerferien ein Liniendienst über Rees und Xanten bis Wesel immer donnerstags geplant. „Wir denken auch über einen Weihnachtsmarkt auf der ‚Germania‘ nach, voraussichtlich aber erst 2019“, verrät van Laak. Doch zunächst einmal müsse man abwarten, wie die Emmericher und die Besucher das neue Schiff annehmen. „Wir sind auf jeden Fall bei ‚Emmerich live‘ dabei, mit einer Band an Bord“, kündigt van Laak an.
Der Kapitän wird übrigens mit der „Germania“ nach Emmerich wechseln, für die „Stadt Rees“ wurde ein neuer Schiffsführer eingestellt. Der Liegeplatz wird der ehemalige Eureka-Steiger an der Stadtplatte sein, den Kolb ebenfalls gekauft hat. „Aus meiner Sicht der beste Platz“, betont van Laak.

Und der Name des Schiffs? „Umtaufen ist erst mal nicht geplant“, sagt van Laak. Zwar wäre auch „Stadt Emmerich“ irgendwann mal eine Option, doch auch zu „Germania“ gibt es einen Bezug, existierte doch mal eine Firma dieses Namens in der Hansestadt.