Walbecker „Friedenseiche“ wurde beim Dreh zum Geldern-Film zum Mittelpunkt des Geschehens

WALBECK. Schon von Weitem erkennen die Walbecker, dass irgendetwas anders ist als sonst. Die Fenster der bekannten Gaststätte „Friedenseiche“ sind mit schwarzen Tüchern verdeckt und die Straße rund um die Friedenseiche ist gesperrt. Beim Betreten der Räumlichkeiten der Gaststätte ertönt von links ein: „Bitte Ruhe!“ und sofort herrscht Stille. Kurz darauf klirren Gläser und ein tiefes Gelächter ertönt. Die Dreharbeiten zum Geldener Film des Historischen Vereins sind in vollem Gange.

Die Idee zum Film kam vom Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, wie Thomas Binn, Filmemacher, erklärt: „Dr. Beate Sturm hatte mich für dieses Projekt angefragt. Wir wollen die alte Geldener Stadtgeschichte aufleben lassen und auf frische Art und Weise erzählen“, so Binn. Anhand von vier Geldener Originalen, Spühl-Leen, Marälle Köbes, Thei Piepenühl und Tutemanes soll den Zuschauern die Geschichte Gelderns wiedergegeben werden. „Reale Schnittpunkte gab es bei den Vieren nicht, aber in unserem Film treffen sie sich alle in Tutemanes Kneipe“, erläutert Binn. Unter dem Kneipentisch sitzt allerdings noch jemand, der bei dem Film eine wichtige Rolle hat: Meo Brauwers. Der elfjährige Geldener spielt die Rolle des Leo und ist der Sohn von Tutemanes. Über ihn wird die gesamte Geschichte erzählt: „Es ist viel charmanter die Geschichte über ein Kind erzählen zu lassen“, erklärt Binn. Um den regionalen Charakter zu behalten, sollte es, im Gegensatz zu den anderen vier Schauspielern, bei dem Kind auch eines aus Geldern sein: „Wir haben viele Kinder gecastet und Meo ist es im Endeffekt geworden.“

Meo Brauwers spielt Leo, Sohn des Kneipenbesitzers Tutemanes. Foto: Thomas Binn

Eine Tatsache, über die sich der elfjährige Meo auch am zweiten Drehwochenende immer noch freut. Mit einem verschmutzen T-Shirt und dreckigen Beinen läuft der Geldener barfuß durch die Kneipe und ist mittlerweile eins geworden mit seiner Rolle: „Es macht richtig Spaß mit den Schauspielern den Film zu drehen, ist aber auch anstrengend“, so Meo, der bereits am Wochenende zuvor für den Filmdreh unterwegs war: „Letztes Wochenende haben wir die Außenaufnahmen auf einem jüdischen Friedhof oder bei der Villa Eerde gemacht“, so der Elfjährige. „Am besten war die Szene an der Villa Eerde, bei der ich mit einem Sicherheitsgurt befestigt auf einer Mauer stand und eine Fahne schwingen durfte“, erklärt Meo mit glänzenden Augen.

Aller Voraussicht nach wird der Film im Sommer 2018 mit einer Kinopremiere erstmalig ausgestrahlt. Danach soll er aber auch im Internet zugängig sein, wie Binn erklärt: „Unser Ziel ist es, die Historie zu erhalten und die Stadtgeschichte nah und anfassbar zu machen.“