Haldern denkt rückwärts: Patenschaft für einen Euro

Haldern denkt rückwärts:

Patenschaft für einen Euro

von -

„977 Kleinigkeiten“: Dritte Auflage des Weihnachtsspiels des Gewerbevereins

Mit einem Euro dabei: Andrea Feldmann vom Gewerbeverein Haldern ruft dazu auf, Patenschaften beim diesjährigen Weihnachtsspiel zu übernehmen. NN-Foto: MB

HALDERN. Eine „Renaissance der Kleinigkeiten“ kündigt Stefan Reichmann an, wenn er über die dritte Auflage des Weihnachtsspiels des Halderner Gewerbevereins spricht. „In Zeiten, in denen wir umgeben sind von Fusionen, denken wir rückwärts“, erläutert er. Weg vom Großen, hin zum Kleinen – entsprechend heißt das Spiel auch „977 Kleinigkeiten“.

Das Prinzip ist aus den beiden vergangenen Jahren bekannt: Die Halderner sind dazu aufgerufen, Patenschaften für 977 kleine Gewinne (Haldern ist 977 Jahre „jung“) in Form von Getränkegutscheinen – zum Beispiel für Softdrinks, Kaffee, Kakao, Bier oder Glühwein – zu übernehmen. Die Gewinne verstecken sich in einem Teil der 12.000 Lose, die ab 6. Januar in allen teilnehmenden Geschäften und Unternehmen in Haldern ausgegeben werden. Nieten gibt es nicht, neben den Getränkegutscheinen werden gemeinsame Spaziergänge verlost. „Die Option Kirchgang hat im vergangenen Jahr für etwas Verwirrung gesorgt“, erinnert sich Reichmann.

Ab Mittwoch, 15. November,  können Interessierte bei Tabak Kisters eine Patenschaft übernehmen. „Hier gibt es auch die größte Neuerung gegenüber den Vorjahren“, betont Reichmann. Wurden die Patenschaften zuletzt in Chargen zu je fünf oder zehn Stück ausgegeben, kann man diesmal auch einzelne Lose erwerben. „Natürlich bedeutet es mehr Aufwand“, sagt Reichmann, doch diesen nehme man gerne in Kauf. Da man nun auch für nur einen Euro eine Patenschaft übernehmen könne, könne man vielleicht auch die Halderner Kinder schon für die Aktion gewinnen. „Wir wollen die Gemeinschaft fördern, die Leute sollen sich füreinander interessieren“, sagt Andrea Feldmann vom Gewerbeverein. Und Reichmann ergänzt: „Es wäre genial, wenn es tatsächlich gelänge, für jedes einzelne Los einen anderen Paten zu finden.“

Denn die Namen der Paten stehen auf der Rückseite der entsprechenden Lose. Und so kommt es nicht selten vor, dass auf der „Weihnachtsfeier“ am dritten Weihnachtstag (Mittwoch, 27. Dezember) von 17 bis 22 Uhr auf dem Marktplatz in Haldern, wenn die Gutscheine eingelöst werden können, nach den „Spendern“ gesucht wird. „So kommen die Leute miteinander ins Gespräch“, sagt Reichmann. Wie schon 2015 und 2016, gibt es kein Programm. Das sei auch nicht notwendig, betont Reichmann, die Stimmung sei dennoch sehr gut: „Ich denke, die Leute haben sich einfach viel zu erzählen.“

Zunächst sind die Halderner Bürger aufgerufen, Patenschaften zu übernehmen. Sollten dann noch Lose übrig sein, werden die Mitglieder des Gewerbevereins angesprochen. In den ersten beiden Jahren war es kein Problem, alle Patenschaften zu vergeben – zumal das Ganze für einen guten Zweck ist. Die Einnahmen aus den Patenschaften sowie der Erlös des Weihnachtsfestes am 27. Dezember geht komplett an den Verein „heimlich erfolgreich“, der den Gewerbeverein bei der Organisation des Weihnachtsspiels tatkräftig unterstützt, wie Reichmann und Feldmann betonen. Nicht nur deshalb „freuen sich die Menschen auf die Aktion und die Weihnachtsfeier“, weiß Feldmann.

Für das kommende Jahr denkt man beim Gewerbeverein wieder über einen Bildband nach. „Viele fragen schon danach“, verrät Reichmann, die Sammelbilder seien immer sehr gut angekommen. Und mit jedem Jahr steige die Vorfreude auf die 1.000-Jahr-Feier.