Erntedankfrühstück der Kreisbauernschaften Kleve und Geldern –Kritik an der Umweltpolitik

Vor vielen Zuhörern wurde im Bauerncafé Mönichshof in Hassum die Bedeutung der Landwirtschaft für die Region Niederrhein betont.NN-Foto: CDS

KREIS KLEVE. Zum traditionellen Erntedankfrühstück hatten die Kreisbauernschaften Kleve und Geldern am vergangenen Mittwoch ins Bauerncafé Mönichshof in Hassum eingeladen. Gefolgt waren der Einladung viele Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wilhelm Hellmanns, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Geldern, betonte in seiner Begrüßung den ursprünglichen Sinn des Erntedankfestes: „Landwirte sind heute Unternehmer und dabei trotzdem in Gottes Hand. Ein Sturm und die Maisernte liegt am Boden.Wir alle dürfen deshalb dankbar sein, wenn die Ernte ausreicht, um alle zu ernähren.“

Ein Aspekt, den auch Josef Peters, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Kleve, in seiner Rede unterstrich. Aufatmen könne erst herrschen, wenn die Ernte eingefahren sei. Nach versöhnlichen Worten zum Erntedank ging Peters allerdings hart mit der von „Ideologie geprägten Umweltpolitik“ der letzten Jahre ins Gericht; hier müsse im Kreis Kleve unbedingt eine Neuordnung erfolgen. „Bei den land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen müssen ökonomische und ökologische Ziele grundsätzlich gleichrangig behandelt werden. Naturschutz und Gewässerschutz können nur mit der Land- und Forstwirtschaft und nicht gegen sie verwirklicht werden“, so Peters.

Josef Peters, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Kleve, ging hart mit der rot-grünen Umweltpolitik ins Gericht. NN-Foto: CDS
Josef Peters, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Kleve, ging hart mit der rot-grünen Umweltpolitik ins Gericht. NN-Foto: CDS

Insofern sei der Erntedanktag auch zunehmend als politischer Tag zu verstehen, an dem man der Öffentlichkeit ins Bewusstsein rufen könne, wie wichtig der Erhalt der Landwirtschaft und der bäuerlichen Betriebe auch im Kreis Kleve sei. Denn immer öfter würden Bauern in den Medien angegriffen und zu „Sündenböcken“ abgestempelt; etwa für die Nitratbelastung des Grundwassers oder für fortschreitenden Artenschwund. „Viele dieser Anschuldigungen sind nicht haltbar. Sie dienen meist nur irgendwelchen selbsternannten Weltverbesseren, die mit Polemik und Angstmachen Spenden generieren wollen“, übte Peters scharfe Kritik.

Der Umweltpolitik von Dr. Barbara Hendricks (SPD) und des ehemaligen Landesumweltministers Johannes Remmel (Bündnis90/Die Grünen) erteilte er eine klare Absage: „Wer so mit einem wichtigen Berufsstand wie der Landwirtschaft umgeht, darf keine politische Verantwortung mehr ausüben.“ Eine Äußerung, die von kräftigem Applaus begleitet wurde. Die 1. Stellvertretende Landrätin Hubertina Croonenbroek dankte den Kreisbauernschaften und allen darin vereinten Kräften für das gute Miteinander und die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis Kleve. Auch sie unterstrich die Bedeutung des bäuerlichen Berufstandes: „Der Kreis wäre ohne Landwirtschaft gar nicht vorstellbar!“  Vor allem dank der Landwirtschaft, die den nieder­rheinischen Kreis seit vielen Jahrhunderten präge, sei man heute Zuzugs- und Urlaubsregion. Auch sie betonte, dass Natutschutz und Landwirtschaft partnerschaftlich erfolgen müssten.

Das jüngst von der neuen Landwirtschaftsministerin Christina Schulze-Föcking (CDU) gestoppte LIFE-Projekt „Wiesenvögel NRW“ für das Projektgebiet Unterer Nieder­rhein wäre ein weiteres schlechtes Beispiel dafür gewesen, wie Naturschutz an der Landwirtschaft vorbei initiativ werde und Landwirtschaftsfläche überplane, ohne die Hauptbetroffenen zu beteiligen. Der Projektstopp biete nun die Gelegenheit, gut abgestimmte und zielführende Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig kündigte Hubertina Croonenbroek ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt an, das der Kreis Kleve ab Januar 2018 mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und abgestimmt mit der Landwirtschaft, durchführen will. Dabei geht es um den Schutz von Bodenbrütern wie dem Kiebitz.

Stolz auf die niederrheinische Kulturlandschaft, deren Pflege der Landwirtschaft zu verdanken sei, zeigte sich auch Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm. Er sprach in seinem Grußwort das Problem des zunehmenden Flächenverbrauchs an, durch den landwirtschaftliche Nutzflächen immer weniger werden. Hier bat er die Landwirte, den konstruktiven Dialog mit den Kommunen und den Bürgermeistern zu suchen. Das sei wichtig, um alle strukturellen Entwicklungsmöglichkeiten optimal zu nutzen: „Damit wir für die Menschen attraktiv bleiben.“