Die Feuerwehr in Kleve rüstet auf Digitalfunk um

Die Feuerwehr in Kleve

rüstet auf Digitalfunk um

von -

Funkgeräte, Meldeempfänger und weiteres Zubehör wurden angeschafft

Die neuen Hilfsmittel halten Stadtbrandinspektor Ralf Benkel, Carsten Luipers, stellvertretender Leiter der freiwilligen Feuerwehr Kleve, und Brandmeister Florian Pose in den Händen. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

KLEVE. Über neue technische Hilfsmittel darf sich die freiwillige Feuerwehr in Kleve freuen. Sie sollen das Arbeiten künftig nicht nur einfacher machen, sondern auch sicherer. Dazu hat die Feuerwehr unter anderem neue Funkgeräte und Alarmierungshelfer bekommen, mit denen alle Feuerwehren im Kreis Kleve nach und nach ausgerüstet werden sollen.

Bei der Feuerwehr in Kleve läuft die Umrüstung bereits. Insgesamt werden 27 Fahrzeuge, zwei Boote und drei Gebäude mit der neuen Technik bis voraussichtlich Ende des Jahres ausgestattet. „Die Feuerwehr steht vor einem großen Umbruch“, sagt Brandmeister Florian Pose. Salopp gesagt, ist mit der Umstellung auch die freiwillige Feuerwehr im digitalen Zeitalter angekommen.

Da wären zum einen die digitalen Funkgeräte. Bislang hatte die Feuerwehr lediglich analoge Geräte zur Verfügung. „Die digitalen Funkgeräte bieten nun sehr viel mehr Möglichkeiten als die alten analogen“, sagt Pose. Sie ermöglichen zum Beispiel eine Kommunikation auch mit anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), zum Beispiel mit dem deutschen Roten Kreuz oder der Polizei. „Außerdem sind sie ausfallsicher und die Durchsagen sind verschlüsselt und damit abhörsicher“, so Pose. Eine einfache Kanaltrennung sorgt außerdem dafür, dass nicht mehr alle Geräte automatisch alle Nachrichten erhalten. Bislang konnten nämlich immer nur alle Geräte im Kreis Kleve bei einer Durchsage ausgewählt werden – das ändert sich nun mit dem Digitalfunk und stellt angesichts der Vielzahl an Feuerwehren eine große Erleichterung dar. „Wenn ein einfacher Einsatz in Warbeyen ist, brauchen wir ja auch nur die dortigen Einsatzkräfte“, begründet Pose.

Neben der Push-to-Talk-Funktion bieten die neuen Geräte des Weiteren auch eine Anruffunktion. „Sie sind wie kleine Smartphones“, so Stadtbrandinspektor Ralf Benkel. Sogar eine GPS-Funktion ist integriert.

Doch so viel neue Technik muss gelernt sein. „Es wird eine Eingewöhnung brauchen. Deshalb ist auch eine Ausbildung für alle Kameraden erforderlich“, sagt Pose. Bei dieser wird den Feuerwehrleuten das Gerät ausführlich erklärt, so dass es im Einsatz auch reibungslos eingesetzt werden kann.

Zusätzlich zu den Funkgeräten hat die Freiwillige Feuerwehr Kleve auch digitale Meldeempfänger angeschafft, die jeder Kamerad erhält. Sie unterstützen ebenfalls eine verschlüsselte Nutzung, enthalten keine Mithörfunktion mehr und haben ein Display, auf dem der Kamerad die genauen Daten zum Einsatz wie Uhrzeit und Art der Alarmierung sowie den Einsatzort lesen kann. Auch in der Feuerwehrstation wird ein größerer Bildschirm mit selber Funktionsweise angebracht.

Weiterhin wird die freiwillige Feuerwehr in Kleve künftig mit sogenannten „Ex-Meters“ unterwegs sein. „Sie warnen, ob wir uns in einer explosiven Atmosphäre befinden oder in der Nähe von einer“, erläutert Pose. Dabei misst das Gerät, welche möglicherweise gefährlichen Stoffe sich in der Luft befinden und warnt, wenn eine Explosion drohen könnte.

Die Anschaffung von neuen Lampen ist dagegen zwar unspektakulärer, aber mindestens genauso wichtig. Denn die neuen Lampen sind für die Feuerwehrleute besser zu bedienen, habe eine Akkustandsanzeige, ein Raum- und Distanzlicht, einen schwenkbaren Kopf und bieten bis zu acht Stunden Leuchtdauer. Ebenfalls neu bei der freiwilligen Feuerwehr in Kleve ist ein Schlüssel-Tresor für die allerwichtigsten Schlüssel und eine Atemschutzüberwachung, die eine automatische Dokumentation veranlasst.

Für die neuen Geräte musste die Stadt Kleve insgesamt knapp 170.000 Euro aufwenden. Die Infrastruktur für die digitalen Funkgeräte werden zwar vom Bund bereitgestellt. Die Kosten der Anschaffung müssen aber die Kommunen tragen.