Der gebürtige Weezer Migel Tommasi hat sein Debüt-Album „Extraplatz“ mit elf Songs herausgegeben – dabei spielt er gerne mit Klischees

WEEZE. Gut ein Jahr ist es her, seit die Niederrhein Nachrichten (NN) zum ersten Mal über Migel Tommasi (21) und seine musikalischen Ambitionen berichteten. Damals hatte der Weezer gerade die Studioaufnahmen für seine erste Platte „Herzblut“ einge­spielt und ein dazugehöriges Video veröffentlicht. Seitdem hat sich für den jungen Rapper viel geändert. So wechselte er den Produzenten, um die Aufnahmequalität und die Musik zu optimieren.

Migel Tommasi. Foto: Thomas Langens
Migel Tommasi. Foto: Thomas Langens

Als wichtigste Änderung in seinem Leben in den vergangenen zwölf Monaten bezeichnet er selbst die Tatsache, sein Studium der Fahrzeug- und Antriebstechnik in Aachen aufgegeben zu haben. „Entgegen den Ratschlägen aller Leute in meinem Umfeld“, so Tommasi gegenüber den NN. „Eine Entscheidung, die ich nicht jedem raten würde, für mich aber ist sie die beste“. Um seinen Lebensunterhalt und die Musik finanzieren zu können, arbeite er Vollzeit in einem Restaurant als Servicekraft. „Ich fühle mich jedoch nicht mehr ,gefangen‘ wie im Studium. Diesmal mache ich endlich das, was ich mir von mir wünsche und nicht, was ein anderer gerne hätte“. Jetzt, wo es öffentlich zu sehen gibt, was er organisiert und produziert habe (ernsthafte gute Musik mit Videos, Fotos etc.), erfahre er viel Unterstützung. „Das ist keine Träumerei, kein Ausprobieren, Das ist Zielstrebigkeit und Liebe zur Sache, gepaart mit harter intensiver Arbeit“, sagt der junge Musiker.

Jetzt bringt Migel Tommasi sein Debüt-Album unter dem Titel „Extraplatz“ heraus. Darauf verarbeitete er Geschichten über sich, seine Heimat Weeze, seine Eltern sowie eigene Erfahrungen. „Wenn man auf meine Songs achtet, die am ehesten mein Inneres widerspigeln… dann wird man erkennen, dass der Begriff Heimat und Weeze des Öfteren vorkommt. Ich liebe den Niederrhein und bin so froh, hier aufgewachsen zu sein. Nur dadurch mache ich das, was ich gerade tue und bin das, was ich bin!“ Wie entstand der Titel „Extraplatz“? Migel Tommasi: „Aus einem Gefühl heraus.“ Wie schon bei seiner ersten Platte spiele er gerne mit Klischees. Weil er sie akzeptiert, wollte er sie wenigstens auf seine Art und Weise, durch Polarisierung, verarbeiten. Dem oft erlebten Verhalten, Menschen in Schubladen zu stecken, mag er sich nicht weiter beugen. So sei die Idee zu „Extraplatz“ entstanden. „Ja okay, ich bin der Junge mit ernsten Blicken und tiefer, dunkler Stimme, aber ich haue euch Songs um die Ohren, die musikalisch und auch inhaltlich so viel zu bieten haben, dass Ihr mich nicht mehr in irgendeine Schublade stecken könnt – gebt mir endlich den verdienten Extraplatz“, erklärt er. Damit wolle er den Letzten dazu animieren, bei seiner (und anderer) Musik genauer hinzuhören und nicht nur auf die ersten zehn Sekunden eines Liedes oder sonst etwas Oberflächliches zu achten. „Ich bin Künstler und meine Musik, auch die vieler anderer Künstler, hat soviel Potenzial – die Menschen müssten sich nur etwas lockerer machen und einfach mal den Platz dazu einräumen.“ Im kommenden Jahr möchte sich Migel Tommasi intensiv um das „Livegeschäft“ kümmern und bei jeder Möglichkeit auftreten. „Ich würde gerne mal für den guten Zweck, in der Heimat auftreten. Beispielsweise mit Rapmusik für Kinder und Jugendliche, vielleicht sogar mit einem Song, den die Kinder und ich zusammen produzieren“. Für jede Unterstützung ist er offen und dankbar, dann „bringe ich gerne den Stein ins Rollen“.

Die Single „Wie du bist“, die bereits bei Antenne Niederrhein vorgestellt wurde, ist zu hören unter https://youtu.be/F–pYIjI2sQ.