Zwölf Künstler präsentieren beim ArToll-Sommerlabor ihre Werke

BEDBURG-HAU. Die zwölf Künstler des Sommerlabors vom Kunstlabor ArToll in Bed-burg-Hau befinden sich im Endspurt. Ihren Kunstwerke, die sie in diesem Jahr zum Thema „Welt.Labor“ erarbeitet haben, geben sie nur noch den letzten Feinschliff, ehe morgen um 15 Uhr die Ausstellung durch den 1. Vorsitzenden Wolfgang Paterok eröffnet wird.

eronika Radulovic vor ihrer Lebensmittel-Weltkarten-Wand. NN-Foto: Sabrina Peters
Veronika Radulovic vor ihrer Lebensmittel-Weltkarten-Wand.
NN-Foto: Sabrina Peters

Was seit dem 12. August im Kunstlabor auf dem LVR-Klinik-Gelände in Bedburg-Hau entstanden ist, könnte vielfältiger kaum sein. „Es ist schön zu sehen, wie sich jeder Künstler persönlich auf das Thema eingelassen und seine Heimat eingebunden hat“, sagt Carla Gottwein von ArToll. Bei den zwölf Künstlern handelt es sich um Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen, die sie sehr häufig in ihre Intinierungen mit eingebunden haben.

Ein ganz bewegendes Kunstwerk hat die gebürtige, mittlerweile aber in Münster lebende Japanerin Satomi Edo geschaffen. Sie hat ihr Geburtshaus in Fernost mit Stoff begehbar nachgebildet. „Dabei hat sie das nie live gesehen, sondern nur eine Zeichnung ihres Bruders als Vorlage gehabt“, so Gottwein.

Auch Zahra Hassanabadi hat ihre iranische Heimat in ihrer Arbeit beim Grundthema unsichtbare Räume mit eingebaut. Aus gesammelten Pistazien-Hüllen und Dattelnkernen hat sie einen Teppich konstruiert, der in einem Schachbrett-Muster angeordnet von Verpackungen und Schachteln durchbrochen wird. Für ein weiteres Objekt hat sie Jahrelang leere Teelichter gesammelt, um aus ihnen einen leeren Raum zu formen.

Eine der ersten Inszenierungen, die die Besucher auf ihrem Weg durch das Kunstlabor sehen, ist die von der konzeptionellen Künstlerin Veronika Radulovic. Sie lebte 14 Jahre lang in Vietnam. „Da habe ich das Leben in einem Kolonialstaat kennengelernt“, sagt die Künstlerin. Diese Erfahrungen hat sie in ihrer Arbeit, die den Titel trägt „sichere Herkunftsländer“, verarbeitet. Radulovic hat unter anderem eine Lebensmittel-Weltkarten-Wand entworfen. Sie soll den Besuchern die eigene Kolonialgeschichte der deutschen Gegenwart vor Augen führen.

Mit Frank Bölters Kunstwerken werden die Besucher sogar bereits draußen empfangen. Er hat mit Flüchtlingen, die in der LVR-Klinik leben, Figuren aus Papier mit der Origami-Falttechnik in lebensgroß erstellt – darunter ein Flugzeug, Häuser und ein Panzer.

In ihre eigene Vergangenheit ist darüber hinaus Regina Friedrich-Körner gegangen. Sie hat eine Licht-Raum-Installation mit dem Titel „prekäres Panorama“ entworfen, in der sie ihre eigene Sicht auf die Welt, die eng mit ihren persönlichen Erfahrungen verknüpft ist, preisgibt.

Die zwölf Künstler zeigen ihre Ausstellungen ab Sonntag, 27. August. Das ArToll Kunstlabor ist von Freitag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Um 16 Uhr finden jeweils Rundgänge statt. Die Finissage ist am Sonntag, 17. September, um 15 Uhr.