Der Verein „Gemeinschaftsgärten Essbares Kleverland“ baut Gemüse an, ist aber auch sozial aktiv

Den Gemeinschaftsgärten an der Spoy pflegt Gärtner Jürgen Ramisch gemeinsam mit den Mitgliedern seines Vereins „Gemeinschaftsgarten Essbares Kleverland“. NN-Foto: SP
Den Gemeinschaftsgärten an der Spoy pflegt Gärtner Jürgen Ramisch gemeinsam mit den Mitgliedern seines Vereins „Gemeinschaftsgarten Essbares Kleverland“. NN-Foto: SP

KLEVE. Wo früher nur Beton oder ein wenig beachtetes Grundstück am Spoyufer in Kleve war, ist heute ein liebevoll gestalteter bunter Garten. Zu verdanken hat die Schwanenstadt das dem Verein „Gemeinschaftsgärten Essbares Kleverland“. Er hat an zwei Orten entlang des Spoyufers in Höhe des Opschlags einen „essbaren Garten“ geschaffen.

Essbar deshalb, weil viel Obst und Gemüse wie Zucchini, Erdberen, Spinat oder essbare Pflanzen wie Salbei angebaut werden. Die Idee dazu hatten Herbert Looschelders, Guido Burmann und die Ende vergangenen Jahres verstorbene beliebte Klever Journalistin Annette Henseler 2013 beim Pizzaessen. „Sie wollten einen Garten für alle und haben daraufhin eine Bedarfsveranstaltung im Kolpinghaus initiert, um zu sehen, wie die Idee in Kleve ankommt“, berichtet Jürgen Ramisch, seines Zeichens gelernter Gärtner, aber auch erster Vorsitzender des heutigen Vereins.

Interesse gezeigt

Der Zuspruch war da. „Es kamen einige zu dieser Bedarfsveranstaltung und haben gezeigt, dass Interesse an einen gemeinsamen Garten da ist“, so Ramisch. Kurz nach dieser Veranstaltung gründete sich im Juni 2014 der eigenständige Verein „Gemeinschaftsgärten Essbares Kleverland“ und konnte dank eines sogenannten Gestattungsvertrages mit der Stadt Kleve am Spoyufer des Opschlages mit einem kleinen Garten loslegen.

Unter Anleitung von Gärtner Jürgen Ramisch, der sein fachliches Know-How seither hinzugibt, entstand ein schöner Garten. „Die ersten Pflanzen gab es damals als Spende vom SOS-Kinderdorf Kleve und vom Biobauer Wittenhorst aus Emmerich-Elten“, erinnert sich Ramisch. Auch die Mitglieder spendeten Pflanzen, um den Platz zu verschönern. Die Ökologie- und Sozialstiftung von Mit-Ideengeber Herbert Looschelders garantiert dem Verein in seinen ersten fünf Jahren zudem einen festen vierstelligen Betrag, von dem Anschaffungen getätigt werden können. „Anfangs war ein Zaun für uns ganz wichtig, denn die Hunde haben oft gekotet. Kot und Garten sind aber nicht wirklich optimal“, so Ramisch.

Mittlerweile ist der Gemeinschaftsgarten am Spoyufer umgezogen und hat eine weitere Fläche am Spoy-Center. „Den anderen Garten am Opschlag können wir aufgrund von Bauarbeiten derzeit auch nicht nutzen“, verrät Ramisch. 2015 ist schließlich noch ein weiterer Garten in Bedburg-Hau am Dechantshof hinzugekommen. Er ist 1000 Quadratmeter groß – 700 davon sind vom Verein bewirtschaftet.

Regelmäßig treffen sich die Mitglieder, um in den Gärten zu arbeiten und sie zu pflegen. „Unsere festen Termine dazu sind dienstags 17.30 Uhr in Kleve und samstags um 14 Uhr in Bedburg-Hau“, sagt Ramisch. Dabei lernen die Mitglieder vom Profi. Denn der Gärtner kann wertvolle Tipps geben. „Wir haben Mitglieder dabei, die vorher keinen grünen Daumen hatten, aber aus unseren Treffen viel mitgenommen haben“, so Ramisch. Auch er ist für Hilfe der Mitglieder dankbar. Denn alleine der Klever Garten am Spoy-Center benötigt im Sommer an warmen Tagen 60 Kannen Wasser (etwa 600 Liter).

Sozial und inklusiv

Was für Ramisch aber das Besondere an dem Garten ist, ist das Soziale drumherum. „Wir arbeiten als Verein inklusiv und haben Menschen mit Beeinträchtigungen dabei“, berichtet Ramisch. Es seien Menschen aus allen Gesellschaftskreisen im Verein aktiv tätig. „Ich lebe seit 1992 in Kleve, habe in den vergangenen vier Jahren aber mehr Leute kennengelernt, als in den über 20 Jahren vorher“, sagt Ramisch. Neue Mitglieder jeden Alters seien jederzeit herzlich Willkommen, die Mitgliedschaft ist kostenlos. Der Verein trifft sich immer am ersten Mittwoch im Monat an der Klever Römerstraße 32 beim Sitz der Looschelders-Stiftung. Dort steht auch eine von Möbel Kleinmanns gesponserte Küche, in der mit Zutaten aus dem Garten zusammen gekocht wird.

Dass so viel Obst und Gemüse in den Gärten wächst, findet Looschelders in dem Zusammenhang vor allem für Kinder schön. „Sie sehen hier, dass Spinat nicht im Labor gezüchtet wird, sondern in der Natur wächst.“ Kürzlich bekam der Gärtner Besuch der SPD Geldern. Sie wollten sich anschauen, wie der Gemeinschaftsgarten funktioniert. Ramisch hatte das Gefühl, dass ihnen gefiel, was sie sahen.