Goldschmiedin Iris Thönes fertigte das kunstvolle Schmuckstück, das von der Volksbank finanziert wurde

Offizielle Übergabe der neuen Amtskette an die Gemeinde Wachtendonk: Volksbank-Vorstandsmitglied Wilfried Bosch, Bürgermeister Hans-Josef Aengenendt, Goldschmiedin Iris Thönes sowie Michael Janßen und Sonja Dellen von der örtlichen Voba-Geschäftsstelle (v.r.n.l.). NN-Fotos: Andrea Kempkens

WACHTENDONK. Am 21. Oktober 2015 wurde Hans-Josef Aengenendt in das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Wachtendonk gewählt; einen Tag später wurde er offiziell vereidigt. „Zu diesem Anlass wollte ich gerne die Amtskette tragen“, erinnert er sich. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass die Gemeinde Wachtendonk über keine Amtskette verfügt. „Das verwunderte nicht nur mich, sondern auch viele andere Wachtendonker, woraufhin mir der Gedanke kam, dass ich dies in meiner Amtszeit gerne ändern würde“, so der Bürgermeister heute.

Er teilte den Gedanken mit seinen Stellvertretern und den Ortsvorstehern, die die Idee ebenso wie der Gemeindearchivar begrüßten. Aengenendt erstellte ein Anforderungsprofil für die Amtskette und erteilte der Wachtendonker Goldschmiedin Iris Thönes den Auftrag für das kunstvolle Schmuckstück. Als Sponsor konnte der Bürgermeister die Volksbank an der Niers gewinnen.

Alle Facetten der Gemeinde Wachtendonk beinhaltet die neue Amtskette. Gefertigt wurde sie aus 925er Silber.
Alle Facetten der Gemeinde Wachtendonk beinhaltet die neue Amtskette. Gefertigt wurde sie aus 925er Silber.

Entstanden ist ein Werk, das alle Beteiligten begeistert. Zentrales Stück der Amtskette ist das Gemeindewappen in der Silhouette des gesamten Gemeindegebiets. Zwei weitere Plaketten stehen für die beiden Ortsteile: Stadt Wachtendonk, im Jahr 1354 erstmals urkundlich erwähnt, und Wankum, im Jahr 1279 erstmals urkundlich erwähnt. Prägende Gebäude des historischen Ortskerns wie das Rathaus, Haus Püllen, die St.-Michael-Kirche, der Schwarze Adler und der Pulverturm sind auf der Wachtendonker Plakette dargestellt, Wankum zeichnen die St.-Martin-Kirche, die Alte Kaplanei, in der heute die Dorfstube untergebracht ist, sowie die Be­sen­hei­de, der Lun­ge­n-en­zi­an und die Or­chi­de­en­wie­se aus. Verbunden sind die drei Plaketten durch geschwungene Kettenglieder, die die Flüsse Niers und Nette symbolisieren, und auf deren Rückseite die Namen und Daten der Amtsantritte des heutigen Bürgermeisters und seiner Nachfolger eingraviert werden. Durch Ersatzglieder kann die Kette individuell verlängert oder verkürzt werden. Gefertigt hat Iris Thönes das Unikat in kompletter Handarbeit. Den gesamten Entstehungsprozess hat sie in einem Fotobuch dokumentiert – angefangen vom aufwendigen Feueremaille aus Feinsilber über die Buchstaben aus dünnem Goldblech, die einzeln ausgesägt und aufgelötet wurden, bis hin zu den feinen Gravuren. „An dieser Kette ist nichts gegossen, sondern alles einzeln montiert worden“, betont die Goldschmiedin. Einen hohen Anteil an der gelungenen Umsetzung schreibt sie dabei auch ihrem Graveur zu, der die feinen Gebäude- und Reliefzeichnungen gefertigt hat.

Begeistert vom Ergebnis zeigt sich auch Wilfried Bosch, Vorstandsmitglied der Volksbank an der Niers. „Die Gemeinde Wachtendonk spiegelt sich in dieser Kette in allen Facetten wider. Wir haben gerne unsere Unterstützung zugesagt und die einmalige Chance genutzt, in die Geschichte der Gemeinde Wachtendonk aufgenommen zu werden.“

Wann der Bürgermeister das kunstvolle Schmuckstück zum ersten Mal öffentlich tragen wird, steht noch nicht fest. „Im nächsten Jahr reise ich zu einer Jubiläumsveranstaltung in unsere Partnergemeinde Acigné, dort werde ich die Amtskette auf jeden Fall tragen“, erklärt Hans-Josef Aengenendt, ob sich vorher bereits ein Anlass bietet, sei noch unklar. Fest steht aber für den Bürgemeister, dass er die Kette nicht bei den Schützenfesten tragen wird: „Da gebührt der Respekt ganz klar dem König.“