Walbeck lädt ein zum Schmugglerspektakel und zum Spargel- und Dorffest

WALBECK. Leben wie anno 1920 – wer möchte das in der heutigen hektischen und ruhelosen Zeit nicht mal für ein paar Stunden? Das Orga-Team, bestehend aus einigen Walbecker Vereinen, allen voran der Musikverein, der Heimat- und Verkehrsverein, die Feuerwehr, Nachbarschaften, Kegelclubs und Interessierte lädt am Samstag, 17. Juni, ab 11 Uhr zum Schmugglerspektakel in das Schmugglerdorf Walbeck ein.

In enger Anlehnung an den Roman „Grenzvolk“ vom Walbecker Heimatdichter Jakob Schopmans steht „Att“, der Schmugglerkönig, den es tatsächlich in den 1920-er Jahren gab, mit seinen Husarenstreichen. Möglichst unerkannt möchten die Schmuggler für viel Bares ihre Ware bei ihm an den Mann bringen und wieder verschwinden. Dabei ist das ganze Dorf auf den Beinen – möglichst auf Klumpen und in alter Kleidung, die Bauern bieten Gemüse aus dem Garten und den Feldern an, der Kappes ( Weißkohl ) wird geschabt, um Sauerkrautvorräte für den Winter zu bekommen, die Näh- und Handarbeitsstube fertigt Stickereien und Näharbeiten an und spinnt die Wolle der geschorenen Schafe, damit die Strümpfe für den Winter gestrickt werden können. Während die Schulkinder in der Friedenseiche Lesen, Schreiben und Walbecker Geschichte erlernen, waschen die Frauen draußen am Brunnen in großen Zinkwannen und Bottichen ihre Wäsche, die an den quer über die Straße laufenden Leinen im Wind flattert und ab und zu von den Fußbällen der trainierenden Fußballmannschaft getroffen wird. Die kleinen Kinder vertreiben sich die Zeit mit Hinkeln, Seilspringen und Hüten der Ziegen. Die „leichten Mädchen“ erinnern aus dem Obergeschoss der Friedenseiche an die zurückgebliebenen Utensilien der Herren, die jetzt mit ihren Frauen am Arm über die Straße flanieren, während unten ganz besorgt der Pfarrer seine Runden dreht. Das Feuer der Schmiede ist entfacht, und das heiße Hufeisen kann dem wiehernden Pferd angepasst werden. Unweit davon gackern die Hühner und Gänse und künden jedes frisch gelegte Ei an. Aus dem Haus vernimmt man das Einschlagen der Holzsplinte und Nägel beim Reparieren und Fertigen der Schuhe. Ganz vermummt kümmert der Imker sich um seine fleißigen Bienen, um ihnen den Honig zu entlocken. Gänse- und Ziegenhirten bevölkern das Dorf, und die Pferdefuhrwerke, deren Hinterlassenschaften sofort von den Straßenfegerinnen beseitigt werden, beliefern die Schänken und die Mühle mit Getreide und Mehl. Während einige Männer sich ihre Zeit beim Skat vertreiben, bevorzugen andere den Genuss des heimlich gebrannten Schnapses aus der Destille im Hinterhof, derweil die Frauen ihre Schwätzchen an der Kaffeetafel mit Kuchen nach alten Rezepten halten und die Bigband des Musikvereines mit alten Liedern aufspielt. Der Briefträger in seiner schmucken Uniform hat eine Menge Arbeit, all die handgeschriebene Post an die Adressaten zu bringen, der Vermessungsingenieur in seiner historischen Kleidung stellt mit seinem alten Messgerät überschrittene Grenzen fest. Lauthals verkündet der Nachtwächter die Neuigkeiten aus dem Dorf und weiß anhand von großen Bildern vieles über den Ort zu erzählen…

Und überall liegen die Kommisen (Zöllner) in ihren neuen Uniformen auf der Lauer, damit ihnen Schmuggler-Doores und seine Bande nicht entgeht. Still und möglichst ungesehen schleichen diese sich mit ihrem prall gefüllten „Pöngel“ (Schmugglersack) im Nacken an den alten Häuserfronten entlang, um möglichst unbeobachtet ihre „heiße“ Ware bei Att gegen Bares einzutauschen. Wegen der Kontrolle verdächtiger Passanten können sie sich gerade noch im alten Frisörsalon vor dem Zugriff der Kommisen retten. Die Feuerwehr setzt ihre historische Spritze zum Löschen des plötzlich aufgetretenen Brandes ein, da taucht der große Wagen von „Att“, dem Schmugglerkönig auf! Blitzschnell tauchen die Schmuggler auf, feilschen mit Att um den Preis für ihre Schmuggelware und sind wieder verschwunden. Endlich gegen Abend gelingt der Zugriff, und die Schmugglerparty auf dem Schulhof mit leckeren Grillspezialitäten, Bier vom Fass, Wein, Musik und hoffentlich viel Spaß kann beginnen.

Noch einmal präsentiert sich Tina zusammen mit „ihrem“ Grenadier als Prinzessin, bevor sie am Sonntag ihr Amt abgibt. NN-Foto (Archiv): A. Kempkens
Noch einmal präsentiert sich Tina zusammen mit „ihrem“ Grenadier als Prinzessin, bevor sie am Sonntag ihr Amt abgibt.
NN-Foto (Archiv): A. Kempkens

Am Samstag geht es parallel dazu ab 11 Uhr auf dem Schulhof los. Bei Kaffee, köstlichem selbstgebackenen Kuchen, Grillspezialitäten, Bier und Wein können Alt und Jung gemütlich auf dem Schulhof verweilen. Ab 15 Uhr überzeugen die Tanzgruppen mit rhythmischen Bewegungen bei flotter Musik, und manch einer wird staunen über den Fortschritt bei den musikalischen Darbietungen der Kinder der Flöten- und Bläsergruppe. Die Kleineren haben sicher wieder großen Spaß bei der Unterhaltung von und mit Rainer Niersmann.

Der Sonntag des Spargel- und Dorffestes beginnt um 11 Uhr mit einem Gottesdienst mit musikalischer Unterstützung der Bigband des Musikvereines auf dem Schulhof. Danach gehört der Sonntag ganz der Musik, die man wieder bei bekannter guter Verpflegung und guten Gesprächen genießen kann. Höhepunkte sind sicher die gute Blasmusik befreundeter Musikvereine sowie der Auftritt des Trommlercorps „Grün-Weiß Walbeck“. Um 15 Uhr wird die neue Spargelprinzessin gekürt. Gegen 18 Uhr dürfen sich dann viele glückliche Gewinner über viele tolle Preise aus der Dorffestverlosung freuen.