Anna-Sophie Janssen aus Menzelen wird dank des Rotary Jugendaustauschprogramms ein Jahr in Mexiko verbringen

MENZELEN-OST.  „Mit zwölf Jahren mussten wir sie bei Klassenfahrten nachts nach Hause holen, weil sie Heimweh hatte und jetzt mit knapp 17 Jahren geht sie für ein Jahr nach Mexiko“, so staunt Astrid Janssen über die Entwicklung ihrer Tochter Anna-Sophie.  Den Aufenthalt in Südamerika ermöglicht das Rotary Jugendaustauschprogramm.

Anna-Sophie hat schon viele „Pins“ von anderen Rotarier-Austauschschülern erhalten, die sie ans Jackett geheftet hat. Den „Mexiko-Stuhl“ hat sie im Kunstunterricht angefertigt. NN-Foto: L. Christian
Anna-Sophie hat schon viele „Pins“ von anderen Rotarier-Austauschschülern erhalten, die sie ans Jackett geheftet hat. Den „Mexiko-Stuhl“ hat sie im Kunstunterricht angefertigt.
NN-Foto: L. Christian

Am 3. August geht der Flieger nach Mexiko-City und Anna-Sophie ist schon mächtig aufgeregt.    Ihren Papa musste sie erst mal überzeugen, doch die Unterstützung   ihrer Mutter ist ihr gewiss: „Ich finde es großartig, dass Rotary jungen Menschen diese Chance gibt, fremde Kulturen kennenzulernen. Uns war zwar etwas mulmig nach der Trump Wahl, dass für unsere Tochter  ausgerechnet Mexiko  ausgewählt wurde, doch uns ist zugesichert worden, dass sie bei Gefahr sofort ausgeflogen wird.“
Natürlich   steht  die  Vorfreude   im
Vordergrund, besonders angeregt durch zahlreiche Treffen, die Anna-Sophie bereits mit ehemaligen Austauschschülern (sogenannten Rotexern) hatte. Die Schülerin der Walter Bader Realschule Xanten erinnert sich: „Als ich meiner Englischlehrerin, Frau Krockuw, erzählte, dass ich mich für einen Auslandsaufenthalt interessiere, war sie sehr angetan von der Idee und fuhr mit mir zu einer Messe, wo viele Organisationen Auslandsaufenthalte für Jugendliche vorstellten. Doch das war viel zu teuer und erst als der Rotary Club   Xanten nachfragte, ob es an unserer Schule Bewerbungen für das Jugendaustauschprogramm  geben würde, wurde ich wieder aktiv. Ich musste ein richtiges Qualifizierungsverfahren durchlaufen und war überglücklich, als ich die Zusage bekam. Seither haben  wir   schon fünf Treffen gehabt, die von den Rotexern organisiert werden. Dort lernen wir auch die anderen Bewerber kennen, haben Austausch mit Jugendlichen, die viel erzählen können von den ganz unterschiedlichen Ländern. Und es nehmen auch Austauschschüler teil, die momentan in Deutschland bei Gastfamilien leben.“ So auch Victoria aus Buenos Aires, Argentinien, die seit Januar bei Familie Janssen in Menzelen lebt. Mit Anna-Sophie  spricht Victoria spanisch in Vorbereitung auf den Mexiko-Aufenthalt.
Dank der neuen Medien ist auch schon der Kontakt zu den beiden Gastfamilien hergestellt, in denen die Niederrheinerin jeweils ein halbes Jahr verbringen wird. „Den Plan für die Schule habe ich auch schon bekommen“, die 16-Jährige zeigt auf eine Liste der Privatschule mit neun  Fächern von Mathe über Sozialwissenschaften bis Geschichte und das alles auf Spanisch. Doch Sorgen macht sich Anna-Sophie  deswegen nicht: „Die Tochter von meiner ersten Gastfamilie ist zwar während meines Aufenthaltes zum Jugendaustausch nach Polen, doch ich habe schon mit deren Freundin ausgemacht, dass sie mir helfen wird.“ In der zweiten Familie wird Anna-Sophie drei „Ersatz“-Geschwister“ haben – so wie Zuhause.  Und sie setzt auch auf ihre anderen Mitschüler. „Die Rotexer haben mir schon erzählt, dass ich mit meinem blonden Haar auffallen werde. Dann heißt es ,die Blonde, das ist die neue Deutsche“, schmunzelt sie.
Auf jeden Fall möchte sie auch in Mexiko Sport treiben, vorzugsweise Volleyball und auch Schwimmen, darin ist sie richtig gut, hat schon etliche Medaillen für die DLRG Alpen geholt.
Der Gedanken an die mexikanische Küche bereitet ihr etwas Sorge: „Also scharf mag ich gar nicht“ – trotzdem würzt sie Zuhause schon mal mehr mit Chili und Tobasco, um ihre Geschmacksnerven zu trainieren.
Und dann warten ja noch besondere Highlights: Whale Watching   (Walbeobachtung) in Guerro Negro, eine Reise nach Kalifornien, auch zum Disneyland und mit Sightseeing in Los Angeles und die Ruta Maya Tour  nach Mexiko City (Voraussetzung: die Spanisch-Note ist zufriedenstellend!).
Doch zuvor heißt es Abschied nehmen. Mutter Astrid organisiert eine Riesen-Überraschungsparty mit allen, die ihre Tochter bisher begleitet haben.