Attraktiver Treffpunkt für alle, die gemeinsam im Heimatort alt werden wollen

GINDERICH. Zuerst hatten einige Gindericher eine gute Idee, nun nimmt sie konkrete Formen an und hat sehr viele Unterstützer: Der Verein Dorfgrundschule Ginderich will in der ehemaligen Schule ein Dorfbüro einrichten und einen öffentlichen sozialen Treffpunkt schaffen, um das Leben im Dorf attraktiv zu erhalten.

Zum Verein Dorfschule Ginderich gehören (v.l.): Margret Quernhorst, Kassierin, Joachim Tenhaef, Barbara Pöll, Schriftführerin, Herbert Wesely, erster Vorsitzender, Claudia Uphoff, Thomas Peretti und Marie-Therese Bauer, stellvertetende Vorsitzende. Es fehlt Steffen Schäfer. NN-Foto: Lorelies Christian
Zum Verein Dorfschule Ginderich gehören (v.l.): Margret Quernhorst, Kassierin, Joachim Tenhaef, Barbara Pöll, Schriftführerin, Herbert Wesely, erster Vorsitzender, Claudia Uphoff, Thomas Peretti und Marie-Therese Bauer, stellvertetende Vorsitzende. Es fehlt Steffen Schäfer. NN-Foto: Lorelies Christian

Vorstellbar für die Dorfbewohner sind Konzerte, Matineen, Ausstellungen, Aufführungen, Vorträge, Filmvorführungen, Lesungen,  Gesundheitsförderung, Kochkurse und vieles mehr – und das alles direkt vor der Haustür, ohne weite Anfahrtswege. Diese Veranstaltungen könnten natürlich alle Einwohner besuchen. Darüber hinaus soll es spezielle  Angebote für Ältere geben, wie zum Beispiel  Bewegungsangebote, Beratung, Sprechzeiten und Vorträge aus dem Medizinbereich, Unterstützung in der Betreuung, Transport im „Dorfauto“ zum Theater, zu Ärzten oder zum Einkauf. Früher nannte man einen Teil dieser Angebote „Nachbarschaftshilfe“,  doch heute  ist dieses „Aufeinander-Achten“ aus vielerlei Gründen nicht mehr selbstverständlich. Trotzdem wünschen sich Herbert Wesely und seine Mitstreiter vom Verein Dorfschule Ginderich, dass die Gindericher gerne in ihrem Heimatort alt werden möchten und können und sicher sein können „Wir helfen dir“.
Das Dorfbüro  in der Schule soll zur zentralen Anlaufstelle werden, in der eine Mitarbeiterin alle Angebote und Termine koordiniert und beiträgt zur Vernetzung aller 25 örtlichen Organisationen, die ja auch jetzt schon viel zur Gestaltung des Dorflebens beitragen.
Mit dieser Idee konnte der aktive Verein auch die Stadt Wesel (als Eigentümerin der Schule) überzeugen. Der Vereinsgründung am 10. März durch acht Gindericher – 1. Vorsitzender Herbert Wesely, Stellvertreterin Marie-Therese Bauer, Kassiererin Margret Quernhorst, Schriftführerin Barbara Pöll, Beiratsmitglieder Claudia Uphoff und Steffen Schäfer sowie Joachim Tenhaef und Thomas Peretti – folgte die Anerkennung des gemeinnützigen Vereins durch das Finanzamt Wesel am 28. März.
Sogar die Finanzierung dieses ambitionierten Projektes ist schon auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit den Fachleuten der Stadt Wesel stellt der Verein nun Anträge auf Fördermittel und zapft Töpfe aus der LEADER Region Issel, Rhein, Lippe und zur  Dorfinnen(kern)entwicklung an. „So ein Gesamtkonzept, wie wir es erarbeitet haben, konnte bisher noch keiner vorlegen“, sagt Wesely nicht ohne Stolz und sehr sicher, dass Zusagen folgen.
Gerne würde der Verein schon ab dem 1. Juli die Schule übernehmen. Doch zunächst muss die Nutzungsänderung für Klarheit sorgen. Die Toilettenanlage muss erneuert werden, weitere Umbaumaßnahmen stehen an. Eine Organisation aus dem Rehabereich und eine Musikakademie haben Interesse signalisiert ebenfalls Räume im Altbau anzumieten.
Doch bis es soweit ist, gibt es schon einige Vormerkungen: am Dienstag, 25. April ist  um 19.30 Uhr eine Bürgerversammlung zur Vorstellung des Konzepts im Pfarrheim. Nach den Osterferien starten vormittags in der Turnhalle Sportkurse „Fit in den Tag“ und  „Ganzkörpertraining“. Ende April hält Claudia Upphoff im Pfarrheim einen Vortrag „Das große Vergessen“ zum Thema Demenz. Danach können sich Interessierte in der Betreuung von Demenz-Erkrankten schulen lassen.