Neue Reise-Serie: Das „andere“ Sizilien

Neue Reise-Serie:

Das „andere“ Sizilien

NN-Serie „Von Weeze nach...“: Mit dem Airport Weeze liegt der Ausgangspunkt für Flugreisen direkt vor der Haustür. Zum Auftakt der neuen Serie geht‘s nach Sizilien, einem der neuen Ziele, die Ryanair seit diesem Jahr vom Niederrhein aus anfliegt. Der Flughafen von Comiso liegt in der Provinz Ragusa, die nicht zuletzt durch einen Kriminalkommissar bekannt geworden ist...

Willkommen auf Sizilien: In der Region Ragusa erwarten den Besucher zahlreiche Sehenswürdigkeiten, darunter das Rathaus von Scicli, das in der Verfilmung der Montalbano-Romane als Dienststelle des Commissario dient. NN-Fotos: Michael Bühs

WEEZE/COMISO. Viele verbinden mit Sizilien vor allem den Vulkan Ätna und Palermo. Doch die italienische Insel – die größte­ im Mittelmeer – hat ungleich mehr zu bieten. So ist auch der Südosten eine Reise wert, finden sich dort nicht nur reizvolle Landschaften und historische Städte, von denen so manche von der UNESCO zum Welterbe erklärt worden ist. Auch Freunden von Kriminalromanen dürfte die Provinz Ragusa ein Begriff sein – durch die Werke des Schriftstellers Andrea Camilleri um den sizilianischen Commissario Montalbano. Mit dem Aeroporto di Comiso gibt es nun eine Destination in dieser Region, die Ryanair vom Airport Weeze aus zweimal wöchentlich anfliegt.

Duomo Di San Pietro in der „Schokoladenstadt“ Modica.
Duomo Di San Pietro in der „Schokoladenstadt“ Modica.

Tag 1: Eines wird schon bei der Abfahrt vom Flughafen Comiso in Richtung Hotel deutlich: Ein Mietwagen macht hier durchaus Sinn. So lassen sich die Region und die Orte – darunter Ragusa, Modica und Scicli, die zu den spätbarocken Städten des Val di Noto zählen, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden – am besten erkunden. Erste Station aber ist die Gemeinde Comiso, in der Antike eine griechische Kolonie. Durch verwinkelte Gassen geht es zu den Sehenswürdigkeiten, etwa die Chiesa di San Francesco (erbaut im 13. Jahrhundert), die Chiesa dell‘Annunziata (16. Jahrhundert) und das Castello dei Naselli d‘Aragona aus byzantinischer Zeit, in dem heute eine Pizzeria untergebracht ist. Was auffällt: Viele der Gebäude, gerade die Kirchen, wirken von außen oftmals fast schon ein wenig verfallen, erstaunen im Innern aber mit prunkvollem Glanz.

Weiter geht es in Richtung Küste, in den kleinen Fischerort Punta Secca. Hier gibt es nicht nur feine, goldfarbene Sandstrände – wobei sich das Mittelmeer auch mal von seiner rauen Seite zeigen kann. Hier steht in der Corso Aldo Moro auch das Haus, in dem Luca Zingaretti als Commissario Montalbano in den Romanverfilmungen wohnt. Wer möchte, kann im La Casa di Montalbano, einem Bed & Breakfast, einmal im Bett des Commissario übernachten. Und wer auf den Spuren Montalbanos wandelt, kommt natürlich nicht um die vielen sizilianischen Speisen herum, die dieser so liebt. Dazu bietet sich etwa im Küstenstädtchen Marzamemi mehr als eine Gelegenheit, wo aus einstigen Lagerhäusern für Fische heute Restaurants geworden sind.

 

In Punta Secca steht das (Film-)Haus von Commissario Montalbano. Außerdem gibt es hier feine, goldfarbene Sandstrände.
In Punta Secca steht das (Film-)Haus von Commissario Montalbano. Außerdem gibt es hier feine, goldfarbene Sandstrände.

Tag 2: Willkommen in Ragusa, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. 1693 wurde sie bei einem schweren Erdbeben fast vollständig zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus von Ragusa im 18. Jahrhundert entstanden zwei Stadtteile: Ragusa Ibla, das auf dem Gebiet der ursprünglichen Stadt errichtet wurde mit seinen barocken Kirchen und Palästen, und Ragusa Superiore auf einer Anhöhe im Westen, mit der prächtigen Cattedrale San Giovanni Battista.

Erneut rückt der Commissario in den Fokus, wenn man Scicli besucht, ein weiteres UNESCO-Welterbe – es teilt sich mit Ragusa in den Verfilmungen die „Rolle“ der fiktiven Stadt Vigàta. Das Rathaus von Scicli dient in den Filmen als Dienststelle, das Zimmer des Bürgermeisters als Büro des Questore, Montalbanos Vorgesetztem. Von den Scicli umgebenden Hügeln hat man einen phantastischen Blick auf die Stadt mit ihren für die Region typischen hellen, aus Sandstein errichteten Gebäuden, und die reizvolle Landschaft bis zum knapp sieben Kilometer entfernten Mittelmeer.

LESER-TIPP
Timisoara
Auch im August sind die NN-Reporter wieder unterwegs – es geht nach Timisoara (dt. Temeswar). Ryanair fliegt die Stadt im Westen Rumäniens ab 4. September zweimal wöchentlich von Weeze aus an. Welche Sehenswürdigkeiten sollte man nicht verpassen, welches Restaurant ist zu empfehlen? Die NN freuen sich über „Geheim“-Tipps ihrer Leser. Schreiben Sie uns eine E-Mail an frost@nno.de bis Samstag, 13. August.

Tag 3: Etwa zehn Kilometer Luftlinie sind es von Scicli bis Modica, das vor allem für die Schokolade bekannt ist. Doch ein Umweg durch das „wilde“ Hinterland und die unberührte Natur im Rahmen einer Offroad-Tour lohnt sich (s. re.). In Modica angekommen, ist ein Besuch bei Maestro Ignazi Iacomo und dem Schokoladen-Museum Pflicht. Ohne Milch und Pflanzenfett, nur mit Kakaomasse – auf einem erhitzten Lavastein aus den Bohnen gewonnen – und Zucker fertigt er seine Tafeln. Mehr als ein Dutzend Geschmacksrichtungen gibt es, darunter Zimt, Chilli, Vanille und Lavendel. Ein „heißer“ Tipp: die Trinkschokolade im Caffè Dell‘Arte des Maestro.

Sie ist quasi das Tüpfelchen auf dem „i“ der vielen Köstlichkeiten, die die Provinz Ragusa dem Besucher bietet, darunter Salate aus frischen Orangen (ruhig mal mit Schale probieren) oder Oktopus, würziger Ziegenkäse, Salami und Mortadella, Pasta mit Pistazien und Fisch, Bruschetta mit Büffelmozzarella und Tomaten aus Pachino, die mit Reis gefüllten Arancini – und natürlich eine riesige Auswahl an Süßspeisen. Der Commissario hätte seine helle Freude…

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GUT ZU WISSEN

Der Flug: Ryanair fliegt Montag und Freitag um 6.55 Uhr ab Weeze nach Comiso auf Sizilien. Die Flüge ab Comiso gehen um 10.05 Uhr. Der „Aeroporto Civile Di Comiso Pio La Torre“ ist, wie auch Weeze, ein ehemaliger Militärflugplatz im Südosten Siziliens. 2004 wurde er zu einem Zivilflughafen umgebaut. Vor zwei Wochen, am 15. Juli, hat der Flughafen die Marke von 1.000.000 Passagieren geknackt.
www.ryanair.de
www.airport-weeze.de

Offroad-Tour: Im Geländewagen lässt sich das Hinterland in der Region Ragusa am besten erkunden. Dort gibt es nicht nur eine überaus sehenswerte, da weitestgehend unberührte Landschaft zu entdecken, sondern auch archäologische Stätten wie „Chiafura“ bei Scicli.
Tipp: Eine Offroad-Tour, etwa mit ESO Tourism Services (www.esotourismservice.com), durch das Hinterland von Modica, inklusive eines Zwischenstopps im „Oasi dell‘Irminio“. Der Irminio ist der längste Fluss der Region.

Spezialitäten: Süßspeisen spielen in der sizilianischen Küche eine große Rolle. Neben der Schokolade aus Modica gibt es beispielsweise die Cassata, eine Schichttorte aus Biscuitteig, Ricotta und kandierten Früchten, sowie mit Ricotta gefüllte Teigrollen, die Cannoli. Die „Pomodoro di Pachino“ aus dem Süden Siziliens gilt als die edelste aller Kirschtomaten. Ob als Antipasti, als Pesto oder Sauce zu Pasta ein Genuss.

Rat und Hilfe: Der Nahverkehr wird im Süden der Provinz Ragusa mit Busverbindungen, auch in Richtung Scicli und Modica, sichergestellt. Die Autobahn A18 Messina–Syrakus endet derzeit bei Rosolini, soll aber bis Gela weitergeführt werden. Die Strada Statale (SS) 115 verbindet unter anderem Modica, Ragusa und Comiso. Das Tourismusbüro in Sicli ist im Palazzo Spadaro an der Via M.F. Penna untergebracht, Telefon 0932/839611, Fax 0932/839608, e-Mail cultura@comune.scicli.rg.it; weitere Adressen: Pro Loco Scicli, Via Castellana, 4, Telefon 0932 932782, und Pro Loco Comiso, Via G. Divita, 6, Telefon 0932/961586.