Michael Zeigler aus Kevelaer gründete das Projekt „Freunde der Inklusion in Aktion“ - Jetzt sucht er weitere Interessierte

KEVELAER. Michael Zeigler aus Kevelaer gründete vor kurzem das Projekt „Freunde der Inklusion in Aktion“. Jetzt ist er auf der Suche nach Gleichgesinnten. Nach Menschen, die den Inklusionsgedanken wie er in Aktionen und Projekten leben wollen. Michael Zeigler (38) weiß, was ein Leben mit Einschränkungen bedeutet. Seine frühkindliche Hirnschädigung und weitere Behinderungen führen nach seinen eigenen Angaben dazu, dass er im Denken „etwas langsamer ist als anderer Menschen“. In der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Geldern beweist er tagtäglich, was er kann.

Micha Zeigler ist lebt den Inklusionsgedanken auch privat. So nimmt er aktiv am Leben der Kirchengemeinde St. Antonius Kevelaer teil – als Mitglied im Kirchenchor und in der Choralschola. Mit seinem Projekt möcht er zeigen, „dass wir Menschen mit Behinderung trotz unseres Handicaps viele wertvolle Eigenschaften und Fähigkeiten haben und uns um das kümmern, was trotz oder wegen der Einschränkung möglich ist“, teilt er den Niederrhein Nachrichten mit. „Ich bin glücklich und habe es gern bunt“, so Zeigler.

Vielleicht ist es ja möglich, in Kevelaer eine inklusive Trommelgruppe aufzubauen.Foto: fesenko - Fotolia
Vielleicht ist es ja möglich, in Kevelaer eine inklusive Trommelgruppe aufzubauen.Foto: fesenko – Fotolia

In seiner Heimatgemeinde in Kevelaer sei er sehr positiv aufgenommen worden. „Damals wurde mir sehr klar, dass ich gerne unter Menschen mit und ohne Behinderung bin, weil wir alle wertvoll sind“. Gerne lebt er „in einer Art normalen Großfamilie in weitestem Sinne – jedenfalls bunt gemischt nach Alter, Weltanschauung, religiöser und politischer Gesinnung“. Und er macht Menschen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung an sich zweifeln Mut. „Ich erlebe immer wieder, dass sich Menschen gut nach Stärken, Schwächen und Talenten ergänzen können. Und dass bei Bedarf auch eine Gruppe von Schwachen ziemlich stark sein kann“. Vielleicht sei das auch der Vorteil von Krankheiten und Behinderungen, sich „auszuruhen vom gesund sein, sich an Kleinigkeiten zu freuen und das Leben zu schätzen“. Auf die Umsetzung seines Projektes hat er sich umfassend vorbereitet. Eine Organisationsgruppe aus maximal acht bis zehn Personen soll den Organisationsablauf für die einzelnen Inklusionsprojekte je nach zeitlichen Möglichkeiten und in kleinen Schritten planen, besprechen und schriftlich festhalten. Konkret sollen in Kevelaer, ein Inklusions-Chor sowie eine Musical-Instrumental- und Trommelgruppe aufgebaut werden. Auf diese Weise sollen zwischenmenschliche Kontakte, das gemeinsame Miteinander zwischen den Generationen, zwischen Menschen mit und ohne Behinderung und zwischen den Kulturen gefördert werden. Denn, so Michael Zeigler, „die Einzigartigkeit eines jeden Menschen ist eine Bereicherung für alle. Wer sich für das Projekt von Michael Zeigler interessiert, findet mehr Informationen unter http://inklusioninaktion.wordpress.com. Interessierte können sich auch an Bärbel Vick vom Selbsthilfebüro Kleve des Paritätischen unter Telefon 02821/ 780012 wenden. Übrigens: Für das Projekt werden noch  Räumlichkeiten gesucht. Außerdem interessierte Menschen, die die Verantwortung Leitung, Organisation und Planung sowie Durchführung ehrenamtlich übernehmen.