Ein Orden für die Christophorus-Grundschule

Ein Orden für die Christophorus-Grundschule

Der Kranichorden ist ein wichtiger Preis, bei dem es um die Verdienste um den europäischen Gedanken geht – für die Schule ist es nicht der erste Preis.

Fünf Herren, eine Dame: Norbert Janssen, Thomas Hermsen, Dirk Willemsen, Günter Steins, Beate van Asch und Stephan Thyssen (v. l.). Foto: Heiner Frost

KRANENBURG. Der Platz auf dem Wagen ist begehrt – ein Ehrenplatz in Sachen Europa. Welcher Wagen? Welcher Platz? Wiederholungstäter in Sachen Kranenburger Karneval dürften es wissen, denn der Kranichorden der Kanevalsgesellschaft Krunekroane wird nun schon zum 27. Mal vergeben.

Ordensträger erhalten zum einen eine Schatulle mit der 15 Zentimeter großen Bronzeplakette nebst Urkunde und: Eine Freifahrkarte fürs Mitmachen beim Kranenburger Tulpensonntagszug. Da startet seit Jahr und Tag ein Wagen mit Ehrenwerten. Genug zum Wie. Auf zum Wer. Einstimmig, so Norbert Janssen vom Zugkomitee, habe man entschieden, den Preis in diesem Jahr an die Christophorusgrundschule zu geben. 230 Schüler – dazu ein 18-köpfiges Team aus Lehrern, Sonder- und Sozialpädagogen, Sekretärin und Hausmeister. Und wie es so ist, wenn ein Preis an eine Institution geht: Sie können nicht alle kommen und ihn entgegennehmen. Und sie können nicht alle auf den Wagen oder zur Bekanntgabepressekonferenz. Das ist Sache der Leitung. Violà: Schulleiterin Beate van Asch, ihrerseits aus Köln stammend und trotzdem nicht Karnevalsjunkie. Das kann sich ändern – nach der Fahrt beim Kranenburger Straßenkarneval.

Zurück zum Eigentlichen. Es geht um den europäischen Gedanken, der „in unserer Gemeinde einen hohen Stellenwert hat“, so Bürgermeister Günter Steins. Knapp 10.000 Einwohner – davon 2.800 Niederländer. Dazu: Flüchtlinge aus 29 Nationen. Die Grundschule: Bilungual – deutsch/niederländisch. Versteht sich. Und obwohl der Kranichorden der erste Preis in Sachen Europa ist, ist er für die Schule nicht der erste Preis, denn: Preise gab es schon vorher – angefangen 2008 mit Preis als „Ort im Land der Ideen“ und dem Robert-Jungk-Preis ein Jahr später. Was preiswürdig daher kommt, ist nicht immer unproblematisch. „Anfangs mussten wir der Bezirksregierung nachweisen, dass genügend Eltern an unserem Konzept interessiert sind, um eine Stelle für einen niederländischen Kollegen zu bekommen. Die Eltern wollten, dass wir eine solche Stelle garantieren konnten“, so von Asch. Das Köpenick‘sche Paradox. Kein Ausweis ohne Arbeit und keine Arbeit ohne Ausweis. Schnee von gestern. Die Schule darf stolz sein – so viel steht fest. Es wird tolle Arbeit geleistet und dafür darf es ruhig noch mehr Preise geben. Übergeben wird der Orden am kommenden Sonntag beim Internationalen Prinzenfrühschoppen im Bürgerhaus.