Sie beraten Mädchen und Frauen in Not: Marion Claaßen, Maria Peeters und Hildegadr Wolff (vl). Foto: privat

GOCH.  „Wir sind immer noch die erste Adresse für Frauen in Not, sei es eine allgemeine Krise, psychische Gewalt, Armut oder gesundheitliche Probleme.“ Maria Peeters von der Frauenberatungsstelle Impuls weiß, dass die Beratungsarbeit wohl nie überflüssig werden wird.

Kürzlich stellte die FBS ihren Jahresbericht für 2014 vor. „Es gibt kein falsches Thema für ein Erstgespräch“, so die Erfahrung des Gocher FBS-Teams, zu dem neben Maria Peeters auch noch Hildegard Wolff und Marion Claaßen gehören. Goch ist der Hauptstandort, weitere sind in Kleve, Geldern und Emmerich. Im Vergleich zu 2014 ist die Zahl der hilfesuchenden Frauen und Mädchen (beraten wird ab 16 Jahren) im gesamten Kreisgebiet auf 449 gestiegen; 117 waren es in Goch, 14 in Uedem. 57 Prozent nahm hier das Thema Gewalt – psychisch, emotional und physisch – ein. 2014 waren 180 Frauen – mit 218 Kindern – akut von häuslicher Gewalt betroffen. In 123 Fällen wurde die FBS Impuls vom Ofperschutzbeauftragten des Kreises Kleve informiert. Der gewalttätige Partner wurde in den überwiegenden Fällen von der Polizei für zehn Tage der Wohnung verwiesen. Wichtig ist in solchen Fällen die schnelle Krisenintervention, um die Frauen z. B. auch über ihre rechtlichen Möglichkeiten aufzuklären.

Frauen und Mädchen mit psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen nahmen ebenfalls die Gespächsangebote der FBS Impuls in Anspruch: Ihr Anteil stieg von 21 auf 24 Prozent. Sie überbrücken damit oft die Wartezeit auf einen Therapieplatz, die im Kreis Kleve immer noch bis zu ein Jahr betragen kann.
[quote_left]“Ein trauriger Dauerbrenner ist das Thema Essstörungen, von denen auch immer mehr Jungen und junge Männer betroffen sind.“ [/quote_left]Der Anteil aller Fälle stieg von 18 auf 22 Prozent. Die FBS Impuls hat hier verschiedene Gesprächsgruppen für Betroffene und Angehörige im Angebot. „Es spricht sich langsam auch bei den Ärtzen herum, dass wir eine Anlaufadresse für diese Probleme sind“, so Maria Peeters. Ein weiterer wichtiger Bereich war „Mobbing am Arbeitsplatz“ – hier hat Hildegard Wolff einen gut besuchten Workshop für Arbeitgeber geleitet.

Am stärksten bei den Beratungen vertreten war die Altersgruppe der 26- bis 40-Jährigen, auch die nächste Altersstufe (41 bis 50 Jahre) ist mit 25 Prozent hoch. Überwiegend beraten wurden deutsche Frauen; der Anteil der Frauen anderer Nationalitäten oder mit Migrationshintergrund war mit 21 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Eine Information ist Maria Peeters in diesem Zusammenhang besonders wichtig: „In der Regel können wir hilfesuchenden Frauen einen Termin innerhalb von zwei Wochen anbieten; das überrascht viele.“ Wichtig für die Beratunsgarbeit ist eine gute, kreisweite Vernetzung, die von „Impuls“ auch 2014 intensiviert wurde. So begann mit einer Vorlesung über häusliche Gewalt und deren Folgen an der Hochschule Rhein-Waal im Oktober 2014 eine fachliche Kooperation. Nicht weniger wichtig sei die finanzielle Ausstattung führt Maria Peeters aus: „Wir freuen uns darüber, dass uns das Land NRW die nächsten vier Jahre unterstützen wird.“ Diese Zusage sei verbindlich gegeben worden.

Daneben sind Spenden immer hochwillkommen; so wie der Erlös des Jahresrückblicks mit Nils Neugier im Golitheater oder auch Spenden von Privatpersonen. „Damit konnten wir unser Hauptbüro ordentlich einrichten“, erzählt Maria Peeters, „es wurden Schränke, eine Ablage, ein Schreibtisch für das Büro und eine Spielecke für Kinder angeschafft. Wer sich über die Arbeit der FBS Impuls informieren möchte, bekommt auf der Homepage einen guten Überblick: www.fb-impuls.de.