Idylle pur entlang der Boxteler Bahn“

NIEDERRHEIN. Rings um ihren Hof nur weite Felder, Wald und hohe Eichenbäume. Hier kann Maria Kamperdick-Voß die Spitzen des Xantener Doms hinten am Horizont erkennen. In Ursel ist alles naturbelassen, ruhig mit beruhigendem Vogelzwitschern untermalt. Idylle pur.

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Kaum vorstellbar, dass direkt an ihrem landwirtschaftlichen Betrieb vorbei einst eine Eisenbahn ratterte auf einer Strecke, die international bedeutsam war und als die schnellste Ost-West-Verbindung von Boxtel in den Niederlanden bis nach St. Petersburg galt.
Diese historische Bahntrasse, die Boxteler Bahn, bekommt allmählich eine neue Aufmerksamkeit. Auf deutscher wie auf niederländischer Seite soll sie nun endlich touristisch vermarktet werden. Maria und ihr Ehemann Heinrich Kamperdick-Voß wissen längst, wie schön es hier ist. Und dass es Radfahrer künftig nicht bereuen werden, dieses Fleckchen Erde zu genießen. Genau das ist der Grund, weshalb die Landwirtin ihren Wesendonkshof in der Bauernschaft Ursel bei Xanten für einen der „Schönen Orte“ hält. Und die NN-Sommeraktion mit einem weiteren Ausflugstipp bereichert.


„Hier gibt‘s Bauerngärten, Streuobstwiesen und quer durch Ursel ganz nah an der Boxteler Bahn verteilen sich vier verschiedene Campingplätze“, erzählt sie. Gerade für Familien ist dieser Ort ein beliebtes Ferienziel.Auch die Reiter haben die ehemalige Bahntrasse bereits für sich entdeckt. Wenn bald die Strecke zum Radweg ausgebaut werden soll, lässt es sich noch angenehmer aus historischen Pfaden wandeln.


Einziger Wermutstropfen: „Viele Bäume werden dafür wohl abgeholzt werden müssen“, bedauert Maria Kamperdick-Voß. Ihr ganzes Leben lebt sie schon auf dem Wesendonkshof. Ihr Mann ist seit fast 30 Jahren dabei. Mit drei Generationen bewohnen sie den landwirtschaftlichen Betrieb mit der Rinderzucht. Und an „Ursel“ hängt ihr Herz. „Viele Menschen finden es so schön hier. Wir haben das Glück, die Landschaft jeden Tag zu sehen!“ Der ursprüngliche Trakt des Wesendonkshofs ist denkmalgeschützt. „Er wurde im 19. Jahrhundert gebaut für die Arbeiter, die damals den Xantener Dom erbaut haben“, weiß sie. Insgesamt sechs solcher Hofstellen säumen die Boxteler Bahn. Teilweise noch erhalten sind auch die Bahnwärterhäuser, die eigens für die Höfe errichtet wurden. Fragmente von einem solchen 5x7 Meter kleinen Haus werden am Boxteler Bahn-Radweg dann zu sehen sein.


Der Ausbau der ehemaligen Boxteler Bahn-Strecke würde eine Lücke im Radwegenetz schließen. Die Kommunen, Sonbeck, Xanten und Uedem stimmen den Plänen zu. An der Finanzierung sind alle betroffenen Gemeinde aus deutscher und auf niederländischer Seite beteiligt. Eine Förderung der EU ist vorgesehen. Erste Hinweisschilder entlang des Boxteler Bahn-Radweges deuten bereits darauf hin, dass hier sanfter Tourismus betrieben wird.
Steffi Deckers





 
 





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