NN-Sommerserie: Schöne Orte am Niederrhein
NIEDERRHEIN. Die NN suchten schöne Orte am Niederrhein und stellen diese als Ausflugsziele in den Sommerferien hier nun vor. „Ginderich ist ein idyllisches Dorf, hat eine wunderschöne Maria-Himmelfahrts-Kirche mit einer schönen Mariengrotte“, schreibt Hannelore Wierz und macht neugierig, den linksrheinischen Ort, der zur Stadt Wesel gehört, zu besuchen.
Teil 1: Ein „Wunder-voller“ Ort direkt am Rhein
GINDERICH. Als Wallfahrtsort ist Ginderich noch nicht so bekannt, da er zwar schon 1190 von Pilgern wegen „Wundern und Gnadenerweisen des Marienbildes“ aufgesucht wurde, doch das Wallfahren hat im 17. Jahrhundert der protestantische Kurfürst Friedrich Wilhelm I. im Herzogtum Kleve verboten. So wurde dem ältetesten Marienwallfahrtsort am Niederrhein für 365 Jahre das Prozessionsrecht entzogen.

Erst 2005 ließ Bischof Reinhard Lettmann zu Münster die Gindericher Kirche wieder in den Kreis der Wallfahrtsorte der Diözese aufnehmen. Seither kommen immer mehr Pilger, um am Gnadenbild „Maria, Königin des Friedens“, zu beten. Die Plastik stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts - ihr zu Ehren wurde die Kirche an dem kleinen Ort erbaut. Heute steht die größte Kostbarkeit der Kirche in einem neu geschaffenen Andachtsraum.
Die Kirche wird in der Wallfahrtszeit samstags, sonntags, mittwochs und an den Feiertagen von 10 bis 18 Uhr von Ehrenamtlern geöffnet. Doch auch sonst können Besucher einen Blick aufs Gnadenbild werfen. Beim Öffnen der Eingangtür, tritt man in einen Windfang. Wer den Lichtschalter betätigt, kann das beleuchtete Gnadenbild durch die Scheibe sehen. Lohnend ist eine Führung in der Kirche, Gruppen können sich beim Vorsitzenden des Wallfahrtsausschusses Heinrich Henrichs (Telefon 02803/ 4554) anmelden. Die Innenausstattung der Kirche wie Orgelempore, Kirchenbänke, Beichtstuhl, Chorgestühl, Kanzel, Kommunionbank und Hochaltar wurden Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend in der Werkstatt Ferdinand Langenbergs in Goch angefertigt. Im Turm beeindruckt die Deckenbemalung und die Plastiken der Eltern Mariens. Vier Plastiken, die alle um die 500 Jahre alt sind, sind in der Nähe des Gnadenbilds aufgestellt.
Die Fenster wurden im 19. und 20 Jahrhundert angefertigt, ihre Farben lassen den Kirchenraum in besonderem Licht erscheinen. Hannelore Wierz wohnt in der Nähe der Kirche und beobachtet, dass viele Radtouristen in Ginderich eine Pause einlegen. Da sie selbst auch gerne radelt, empfiehlt sie die Route auf dem Deich. In Richtung Wesel können die Radwanderer den Blick auf den Rhein genießen. In Richtung Xanten erlebt man die niederrheinische Landschaft mit ihren Kopfweiden in vollen Zügen. „Ich fahre sehr gerne über das Bislicher Eiland zum Naturforum“, erzählt Hannelore Wierz und rät, dort die Ausstellung zur Geschichte der Auenlandschaft zu besuchen.
Lorelies Christian
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Teil 2: Magischer Ort voll Geschichte
REES. Die NN suchen die schönsten Orte am Niederrhein. Leserin Susanne Diekmann schwört auf Haus Aspel. Dabei ist sie gar keine Einheimische. Sie kommt aus Gelsenkirchen, wohnt jetzt aber in Rees und arbeitet in Wesel. Susanne Diekmann ist stellvertretende Amtstierärztin beim Kreis Wesel. Hobbys: Reiten, Natur, Sport, Musik, Lesen („Der Trend geht zum Zweitbuch). Sie kommt viel rum. Von Amts wegen und auch so. Schöne Plätze kennt sie viele. Einer davon: Haus Aspel.
„Als ich nach Rees kam habe ich nach einem Chor gesucht“, erinnert sich Susanne Diekmann. Sie fand: Den Chor der Eltener Stiftskirchenkonzerte. „Der Chor unter der Leitung von Theo Römer probte damals in der ehemaligen Turnhalle von Haus Aspel“, sagt Diekmann. Haus Aspel ist ein Kloster und Sitz der „Töchter vom Heiligen Kreuz“. Früher einmal gab es hier eine Klosterschule. Haus Aspel war ein Mädcheninternat, wurde später auch zur Heimat des Reeser Gymnasiums. Das Gymnasium zog nach Rees - das Kloster blieb und ist heute ein Altersheim für Schwestern, gelegen am Aspeler Meer - idyllisch eingerahmt von einem großen Park. Das Ganze liegt an der B8 zwischen Rees und Haldern. Susanne Diekmann kam als Sängerin nach Aspel. Und wie es so ist: Nach der Probe erkundet man das Gelände. Susanne Diekmann fand schnell Gefallen und kann jede Menge Gründe nennen, sich Haus Aspel aus der Nähe anzusehen. „Wenn man durch die Lindenallee auf das Kloster zufährt, ist das ein bisschen so, als ließe man die Welt hinter sich. Dann geht man durch einen Torbogen auf den Schlosshof, und das hat schon etwas Magisches.“
Im Frühjahr beispielsweise, wenn die große Magnolie im Innenhof in voller Blüte steht, ist der Schritt durch den Torbogen wirklich wie der Schritt in eine andere Welt. „Aber auch im Winter hat die Anlage ihren eigene Reiz, zum Beispiel, wenn der Teich zugefroren ist.“
Im Sommer kann man es sich im Baumschatten gemütlich machen. „Ich komme dann auch gern, allerdings viel zu selten, nach Aspel und habe ein Buch dabei“, sagt Susanne Diekmann und fügt hinzu: „Du gehst nach Haus Aspel, um Ruhe zu finden, nicht so sehr um Leute zu treffen. Aber wenn man Leute trifft, kann es gut passieren, dass sich gute Gespräche entwickeln.“ Längst singt Susanne Diekmann nicht mehr im Chor. Das liegt am Niederländisch. Der Chor probte montags. Der Niederländisch-Kurs fand montags statt. Präferenzen setzen. Diekmann entschied sich für den Sprachkurs. Irgendwann später kam sie zum Saxofon und blieb dem Vornamen treu: Von der Alt-Sängerin zur Alt-Saxofonistin. Fast überflüssig, nach dem Probentermin der Big Band zu fragen. Natürlich montags.
Zurück zu Haus Aspel. „Irgendwann habe ich begonnen, mich auch für die Geschichte dieses Ortes zu interessieren“, sagt Susanne Diekmann. „Die historischen Erwähnungen von Aspel datieren um das Jahr 1000 (Godizo - Herr auf Haus Aspel, gestorben 1011)“, heißt es auf der Homepage www.haus-aspel.de. „Haus Aspel ist also eine Art Keimzelle für die Entstehung von Rees“, sagt Susanne Diekmann. „Haus Aspel ist einfach ein toller Ort“, sagt sie. Grund genug für Susanne Diekmann, den NN-Lesern Haus Aspel als Ausflugsziel zum empfehlen.
Heiner Frost
Teil 3: Es raucht, dampft und zischt im Garten
HUISBERDEN. Als recht aufwändig und schwergewichtig könnte man Peter Filippows Hobby bezeichnen. Schon als Jugendlicher hat der heute pensionierte Arzt, dessen Vater in den 1960er Jahren Pastor in der evangelischen Kirche in Moyland gewesen ist, filigrane Modellschiffe gebastelt. Die waren damals aus Papier. Jetzt sind es unzählige Teile aus Stahl und Eisen, die Filippow aneinander fügt.
Knapp 130 Kilo bringt seine Lieblingslok auf die Waage, ein im Maßstab 1:6 detailgetreues Abbild der um 1890 gebauten Dampflok „Solingen“. „Das Original wurde 1918 schon wieder abgewrackt“, weiß Filippow. „Hat sich wohl nicht bewährt, sieht aber sehr hübsch aus“, findet er. Und sie hat es vor allen Dingen in sich. Betrieben wird das Schmuckstück, an dem Filippow eineinhalb Jahre gearbeitet hat, mit Kohle. Es dauert etwa eine Stunde, um das Wasser in dem kleinen Kessel auf Betriebstemperatur zu bringen. Doch ist sie einmal in Fahrt, stampfen die zwei Zylinder wacker im Takt und die Lok kann mehrere Anhänger und bis zu fünf Fahrgäste ziehen. So geht es in Schrittgeschwindigkeit auf der 220 Meter langen Schienenstrecke vorbei am Betriebshof, an Birn- und Kirschbaum, Lavendel und Hibiskus. Auch die Hühner haben sich im Laufe der Zeit an das dampfende, zischende Ungetüm gewöhnt und selbst die 17 Jahre alte Katzendame Charlotte kommt mit dem ungewöhnlichen Hobby ihres Mitbewohners zurecht. Ist das Haus fast umrundet, werden per Hand die Weichen gestellt und das Gartentörchen geöffnet, denn dann geht es quer über den Fußweg auf ein kleines Stück Wiese und schließlich wieder zurück in den verwilderten Garten.
„Die Leute reagieren ganz unterschiedlich“, sagt Filippow. Es schwanke zwischen Mitleid und Interesse. „Es soll jeder denken, was er will“, nimmt Filippow es niemandem übel, der die Begeisterung für sein Hobby nicht teilen kann. „Mein Sohn hat auch wenig Interesse daran“, sagt er. Überhaupt gebe es wenig junge Leute, die sich für den Modellbau entscheiden. Und kaum Frauen. „Es ist ein Hobby der alten Männer“, sagt der 63-Jährige und lacht. Bei ihm sei es eine Mischung aus Spieltrieb und technischem Interesse, versucht Filippow zu erklären, was ihn an den Eisenbahnmodellen so fasziniert. 1994 hat er mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau die alte Bäckerei in Huisberden bezogen. Hier fühlte er sich von Anfang an wohl und herzlich aufgenommen. Nachbarn und Freunde packten so auch fleißig mit an, als es galt, den Untergrund für die 7 1/4 Zoll-Bahn nach englischem Vorbild zu bereiten. Etwa 15 Zentimeter tief wurde der Boden ausgehoben und Granitschotter verlegt.
„In Privatgärten findet man solche Anlagen selten“, weiß Peter Filippow. Einmal im Jahr verfrachtet er seine Lok in den Kofferraum und fährt ins belgische Turnhout. Dort trifft sich dann die Dampfmodellszene zum Austausch und Runden drehen. Sogar aus Neuseeland reiste ein Mitstreiter an. Mit seinen beiden Loks und den Anhängern ist Filippows Fuhrpark übrigens vorerst komplett. „Ich habe schließlich auch noch andere Interessen“, sagt er. Für Malerei und Musik schlägt sein Herz, seit kurzem ist er selbst Mitglied der Städtischen Singgemeinde.
Wer sich für diese Form des Modellbaus interessiert und einen Blick auf die Anlage werfen möchte, den lädt Peter Fillippow herzlich ein. Kontakt unter Telefon 02824/ 7488 oder pf.aden@t-online.de.
Verena Schade
Teil 4: Himmelsleiter führt zum Panoramablick
NEUKIRCHEN-VLUYN. Zugegeben, 359 Stufen sind kein Pappenstiel. Nach 177 weiteren wäre man immerhin auf der Spitze des Kölner Doms. Da aber auch der Niederrhein wunderschöne Sichtachsen hat und die aktuelle NN-Sommerserie „Schöne Orte am Niederrhein“ heißt, sollten Weitblickbewunderer mal die heimische „Himmelsleiter“ der Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn in Angriff nehmen. Sie führt in 102 Meter Höhe und auf die größte Halde am Niederrhein.
Der Ausflug auf die Halde Norddeutschland ist ein Tipp von NN-Leser Wilfried Küsters aus Wachtendonk. Mit seiner Frau Sonja und Tochter Christin (7) erkundet er gerne das 80 Hektar große Gelände. „Hier oben ist man über den Dingen. Man kann den Alltag hinter sich lassen, den Weitblick genießen, durchatmen und entspannen“, findet er. Außerdem fühlt er sich als Mitarbeiter eines Krefelder Stahlhandels diesem Zeugnis der Industriekultur, an dem sich westlich von Moers das Ruhrgebiet und der linke Niederrhein treffen, verbunden. Und damit ist er nicht alleine. Die ehemalige Berghalde des früheren Bergwerks Niederberg in Neukirchen-Vluyn ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Ihren Namen „Norddeutschland“ trägt sie nach dem Grubenfeld, auf dem sie steht. 80 Millionen Tonnen Beigestein aus der Kohleförderung formten bis 2001 den Gipfel im sonst so platten Land. Mit der Eröffnung des etwa 600 Meter langen Panoramaweges im April 2010 wurde die Umgestaltung fertig.
Und auf dem Haldentop ist man heute dem Himmel wirklich ein ganzes Stück näher. Bunte Drachen und Modellflugzeuge ziehen hier ihre Bahnen und auch den Gleitschirmen der „Fliegerfreunde Niederrhein“ kann man regelmäßig beim Starten zusehen.
Der Panoramablick umfasst neben den benachbarten Halden Rheinpreussen und Pattberg das Ruhrgebiet mit seinen Fördertürmen, Kraftwerken und Stahlöfen im Osten, im Westen aber auch den Hülser und den Oermter Berg, die Schaephuysener Höhen und unzählige Windräder so weit das Auge reicht. „Wer zur Halde fährt, sollte unbedingt ein Fernglas mitbringen - und es am besten auch nicht im Auto liegen lassen“, weiß Wilfried Küsters, der den Aufstieg über 52 Höhenmeter als angenehme sportliche Herausforderung schätzt.
Nachdem man mit der Himmelsleiter die erste Landmarke der Halde Norddeutschland hinter sich gelassen hat, wartet auf der Kuppe der nächste Blickfang. 2006 errichtete hier die Gelderner Stahlbaufirma Schwevers und Raab, ehemals Opheis, das „Hallenhaus“. Die licht- und luftdurchlässige Stahlkonstruktion bildet neben dem halbkreisförmigen „Thingplatz“ einen Treffpunkt mit Weitblick. Das alljährliche Dong Open Air beispielsweise zählt zu den vielen kulturellen Veranstaltungen.
Die Halde ist eine Freizeitstätte für Läufer, Walker, Reiter, Modell- und Drachenflieger. In den Abendstunden setzen über 500 LED-Lämpchen die Treppe, den Panoramaweg und den Thingplatz bläulich in Szene, auch das beleuchtete Hallenhaus ist weit hin sichtbar. „Sie ist sommers wie winters, tagsüber und abends einen Besuch wert“, so Küsters, der im Sommer mit seiner Tochter hier vierblättrige Kleeblätter findet und im Winter rodelt.
Am besten gelangt man zur Halde Norddeutschland über die Geldernsche Straße, hier gibt es einen kostenlosen Parkplatz und den Zugang zur Himmelsleiter. Ein Hinweisschild informiert über das 13 Kilometer lange Wanderwegenetz, das rund um und im seichten Ansteig auf die Halde führt. Weitere Infos unter www.neukirchen-vluyn.de.
Nina Meyer
Teil 5: Gletscher prägten die Sonsbecker Schweiz
SONSBECK. Die NN suchten schöne Orte am Niederrhein, um diese als Ausflugsziele in den Sommerferien vorzustellen. Maximilian Bittner aus Sonsbeck empfiehlt die Sonsbecker Schweiz mit dem Geologischen Lehrpfad. Glaubt man alten Überlieferungen, hat der Teufel auf seinem Weg nach Aachen seine Holzschuhe abgestreift und damit große „Klompen“ hinterlassen, Hügel, die man heute „Sonsbecker Schweiz“ nennt. Naturwissenschaftler wissen, dass das Gebiet vor rund 250.000 Jahren durch die Eiszeit entstanden ist - zusammengeschobene Stauchmoränen bilden heute noch den halbkreisförmigen Höhenrücken.

Maximilian Bittner erklärt: „Die Eismassen kamen von Skandinavien und waren beim Erreichen am Niederrhein noch etwa 100 Meter dick.“ Der sogenannte Saale-Gletscher sorgte für ein verändertes Landschaftsbild am Niederrhein. In diesem Gebiet, das gut 50 Meter über Sonsbeck hinausragt, legte der Heimat- und Verkehrsverein in Zusammenarbeit mit dem Kommunalverband Ruhrgebiet und mit Unterstützung des Geologischen Dienstes NRW, Krefeld und der Gemeinde Sonsbeck einen geologischen Wanderweg an. Der 1,5 Kilometer lange Pfad beginnt am Römerturm am Dassendaler Weg und führt leicht bergan über den Bögelschen Weg zum Aussichtsturm auf dem Dürsberg. Wer 154 Stufen erklimmt, kann in 100 Metern Höhe den herrlichen Ausblick über das niederrheinische Tiefland und den bogenförmigen Höhenrücken genießen.
Unterwegs können sich die Wanderer an sechs Stationen über die Entstehung, Vegetation, Tier- und Pflanzenwelt informieren. Sehr anschaulich vereinen sich Heimat- und Naturkunde auf dem spannenden Erlebnispfad. Zum Beispiel erfährt der Leser vom „Wal von Kervenheim“ - sein sechseinhalb Meter langes Skelett (alleine der Kopf ist zwei Meter lang) wurde 1987 in einer Kiesgrube in Kervenheim gefunden. Der Wal muss vor rund 10 Millionen Jahren hier gelebt haben, 200 Haifischzähne wurden in unmittelbarer Nähe gefunden, die Haie haben sich an dem Kadaver zu schaffen gemacht, wie noch zu sehen ist. Inzwischen ist das Tier präpariert und im Geologischen Landesamt in Krefeld zu sehen. Dass das Skelett unversehrt gefunden wurde, liegt daran, dass die Eismassen die Schichten mit dem Skelett vor 250.000 Jahren aus fast 40 Metern Tiefe bis nahe an die heutige Erdoberfläche pressten. Zwar nicht so aufsehenerregende Funde, jedoch Relikte aus der Eiszeit, wie Findlinge und rund geschliffene Kieselsteine findet jeder am Wegesrand.
Maximilian Bittner empfiehlt den Ausflug als vier Kilometer langen Rundweg. Vom Aussichtsturm gelangt man über den Bögelschen Weg zu einem Plateau. „Hier ist die beste Stelle, von der man die Stauchmoräne sehen kann“, macht der Sonsbecker aufmerksam. Weiter geht‘s über den Dassendaler Weg bis zum Blauhaus, links ab zur tiefen Talschlucht. Von beiden Seiten wird sie von Böschungen eingegrenzt - Bäume und Sträucher bilden ein schattiges Laubgewölbe. Das richtige Ambiente für Abenteuergeschichten! Wer ganz still ist, kann vom nahen Biotop die Nachtigallen singen hören.
Lorelies Christian
Teil 6: Gibt es etwas Schöneres?
KEVELAER. Die NN suchen in ihrer Sommerserie 2011 die schönsten Orte am Niederrhein. Marianne Heutgens aus Kevelaer kennt einen und stellt ihn vor. „Für mich ist der Kreuzweg in Kevelaer ein Kleinod“ sagt sie.
Die Niederrhein Nachrichten treffen Marianne Heutgens am Beginn des großen Kreuzwegs gegenüber dem Klarissenkloster an der Twistedener Straße. Nur wenige Minuten vom Kevelaerer Zentrum entfernt, ist hier nichts mehr von geschäftigen Treiben der Innenstadt zu spüren. „Eine grüne Oase mitten in der Stadt“, sagt Marianne Heutgens. Schon nach wenigen Schritten umfängt den Besucher eine wohltuende Stille. Die Vögel zwitschern, immer wieder blitzt der blaue Himmel hervor zwischen den großen, alten Bäumen, die bedächtig rauschen. Automatisch verlangsamt sich das Tempo der wenigen Spaziergänger, die Gespräche werden leiser und intensiver. „Gibt es etwas Schöneres als den Kreuzweg?“ fragt Marianne Heutgens aus tiefster Überzeugung.
„Hier können wir loslassen und zu uns kommen“, weiß sie. „Doch ich glaube, dass viele ihn gar nicht kennen.“ Häufig nutzt die gebürtige Kevelaererin selbst diese Möglichkeit, bei einem Kreuzweg-Spaziergang über die Dinge des Lebens nachzudenken und mit sich ins Reine zu kommen. In schweren Lebenssituationen findet sie hier Trost. Sie liebt es, dabei den Wechsel der Jahreszeiten zu erleben und stapft selbst durch tiefen Schnee die breiten Pfade entlang. Der Kreuzweg mit seinem Alleecharakter beginnt gegenüber dem Klarissenkloster und führt den Weg am Friedhof entlang bis zur Schutzmantelmadonna im Marienpark. Dieses Denkmal soll auch die Erinnerung an die Gefallenen beider Weltkriege wachhalten.
Die 15 Kreuzwegstationen sind Stiftungen großer Prozessionen oder einzelner Wohltäter. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie teilweise zerstört und später von kirchlichen Verbänden der Marienstadt wiederaufgebaut. Pilger und einzelne Pilgergruppen haben dafür auch große Beträge gespendet. Von 2009 bis 2010 wurde der große Kreuzweg für rund 600.000 Euro saniert. Schäden an den Figuren und altersbedingte Schäden an den Kapellchen, die die Kreuzwegstationen beherbergen, dabei behoben. Die Sanierung ist noch nicht beendet. Spenden sind willkommen.
Kerstin Kahrl
Teil 7: Romantisches Idyll nicht nur für Brautpaare
STRAELEN. Langsam bricht die Morgensonne durch die dichten Baumkronen, Vögel zwitschern, die ersten Jogger drehen ihre Runden und ein freundliches „Hallo“ wird ausgetauscht. „Die Spaziergänge am frühen Morgen liebe ich ganz besonders“, sagt Petra Schmitz. Mit ihrem Hund Paul durchquert die Straelenerin täglich das Waldgebiet Paesmühle im Tal der Sieben Quellen in Straelen. „Ein wunderschöner Ort zu jeder Jahreszeit“, findet sie und gibt ihren Ausflugstipp gerne für die NN-Sommerserie „Schöne Orte am Niederrhein“ preis.

Das Wald- und Naherholungsgebiet „Paesmühle“ liegt an der Bundesstraße 221 zwischen Straelen und Broekhuysen. Naturnahe Laubwälder, Quellen und Bäche zeichnen das Gebiet aus, in dem Erholungssuchende, Naturfreunde, Sportler und Familien ganz auf ihre Kosten kommen. „Die Stadt Straelen pflegt das Areal und bewahrt es in seiner Ursprünglichkeit“, sagt Petra Schmitz. Ganz in der Nähe des Tals der Sieben Quellen ist sie aufgewachsen und verbindet viele Erinnerungen mit diesem Fleck Erde. „Als kleines Kind war ich hier regelmäßig mit meinen Eltern spazieren, mit meiner Handball-Mannschaft habe ich beim Ausdauertraining im Wald geschwitzt und auch an das erste Treffen mit meinem ersten Freund in Paesmühle erinnere ich mich noch gut.“ Auch mit ihren Kindern hat Petra Schmitz immer viel Zeit in Paesmühle verbracht, denn ganz besonders gut eignet sich das ausgedehnte Waldgebiet als Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Neben einem verwunschenen Spielplatz mit stabilen Spielgeräten aus Holz haben die Stadt Straelen und das Forstamt Kleve rund um den Paesmühlenteich einen Waldlehr- und Erlebnispfad angelegt. Mithilfe eines Fragenkataloges, der im Internet unter www.straelen.de zum Download bereit steht, gilt es für die Kinder an verschiedenen, markierten Stationen Aufgaben zu lösen und den Wald spielerisch zu erleben. Ergänzt wird der Pfad durch Walderlebniselemente wie ein Baumtelefon, Klanghölzer, den Tierweitsprung und die Holzartenbestimmung. „Für Kindergeburtstage eignet sich Paesmühle perfekt“, weiß Petra Schmitz aus Erfahrung.
Aber auch an den schönen Bräuten, die sich mit ihren frisch angetrauten Ehegatten am Paesmühlenweiher fotografieren lassen, erfreut sich die Straelenerin bei ihren Spaziergängen gerne. Seit einigen Jahren bietet die Stadt Straelen in der „Hochzeitskapelle“ die Möglichkeit zur standesamtlichen Trauung und immer mehr Hochzeitspaare lassen sich von der romantischen Atmosphäre an den Sieben Quellen verzaubern. Ein kleiner, liebevoll angelegter Bauerngarten, umrahmt von einer hohen Hecke, bildet gemeinsam mit der hübschen, weißen Kapelle den Rahmen für die standesamtlichen Trauungen. Und auch Petra Schmitz ist sich sicher: Wäre sie noch nicht verheiratet, würde sie sich auf jeden Fall hier das Ja-Wort geben.
Dreimal täglich ist sie mit ihrem Hund Paul in den Wäldern und Wiesen rund um Straelen unterwegs, meistens in Paesmühle. „Wer etwas mehr Zeit hat, kann seinen Weg über die Wiesen zum Hangmoor Damerbruch fortsetzen – ein wunderschönes und interessantes Naturschutzgebiet, in dem man viele Tiere beobachten kann“, empfiehlt Petra Schmitz. „Besonders am Abend ist es dort sehr ruhig und man kann die Idylle richtig genießen.“ Aber auch in Paesmühle fühlen sich viele Tiere heimisch. Neben den vielen Vogelarten und den Fischen im Paesmühlenteich laufen einem bislang Kaninchen über den Weg und auch Rehe hat Petra Schmitz schon entdeckt. Besonders angetan haben es ihr aber das stolze Nilganspaar, das mit seinen drei Küken gemächlich seine Kreise über den Weiher zieht.
Andrea Kempkens
Teil 8: Mit dem Altarstein „getürmt“
BIMMEN. Ganz im Westen der Stadt Kleve, nur wenige Kilometer von den Niederlanden entfernt, liegt direkt hinter dem Deich die beschauliche Ortschaft Bimmen, erstmals 891/892 erwähnt als „Binbinna“ im Lorscher Kodex. Im Mittelpunkt der knapp 160-Seelen-Gemeinde befindet sich die aus Ziegel- und Tuffsteinen gemauerte Dorfkirche St. Martinus. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1242, als hier ein gewisser Arnoldus de Bimmene als Geistlicher wirkte.
Einer, der sich hier besonders gut auskennt, ist der Architekt Franz-Josef Killewald. Vor drei Jahren hat er eine Chronik herausgegeben, in der er die Geschichte der Kirche bis ins kleinste Detail festgehalten hat. „Ich hatte beruflich mit dem Gebäude zu tun und bin dabei im Gebälk auf Hinweise gestoßen, die eine Erweiterung der Kirche dokumentierten“, erklärt der heute 68-Jährige, wie sein Interesse geweckt wurde. Das war Ende der 1970er Jahre. Seit dieser Zeit sammelt Killewald alles, was mit der Kirche und der Geschichte seines Heimatortes zu tun hat. Seine Quellen reichen von dem Urkataster aus 1691/92 über Briefe verschiedener Pastöre bis hin zu Lieferscheinen, Urkunden oder Rechnungen, die mit St. Martinus in Verbindung stehen. Immer wieder besuchte er Archive und übte sich darin, die Handschriften zu entziffern. Sämtliche Stiftungen, die zu Gunsten der Kirche eingesetzt wurden, hat er verzeichnet und das Inventar nicht nur aufgelistet, sondern auch Herkunft und Bedeutung festgehalten. Auf sich selbst angewiesen war Killewald, wenn es darum ging, aus Mauern, Dachstuhl und Fundamenten die einzelnen Bauphasen abzulesen.
So stieß er unter anderem auf eine Erweiterung der Kirche, die um 1793 durchgeführt wurde. „Bezahlt wurde dieser Anbau zum größten Teil von den Katholiken aus Millingen“, weiß Killewald. Die mussten nämlich von 1620 an über die Grenze gehen, wenn sie eine Messe besuchen wollten. Ihr Pastor war zum Protestantismus übergetreten. Also blieb denjenigen, die ihre Konfession nicht wechseln wollten, nichts anderes übrig, als den Weg ins benachbarte Bimmen anzutreten. „Man hat damals täglich mehrere Gottesdienste abhalten müssen, um allen Gläubigen die Teilnahme an der Heiligen Messe zu ermöglichen“, erklärt Killewald. Dennoch mussten viele draußen ausharren, weil die kleine Dorfkirche an ihre räumlichen Grenzen stieß - und zwar im Sommer wie auch im Winter. Der Anbau kam allerdings viel zu spät. Bereits ein Jahr später, im Jahr 1794, bekamen die Millinger nach 175 Jahren „Übergangslösung“ ihre Religionsfreiheit zurück.
Auch auf Kurioses stieß Killewald im Zuge seiner Nachforschungen. Im Archiv in Arnheim fand er zum Beispiel ein von mehreren Zeugen unterzeichnetes Protokoll, in dem es um eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen zwei Geistlichen im Jahr 1685 ging. „Es endete damit, dass einer der beiden mit dem Altarstein über den Friedhof getürmt ist.“ Der „Dieb“ konnte aber von den Bimmenern aufgehalten werden. Auch stieß der Architekt während Bauarbeiten auf mehrere Gruften. „In und um St. Martinus gibt es viel zu entdecken“, wirbt Killewald für einen Besuch seines Heimatortes. So wird etwa die Heynemann-Orgel von 1778/80 heute noch gespielt. Auch ein Blick auf den aufwändig sanierten Barockaltar mit eingebautem Drehtabernakel aus dem Jahr 1708 lohne sich. „Einmalig am Niederrhein“, weiß Killewald. Direkt neben der Kirche befindet sich, im Schatten einer mehrere hundert Jahre alten Linde, der kleine Friedhof. Den Besuch der Marienkapelle in unmittelbarer Nähe der Kirche, empfiehlt er in den Morgenstunden. „Dann taucht die Sonne den Raum für eine halbe Stunde lang in diffuses rotes Licht“, weiß er. Auch ein Abstecher zum etwas außerhalb gelegenen Wegekreuz biete sich an. Oder ein Spaziergang über den Deich. „Bimmen ist der letzte Ort auf deutscher Seite, der direkt am Rhein liegt.“ Die Natur liebt der Hobbyfotograf nämlich auch. Und die sei in dieser Gegend besonders schön.
Verena Schade
Teil 9: Idylle pur entlang der Boxteler Bahn
XANTEN. Rings um ihren Hof nur weite Felder, Wald und hohe Eichenbäume. Hier kann Maria Kamperdick-Voß die Spitzen des Xantener Doms hinten am Horizont erkennen. In Ursel ist alles naturbelassen, ruhig mit beruhigendem Vogelzwitschern untermalt. Idylle pur.
Kaum vorstellbar, dass direkt an ihrem landwirtschaftlichen Betrieb vorbei einst eine Eisenbahn ratterte auf einer Strecke, die international bedeutsam war und als die schnellste Ost-West-Verbindung von Boxtel in den Niederlanden bis nach St. Petersburg galt.
Diese historische Bahntrasse, die Boxteler Bahn, bekommt allmählich eine neue Aufmerksamkeit. Auf deutscher wie auf niederländischer Seite soll sie nun endlich touristisch vermarktet werden. Maria und ihr Ehemann Heinrich Kamperdick-Voß wissen längst, wie schön es hier ist. Und dass es Radfahrer künftig nicht bereuen werden, dieses Fleckchen Erde zu genießen. Genau das ist der Grund, weshalb die Landwirtin ihren Wesendonkshof in der Bauernschaft Ursel bei Xanten für einen der „Schönen Orte“ hält. Und die NN-Sommeraktion mit einem weiteren Ausflugstipp bereichert.
„Hier gibt‘s Bauerngärten, Streuobstwiesen und quer durch Ursel ganz nah an der Boxteler Bahn verteilen sich vier verschiedene Campingplätze“, erzählt sie. Gerade für Familien ist dieser Ort ein beliebtes Ferienziel.Auch die Reiter haben die ehemalige Bahntrasse bereits für sich entdeckt. Wenn bald die Strecke zum Radweg ausgebaut werden soll, lässt es sich noch angenehmer aus historischen Pfaden wandeln.
Einziger Wermutstropfen: „Viele Bäume werden dafür wohl abgeholzt werden müssen“, bedauert Maria Kamperdick-Voß. Ihr ganzes Leben lebt sie schon auf dem Wesendonkshof. Ihr Mann ist seit fast 30 Jahren dabei. Mit drei Generationen bewohnen sie den landwirtschaftlichen Betrieb mit der Rinderzucht. Und an „Ursel“ hängt ihr Herz. „Viele Menschen finden es so schön hier. Wir haben das Glück, die Landschaft jeden Tag zu sehen!“ Der ursprüngliche Trakt des Wesendonkshofs ist denkmalgeschützt. „Er wurde im 19. Jahrhundert gebaut für die Arbeiter, die damals den Xantener Dom erbaut haben“, weiß sie. Insgesamt sechs solcher Hofstellen säumen die Boxteler Bahn. Teilweise noch erhalten sind auch die Bahnwärterhäuser, die eigens für die Höfe errichtet wurden. Fragmente von einem solchen 5x7 Meter kleinen Haus werden am Boxteler Bahn-Radweg dann zu sehen sein.
Der Ausbau der ehemaligen Boxteler Bahn-Strecke würde eine Lücke im Radwegenetz schließen. Die Kommunen, Sonbeck, Xanten und Uedem stimmen den Plänen zu. An der Finanzierung sind alle betroffenen Gemeinde aus deutscher und auf niederländischer Seite beteiligt. Eine Förderung der EU ist vorgesehen. Erste Hinweisschilder entlang des Boxteler Bahn-Radweges deuten bereits darauf hin, dass hier sanfter Tourismus betrieben wird.
Steffi Deckers
Teil 10: Kleinod im Diersfordter Wald
NIEDERRHEIN. Kirchen, Gärten und Kreuzwege. Am Niederrhein gibt es viele schöne Orte, die während der Ferien von NN-Lesern vorgestellt wurden. Zum Abschluss der Sommerserie präsentiert Gerda Preuth aus Emmerich ihren Lieblingsort. „Mein Favorit heißt das Schwarze Wasser im Diersfordter Wald“, schwärmt die 62-Jährige. „Man kann einen langen Spaziergang nur um den See machen und dabei viele Vogelarten entdecken. Auch Enten und Schwäne sind hier beheimatet.“
Aber das Schwarze Wasser hat auch seine Tücken. Schließlich handelt es sich dabei um einen Heideweiher in der Nähe von Wesel. Auf der späteiszeitlichen Rhein-Niederterrasse erstreckt sich das meist von Kiefernforsten bewachsene Sanddünengelände des Diersfordter Waldes. In seinem südöstlichen Teil liegt das Schwarze Wasser, eine vermutlich nach der letzten Eiszeit vom Wind aus dem Dünensand ausgeblasene, abflusslose Wanne mit einer undurchlässigen Schicht oberhalb des Grundwasserspiegels. „Die Wasserzufuhr erfolgt nur durch Regenwasser“, erklärt Gerda Preuth, die das Gewässer von Kinderbeinen an kennt. Schließlich wurde sie im benachbarten Bislich geboren. Schon immer hatte der Ort für sie etwas Besonderes. Hat sich doch hier im Laufe der Jahrtausende im Gewässer und am Ufer eine typische Heide-Moor-Pflanzenwelt, teilweise auf einer Torfschicht, entwickelt. Die aus dem Torf ausgewaschenen Stoffe sind Ursache für die braunschwarze Färbung des Wassers und somit Namensgeber des Gewässers. Der größte Heideweiher im Bereich des Unterern Niederrhein ist ein bedeutender Lebensraum für gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die sehr spezialisierte Ansprüche an ihren Lebensraum stellen und nur an nährstoffarmen Gewässern vorkommen können. Ein weiterer Grund dafür, dass es Gerda Preuth regelmäßig in das Naturschutzgebiet zieht: „Wenigstens einmal im Jahr komme ich mit meiner Familie hierher zum Entspannen.“ Nicht selten wird dazu der Picknickkorb mitgebracht. Doch zuvor geht es mit Kindern und Enkeln auf den 1,6 Kilometer langen Rundgweg. Dabei genießt die Emmericherin auch die Ruhe nahe ihrer alten Heimat: „Es sind meisten wenig Menschen hier, weil man nicht direkt mit dem Auto heranfahren kann.“ Dass ihre Familie darauf achtet, keinen Müll zu hinterlassen, versteht sich von selbst. Doch nicht jeder ist so sorgsam. In der Vergangenheit wurde das Gebiet durch die zahlreichen Besucher (unerlaubtes Baden, Trittschäden im Moorbereich) stark in Mitleidenschaft gezogen. Seit den 90er-Jahren haben aber gezielte Besucherlenkungsmaßnahmen zu einer erheblichen Verbesserung der Situation geführt.
Gerda Preuth hat auch noch einen Geheimtipp für alle, die sich nicht mit Proviant eingedeckt haben: „Vom See aus kann man zum Schluss auch noch einem Abstecher zum Landgasthof Mutterbusch unternehmen und sich mit einer Tasse Kaffee und einem Stück selbstgebackenen Kuchen stärken.“
Und was macht die 62-Jährige, wenn sie nicht im Diersforder Wald spaziert? „Ich bin ein Naturmensch“, versichert sie. „Wandern und Radfahren sind meine Hobbys. Aber ich bastele auch gerne und koche Marmelade ein.“
Christian Schmithuysen
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