Die Romantik nach der Rache

KLEVE. Wenn es in Kleve am 26. August „n.n. theater“ gibt, hat das mit dieser Zeitung zunächst einmal nichts zu tun. Die Kölner Truppe gehört längst zu den gern gesehenen Gästen im Klever Sommer und kommt in diesem Jahr mit Eichendorffs „Taugenichts“.
Romantik pur also - zumindest, was die Epoche angeht. Der Grund für die Wahl des Taugenichts ist schnell erklärt: „Das am häufigsten gebrauchte Wort in den vergangenen Produktionen des n.n. theaters war Rache“, erinnert sich Ensemblemitglied Didi Jünemann, der übrigens - lang ist’s her - die eine Hälfte des Duos „laut und lästig“ war.
Der Taugenichts ist, so Jünemann, eine dramaturgische Katastrophe. Jünemann spricht nicht von der Bearbeitung des n.n. theaters, sondern vom Original. In Kleve wird das Stück „aufgepeppt“ daherkommen. „Wir haben viel Musik dabei, und die Schauspieler müssen teils von jetzt auf gleich von der Sprechrolle zum Gesang wechseln“, erklärt Jünemann. Wir setzen auf eine große Bilderwelt und viel Musik“. so Jünemann weiter. Kenner des n.n. theaters wissen, dass mit relativ einfachen Kulissen große Wirkung erzielt werden. „Bei uns läuft das anders als im Film. Im Kino wird alles zu Bildern, bei uns spielt sich viel auch im Kopf des Publikums ab.“
Gezeigt wird die Produktion im Innenhof der Schwanenburg, der überdacht sein wird, damit das Wetter keinen Strich durch die Theaterrechnung machen kann.
Heiner Frost

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