Irgendwo überm Regenbogen

GELDERN. In ein Land „Somewhere over the Rainbow“ verwandeln zurzeit Schüler der Gelderner Liebfrauenschule ihre Aula. Hier herrscht geschäftiges Treiben, denn bis zur Generalprobe am Freitag, 12. März, muss alles fertig sein. Dann bringen 120 Schüler des Beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschule die Geschichte vom „Zauberer von Oz“ frei nach L. Frank Baum als Musicalproduktion auf die Bühne.
In der Verfilmung des „Wizard of Oz“ von 1939 trägt Judy Garland die legendären roten Pailetten-Pumps. In der Inszenierung des Berufskollegs sind es lange rote Handschuhe, mit denen Katrin Heilen in die Hauptrolle der Dorothee schlüpft. Mit kleinen und größeren Variationen wie dieser haben die Abiturienten ihre ganz eigene moderne Adaption geschaffen. Die mehr als 100 Jahre alte Vorlage wurde aufgepeppt und zeitgenössisch verfremdet, so dass man getrost sagen darf: So einen „Zauberer von Oz“ hat das Gelderland noch nicht gesehen.
Da rappen Dorothees Gefährten Strohmann (Sarah Kattendahl-Biedemann), Blechmann (Pia Gerads) und Löwe (Kirstin Harmsen) wie Peter Fox und verschwören sich zur „Abrissbirne in der Hexenszene“. Eine Horde kahlköpfiger „Drum Gnomes“ sorgt für den richtigen Rhythmus. Weil sich beispielsweise Nicole Watzlawcyk und Eva Stenmans im großen Hauptrollencasting gleich gut bewährten, treiben nun zwei Hexenschwestern in dem Stück ihr Unwesen. Und der Zauberer von Oz (Dunja Himmels) bringt auch gleich sein Double (Karolin Roeling) mit.
60 Schauspieler, 15 Musiker und knapp 50 Mitwirkende hinter der Bühne für Kostüme, Maske und Bühnenbild sowie fünf Lehrer arbeiten seit September an dem Spektakel, das es in dieser Größenordnung sogar an der theaterbegeisterten Liebfrauenschule noch nicht gab. Idee und Stückauswahl gehen zurück auf Lehrer Guido Niermann. „Das Stück passt einfach gut zu den Leuten, die sich angemeldet haben“, erzählt er. Wichtig war ihm auch, dass die Schüler am gesamten Entstehungsprozess beteiligt waren. So liegt die Verantwortung für die fantasievollen und größtenteils selbst gefertigten Kostüme bei Jana Sadowski Cavichiolo. Mona Hagmans und Manuela Apitzsch sind zuständig für die Maske und auch die Choreografie entstand in Eigenregie. Niermann ist zufrieden: „Unser Ziel war es, unterhaltsames Theater zu machen. Das schafft man aber nur, wenn die Leute so begeistert mitarbeiten.“
Eine Woche vor der Generalprobe waren daher auch alle Beteiligten vom Schulunterricht befreit und machten die Aula zu ihrer zweiten Heimat. Jetzt fiebern sie den sechs Aufführungen entgegen. Premiere feiert das Stück am Samstag, 13. März. Die weiteren Aufführungen sind am 14., 15., 18., 19. und 20. März. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Das Musical richtet sich an Jugendliche und ist erst für Kinder ab zehn Jahren geeignet. Karten gibt es in der Schule, Telefon 02831/93070, sowie in den Buchhandlungen Keuck in Geldern und Aengenheyster in Kevelaer. Schüler zahlen fünf Euro im Vorverkauf und sieben Euro an der Abendkasse, Erwachsene sieben beziehungsweise neun Euro. Niermann und sein Ensemble hoffen, so auch die Produktionskosten in Höhe von 6.000 Euro wieder einzuspielen.
Nina Meyer

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