Maximilian gibt Gas
NIEUKERK. Es muss am Namen liegen: Gleich drei Maximilians gehörten zum vierköpfigen „Daytona-Racing-Team“, das bei den Indoorkart-Weltmeisterschaften im belgischen Eupen nun die Vize-Weltmeisterschaft, fünf Pokale und 17 Medaillen abräumte. Einer von ihnen ist der 15-jährige Maximilian Barth aus Nieukerk. Erst seit zwei Jahren nimmt der Nachwuchs-Fahrer an nationalen und internationalen Rennen teil. Mit der Vizeweltmeisterschaft im Team und dem 3. Platz bei der Einzel-Juniorenwertung feierte er nun seine bislang größten Siege.
Viel knapper hätte es nicht sein können. Gerade mal 0,15 Sekunden fehlten Maximilian Barth und seinen Teamkollegen zum Weltmeistertitel. 188 Fahrer aus 18 Ländern trafen sich Ende Juli in Eupen bei Aachen, um die Hallenkartsportmeisterschaften auszufahren. Sechs spannende Tage lang drehte sich hier alles um Qualifizierungen, Fahrerwechsel und schnellstmögliche Zeiten. Der Preis für Maximilians erste Weltmeisterschaft waren Blasen an den Händen, die Belohnung fünf Medaillen und ein Pokal. Besonders stolz ist der Schüler des Friedrich-Spee-Gymnasiums in Geldern auf das Ergebnis des Wertungslaufs. Hier ließ er den amtierenden Weltmeister Kenny Geldhof hinter sich. Zum Indoorkart-Sport kam Maximilian in der vierten Klasse. Als Belohnung fürs gute Schulzeugnis luden ihn seine Eltern Kirsten und Marco nach Weeze auf die Kartbahn ein und weckten damit eine große Leidenschaft. Das Kinder-Kart-Training in Weeze reichte bald nicht mehr aus, Maximilian wechselte zum Verein AC Oberhausen. Heute fährt er für den MCS Blau-Gelb Essen und hat in dem Betreiber der Daytona-Kartbahn einen soliden Sponsor gefunden.
Neuneinhalb PS und 270 Kubik hat sein Kart, 80 km/h bringt das motorisierte Fliegengewicht auf die Piste. „Es ist das Kribbeln im Bauch, wenn man gerade mal zwei Zentimeter über dem Boden sitzt und mit 80 km/h durch die Gegend fährt“, schwärmt Maximilian. Adrenalin pur. Und das Kart liefert den richtigen Sound dazu. Doch es fordert seinen Fahrer auch. Federungen sucht man am Fahrgestell vergebens. Ausdauer und Konzentration sind Voraussetzung. „Jede Kurve muss man anvisieren, Scheitel- und Bremspunkt genau treffen. Dann muss ich entscheiden, wann ich wieder Gas gebe, und ich darf nicht zu schnell sein“, erklärt er.
Eine Portion Glück braucht es auch. Einen Unfall hat der 15-Jährige bereits hinter sich. Beim Überholen ist einmal ein anderer Fahrer auf ihn drauf gefahren, Maximilians Kart eckte daraufhin an der Bande an ud die Streckenbegrenzung knallte auf seinen linken Oberarm. Gebrochen war zwar nichts, aber die Wunde musste mit 25 Stichen genäht werden. Die Narbe erinnert ihn noch heute an diesen Trainingstag in Oberhausen. Seine Eltern wissen, dass er ein souveräner Fahrer ist. „Darum können wir gut damit umgehen. Außerdem wird Fairness in dem Sport ganz groß geschrieben“, sagt Mutter Kirsten. Maximilian hat auf jeden Fall weitere Ambitionen; Tourenwagen-Rennen findet er auch interessant. Mit seinem Teamkollegen Max Beer fährt er seit diesem Jahr Auto-Slalom. „Vielleicht mache ich mein Hobby ja irgendwann zum Beruf“, sagt er.
Nach den Sommerferien kommt Maximilian in die 10. Klasse. In seiner Freizeit spielt er gerne Gitarre und Schlagzeug, liebt Metall und Hard Rock, wäre gerne mal in Wacken dabei - das passt dann lautstärkemäßig wieder zum Motorsport.
Nina Meyer

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