Wie sehen Feministinnen das männliche Gottesbild?

XANTEN. Frauen haben oft eine andere Sichtweise als Männer - das offenbart sich auch bei der Auslegung von Bibeltexten. Die Feministische Theologie bringt die Reflexion über den Gott der christlichen Offenbarung ins Gespräch mit der Lebenswirklichkeit von Frauen.

Hans-Joachim Wefers, Superintendent des Kirchenkreises Kleve und Xantener Gemeindepfarrer stimmte der Präsentation des „Hörstuhls Feministische Theologie“ in der Evangelischen Kirche Xanten zu, um „spezifische Erkenntnisse der ferministischen Theologie ins Gespräch zu bringen und neuere theologische Einsichten, die von Frauen gewonnen wurden, bekannt zu machen.“


Dabei sollen Männer keinesfalls ausgegrenzt werden. „Die Grenzen sind nicht mehr ganz so scharf“, erklärte Dr. theol. Rose Wecker, Vorsitzende des Ausschusses für Frauenfragen im Kirchenkreis Kleve, im Pressegespräch und erläutert: „Die Frauenbefreiende Theologie bringt Geschlechterverhältnisse zur Sprache und erörtert zum Beispiel auch die Frage ,Wie kann ich zu Gott beten, auch wenn ich Gewalterfahrungen machen musste’. Die Texte, die im Hörstuhl vorgelesen werden, stammen zum Teil aus der ,Bibel in gerechter Sprache’, das Glaubensbenntnis ist auch im Evangelischen Gesangsbuch abgedruckt.“


„Theologie ist ein Themenbereich, der schwierig ist, den Menschen nahe zu bringen“, weiß Pfarrer Wefers aus Erfahrung, doch er hält es für sehr spannend, das eigene Gottesbild, das meist aus traditionellen Ansichten entstanden ist, zu überdenken und die spezielle Sichtweise von Frauen zu überdenken in der Auseinandersetzung mit theologischen Texten. „Schaut man genauer hin, liest man auch von Jüngerinnen Jesu und findet viele Frauen in Leitungsfunktionen in der frühchristlichen Kirche“, erinnert Pfarrer Wefers an die Rolle von Frauen, die oft unterschätzt wurde und wird.
Die Konferenz Kreiskirchlicher Frauenbeauftragter präsentierte erstmals zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln 2007 den „Hörstuhl Feministische Theologie“ - eine Kunstinstallation. Wie im Strandkorb können sich Besucherinnen und Besucher darin niederlassen und aus einer Auswahl von 42 Stücken per Fernbedienung Lieder, Psalme, Gebete und Texte auswählen und in Ruhe anhören.


Am Samstag, 13. März um 11 Uhr wird die Theologische Referentin des Frauenreferats der Evangelischen Kirche im Rheinland, Irene Diller, im Rahmen einer Matinee einen einleitenden Vortrag halten. Bis zum 17. April kann jeder, der möchte, zu den Öffnungszeiten die Evangelische Kirche am Markt besuchen und sich im Hörstuhl von der Feministischen Theologie inspirieren lassen.

INFO
Die Evangelische Kirche Xanten ist geöffnet montags von 15 bis 17 Uhr, donnerstag von 10 bis 12 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr und sonntags nach dem Gottesdienst bis 13 Uhr;
Interessierte Gruppen können einen Besuchstermin mit begleitendem Vortrag vereinbaren mit Dr. theol. Rose Wecker, 02823/928 8460 oder Pfarrerin Elisabeth Schell, 02821/453 031
Nach dem 20. April wird der „Hörstuhl Feministische Theologie“ in der Kleinen Kirche an der Böllenstege in Kleve aufgestellt


Lorelies Christian




 
 





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