Zeckenalarm im Winter
NIEDERRHEIN. Winterwetter kommt normalerweise mit Eis und Schnee daher - doch zurzeit erleben wir fast schon Frühlingstemperaturen. Während sich Hausbesitzer über geringere Heizkosten freuen, sorgt das Klima schon für einige Irritationen in der Natur. Berufsjäger Christian Pfeifer aus Alpen hat bereits Frischlinge im Wald entdeckt.
„Die Wildschweine sind rauschig, ihr Bio-Rhythmus ist durch die hohen Temperaturen durcheinander und sie bekommen jetzt schon Nachwuchs. Sollte allerdings noch einmal starker Frost kommen, haben die Frischlinge keine Überlebenschance“, erklärt Christian Pfeifer. Auch die Bäume haben sich noch nicht recht auf frostige Temperaturen eingestellt. „Normalerweise verholzen ihre Knospen, sozusagen als Frostschutz“, erläutert Pfeifer und weiter „doch dieser Vorgang ist noch nicht abgeschlossen. Dadurch werden sie früher ausschlagen und ein Frost im März würde zum Absterben der neuen Triebe führen. Dann müssen wir bis August warten, bis sich neue Triebe bilden - die Jahreszuwächse sind dadurch geringer.“
Nach dem Schock im vergangenen Jahr, als nach sommerlichen Temperaturen im April am 2. Mai der Frost einen Rückschlag brachte, folgte ein sogenanntes „Mastjahr“. Eichen und Buchen produzierten extrem viele Früchte und davon profitieren auch jetzt noch die Waldtiere, die genügend Eicheln und Bucheckern vorfinden. Sehr zufriedenstellend fällt auch die Beute der Jäger aus. „Die Fasane und Enten sind sehr fett“, berichtet Jäger Pfeifer.
Ein anderes Phänomen beobachtet Alfed Nimphius von der Kreisjägerschaft Wesel. „Ein totes Reh ist oft übersät mit Zecken. Man muss vorsichtig sein, wenn man das Tier anfasst, weil die Zecken gerne überspringen und sich einen neuen Wirt suchen“, weist Nimphius hin.
Zecken im Winter? „Bei Temperaturen über 7 Grad sind die Zecken aktiv. Wer einen Waldspaziergang macht, sollte sich vorsehen und auch Hunde nach einem Ausflug durchs Gebüsch absuchen. Ich selbst entferne bei meinem Hund auch regelmäßig mehrere Zecken, wenn wir aus dem Wald heimkehren“, warnt auch Christian Pfeifer.
Ob es zu einer Zeckenplage kommen kann, ist noch nicht abzusehen. Der Winter ist noch nicht vorbei, starker Frost kann zum Absterben von Ungeziefer führen
Lorelies Christian
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