Botschafter der Region
NIEDERRHEIN. Sie sollen einfühlsam, aufgeschlossen, sensibel und kontaktfreudig sein, die neuen „Botschafter“ für Goch, Kevelaer, Uedem und Weeze. Genau wie in der Marienstadt besteht in den drei anderen genannten Kommunen ein wachsender Bedarf an Gästeführern, entdecken doch immer mehr Touristen den Niederrhein als Ziel für Kurzurlaube.
Die Volkshochschule (VHS) Goch, Kevelaer, Uedem, Weeze und die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft der Stadt Kevelaer bieten erstmals das Basisseminar „Niederrhein-Gästeführer/in“ an, um den gestiegenen Bedarf zu decken. Bis zu zwölf Teilnehmer können sich im März in der umfassenden, 28stündigen Einheit in Kevelaer ausbilden lassen. Mehr Teilnehmer werden nicht zugelassen, denn die Veranstalter wollen Qualität anbieten.
Dazu VHS-Leiter Theo Reintjes: „Wir haben uns gefragt: Wie findet man die Menschen, die sich für diesen Beruf interessieren? Und sind so auf die Idee mit dem Seminar gekommen.“ Die beiden Partner, WFG Kevelaer, und Volkhochschule legen großen Wert auf die fundierte Ausbildung der Gästeführer-Anwärter. „Sie sind unsere Visitenkarten, Botschafter unserer Region.“ Gästeführer müssten sich einem Publikum stellen, das eine „kurzweilige ,Vorstellung“ aus Information und Unterhaltung erwarte. Der Job sei mehr Berufung als Beruf. Kevelaers Wirtschaftsförderin Ruth Keuken weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die „Niederrhein-Gästeführer/in“ aufgrund ihres saisonalen Einsatzes in Teilzeit arbeiten. Flexibilität sei Voraussetzung für ihren Engagement. Mehrsprachigkeit ist erwünscht. Auf dem Bereich „Kommunikation“ liegt ein Schwerpunkt der Ausbildung.
Außerdem stehen der Aufbau und Ablauf einer Führung, Führungstechniken, Führungsstile, der Umgang mit Gruppen, Präsentation, Sprechtechniken und das Thema ‚Konfliktmanagement‘ auf dem Stundenplan. Arbeits- und rechtliche Rahmenbedingungen werden ebenfalls behandelt. „Die Teilnehmer lernen zuerst die Basics, dann vertiefen sie ihre Ortskenntnisse. Sie werden nicht für den Einsatz in einem speziellen Ort ausgebildet.“ Erst nach Abschluss der Ausbildung, für die sie ein Zertifikat erhalten, entscheiden sie sich für eine Kommune. Das Gästeführer-Seminar beginnt mit einer Einführung durch Wirtschaftsförderin Ruth Keuken. Als Dozent für die Themen aus dem Bereich „Kommunikation“ konnte die VHS den erfahrenen Referenten Wolfgang Grimm aus Rheurdt gewinnen. Im Rahmen einer Kevelaer-Stadtführung wird Renate Wynants-Brocks, erfahrene Gästeführerin des Verkehrsvereins Kevelaer, den Teilnehmern sowohl einen praktischen Einblick in den Ablauf einer Führung wie auch Hintergrund-Informationen liefern. Die steuerlichen Fragen rund um die Selbstständigkeit wird ein Steuerberater beantworten.
Das Seminar soll Teilnehmer helfen zu erkennen, ist dieser Job etwas für mich oder nicht. Der ersten eigenen Führung geht eine begleitete Testführung voraus. Die Kursgebühr von 112 Euro kann durch einen Bildungsscheck oder durch eine Bildungsprämie gefördert werden. Berufstätige und Berufsrückkehrer können diese Förderung in Anspruch nehmen. Das Seminar in der Öffentlichen Begegnungsstätte Kevelaer beginnt am Freitag, 9. März, und geht über fünf Tage. Nähere Auskunft gibt es bei der Volkshochschule Goch-Kevelaer-Uedem-Weeze und bei der Wirtschaftsförderung Kevelaer.
Kerstin Kahrl

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