Live-Schaltung in den OP-Saal

Erster Wirbelsäulentag am St.-Willibrord-Spital Emmerich mit Übertragung eines Bandscheiben-Eingriffs

EMMERICH. Den Stellenwert seiner Fachklinik und des ganzen Hauses macht Jens Andreas mit einem Satz deutlich: „Wir haben in Emmerich die größte nicht-universitäre Wirbelsäulenchirurgie in ganz NRW“, sagt der Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie am St.-Willibrord-Spital. Über das Angebot informieren Andreas und seine Kollegen beim ersten Wirbelsäulentag am Samstag, 21. April, ab 10 Uhr. Das Besondere: Eine Bandscheiben-Operation wird live in die Cafeteria übertragen, wo Besucher sie verfolgen und Fragen stellen können.

Laden zum Wirbelsäulentag am Willibrord-Spital: (v. l.) Ärztlicher Direktor Dr. Jochen Heger, stellvertretender Pro-Homine-Geschäftsführer Karl-Ferdinand von Fürstenberg, Oberarzt Boy Visser und Chefarzt Jens Andreas.
NN-Foto: MB

Unter Jens Andreas als Chefarzt habe die Wirbelsäulenchirurgie in Emmerich „eine tolle Entwicklung“ genommen, blickt Karl-Ferdinand von Fürstenberg, stellvertretender Geschäftsführer der Pro Homine, zufrieden zurück. Es seien auch „tolle neue Impulse“ gesetzt worden: „Wir sind beispielsweise verstärkt eingestiegen in die minimalinvasiven Operationen.“ Eine solche wird nun am 21. April durchgeführt und live übertragen. In der Cafeterie informieren ab 10 Uhr zunächst die Oberärzte über Therapiemöglichkeiten bei Problemen mit der Wirbelsäule am Wirbelsäulenzentrums des Emmericher Spitals. „Ab 11 Uhr gibt es dann die Live-Schaltung in den OP-Saal“, sagt Andreas. Da es ein minimalinvasiver Eingriff ist, können auch Interessierte zuschauen, die kein Blut sehen können. Das Ganze solle zudem interaktiv ablaufen, Fragen der Besucher werden von den beiden Oberärzten und vom Operateur selbst, also Jens Andreas, direkt beantwortet. Letzterer steht ab 12 Uhr dann für weitere Fragen in der Cafeteria bereit.

Zum Hintergrund des Wirbelsäulentages erläutert der Chefarzt: „Wir haben in den Sprechstunden immer wieder festgestellt, dass die Patienten an diesem Thema sehr interessiert sind und gut informiert sein wollen.“ Außerdem wolle man zeigen, dass solche Eingriffe – sowohl minimalinvasiv als auch endoskopisch – „kein Hexenwerk sind, sondern Routine“. Rund 150.000 bis 200.000 Bandscheibenvorfälle werden laut Andreas jährlich diagnostiziert. Der Großteil werde konservativ, also ohne Eingriff behandelt. Auch hier sehen Andreas und von Fürstenberg das Spital sehr gut aufgestellt. Die multimodale Schmerztherapie richtet sich derweil an Patienten mit chronischen Schmerzen. „Es geht darum, ihnen Konzepte im Umgang und Verarbeitung von Schmerz aufzuzeigen“, erläutert Andreas. Dieses interdisziplinäre Konzept stoße auf großen Zuspruch, „wir haben mehr Anfragen, als wir abdecken können.“

Interdisziplinär soll auch der Wirbelsäulentag sein. „Wir werden nicht nur über die Bandscheiben-OP erzählen“, betont der Chefarzt. So stellen Physiotherapeuten beispielsweise die Physiotherapie als Möglichkeit der Prophylaxe vor. „Wir wollen unser Wirbelsäulenzentrum mit seinen neuen, modernen Angeboten und innovativen Konzepten vorstellen“, ergänzt von Fürstenberg.