Pedelecfahrer sind besonders gefährdet im Straßenverkehr

Rückgang von Verkehrsunfällen im Kreis Wesel in 2017 und weniger Verletzte sowie Tote, allerdings mehr verunglückte Pedelecfahrer

KREIS WESEL. Als durchweg positiv bezeichnete Landrat Dr. Ansgar Müller im Pressegespräch die Verkehrsbilanz 2017 für den Kreis Wesel. 15.940 Unfälle wurden 2017 angezeigt und damit 260 weniger als in 2016.

Landrat Dr. Müller hier im Gespräch mit Polizeihauptkommissarin Maren Schaten. NN-Foto: Theo Leie

Dabei kamen 1.479 Personen zu Schaden und 18 Menschen wurden getötet (2016 waren es 1.521 Personenschäden und 19 Tote). „Seit 16 Jahren gibt es im Kreis Wesel das Opferschutzkonzept. Speziell geschulte Kräfte überbringen den Angehörigen die Todesnachrichten. 40 Freiwillige gehören zu dem Bereitschaftsdienst, der rund um die Uhr ansprechbar ist, um Menschen in diesen schlimmen Situationen beizustehen“, erläuterte der Landrat.
In 158 Fällen waren Kinder in Verkehrsunfällen verwickelt und wurden häufig Opfer von Autofahrern, die beim Abbiegen nicht aufpassen oder die Vorfahrt nicht beachten. Gerade auf Schulwegen sind die Polizeibeamten häufig zur Absicherung im Einsatz. Verkehrsaufklärung und Präventionsmaßnahmen gehören zum täglichen Job, auch repressive Maßnahmen, wie das Ahnden beim Radfahren auf der falschen Fahrbahnseite, ohne Licht oder mit nicht ordnungsgemäß ausgestatteten Fahrrädern. „In jedem Jahr wiederhole ich diese Erklärungen“, war sich der Landrat bewusst und doch, die Probleme und das mangelnde Bewusstsein einiger Verkehrsteilnehmer ob der Gefahren durch Fehlverhalten sind seit Jahren gleich geblieben.
Neu ist der Fokus auf Pedelec-Fahrer, die zahlenmäßig immer mehr werden. Der dringende Appell der Polizei lautet: „Das Umsteigen von einem normalen Rad auf ein Pedelec ist mit Umgewöhnen auf schnellere Geschwindigkeiten und längeren Bremswegen verbunden, daher wird – besonders Senioren – unbedingt ein von uns angebotenes Training empfohlen!“ Es gebe zwar weniger verunglückte Radfahrer (479 statt 441 in 2016), doch mehr verunglückte Pedelecfahrer (68 statt 56 in 2016) mit 49 Leichtverletzten, 17 Schwerverletzten und zwei Toten.
Ein weiterer Appell lautet: Setzen sie einen Fahrradhelm auf! Sie sind einfach ungeliebt, dabei beim Mofa-Fahren Pflicht (gleiche Geschwindigkeit mit 25 Stundenkilometern wie ein Pedelec). Auch beim Skaten oder beim Skifahren gehört der Helm als Schutz zum Outfit.
Da nach Unfällen immer häufiger ermittelt wird, dass die Fahrer „abgelenkt“ waren, hat sich die Kreispolizei Wesel vorgenommen, verstärkt auf das Handyverbot am Steuer zu achten und Verstöße zu ahnden. Landrat Dr. Müller macht noch einmal deutlich: „Das Handy ist eine große Gefahr, wenn es im Straßenverkehr genutzt wird. Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden aufs Handy schaut, ist schon 30 Meter im Blindflug gefahren!“

Die Verkehrsunfallentwicklung in 2017
Alpen:
396 insgesamt (352 in 2016), mit 6 Schwerverletzten (12), 61 Leichtverletzten (45) und 2 Toten (0)
Rheinberg
902 insgesamt (952 in 2016), mit 12 Schwerverletzten (18), 87 Leichtverletzten (98) und 1 Toten (0)
Sonsbeck
270 insgesamt (274 in 2016) mit 10 Schwerverletzten (6), 23 Leichtverletzten (40) und 0 Toten (2)
Xanten
591 insgesamt (668) mit 11 Schwerverletzten (19), 64 Leichtverletzten (74) und 3 Toten (1)