Die Spannung steigt: In der kommenden Woche wird – inklusive der Generalprobe – noch dreimal geprobt. NN-Foto: Gerhard Seybert

GOCH. Heutzutage lebt man im Informationszeitalter – immer und überall ist es durch die neuen Medien möglich, sich über das Weltgeschehen und das, was vor der eigenen Haustür passiert, ein Bild zu machen. Doch ist das immer ein Segen? Diese Frage beleuchtet Wolfgang Nowak in seinem neuen Musical „Offline – Steh auf zum Leben“. Premiere hat es am kommenden Samstag, 3. März, 19.30 Uhr, in der Arnold-Janssen-Kirche, Voßheider Straße. Die zweite Vorstellung folgt am Sonntag, 4. März, 16 Uhr.

„Der Überfluss an Informationen überfordert bisweilen und man verliert die Orientierung“, sagt Nowak, „es fehlt ein Filter, der uns vor dem schützt, was uns nicht gut tut.“ Das Musical werbe für einen selbstbewussten Umgang mit den neuen Medien und sozialen Netzwerken und hinterfrage den „künstlich herbeigeführten Zwang, immer und überall erreichbar zu sein.“ Dabei behandelt Nowak das komplexe Thema nicht mit erhobenem Zeigefinger. Das Musical soll unterhalten und mit viel Witz die verschiedenen Facetten darstellen.

Im ersten Teil geht es daher um den gesellschaftlichen Aspekt; den Druck, den man sich mit der ständigen Erreichbarkeit selber macht. Druck, der oft schon im Kindergarten beginnt und sich in der Schule fortsetzt. Im zweiten Teil geht es um das Selbstverständnis der Kirche. „Sie könnte eine ganz neue Rolle übernehmen: Unseren Blick auf Gott lenken, der uns auch dann schätzt, wenn wir nicht ständig Leistung bringen“, sagt Nowak. Die Kirche tue sich immer noch schwer damit, offensiv für die eigene Botschaft zu werben.

18 Lieder – Arien, Popsongs, Balladen und Rap-Songs bis hin zu Chören – werden in 95 Minuten Musical zu hören sein. Mit den Proben wurde nach den Herbstferien begonnen. Ein Workshop auf dem Wolfsberg hat allen Beteilig­ten großen Spaß gemacht. Allerdings musste Wolfgang Nowak das Drehbuch noch einmal ändern – es ließ sich niemand finden, der die Rolle des Bischofs übernehmen wollte. So musste dessen Text auf die anderen Mitglieder des Projektchors verteilt werden. Und ein Mädchen wollte zunächst die ihm zugedachte Rolle nicht spielen – „das bin ja ganz genau ich“ war ihr Kommentar. Doch sie freundete sich schließlich mit ihrem Part an, wie Nowak berichtet. Der Spaß an der Schauspielerei hatte gesiegt. „Die Kinder und Jugendlichen spielen sehr authentisch“, weiß Nowak aus der Probenarbeit.

Vom Ergebnis können sich die Besucher dann am nächsten Wochenende überzeugen. GOCH.TV wird eine Aufführung mit Kameras begleiten und den Film später auf der Homepage (www.goch.tv) hochladen. Auch eine Audio-Aufnahme vom Musical wird es geben.

Karten
Die Karten (zehn Euro/fünf Euro für Schüler, Studenten und Auszubildende) gibt es im Pfarrbüro, Kirchhof 10, und bei Optik Kowal, Steinstraße. Die Abend-/Tageskasse öffnet jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn.