Emmericher Sitzungskarneval startet heute Abend in Vrasselt – auch für Harald I. und Manuela I.

EMMERICH. Heute Abend ist die Zeit der Vorbereitung und der Proben endlich vorbei – die recht kurze Session tritt in die heiße Phase. Mit der Sitzung des Vrasselter Carnevals-Kommitees (VCK) im Saal Slütter (Dreikönige 6) ab 19.11 Uhr startet der Sitzungskarneval in Emmerich. Für das Prinzenpaar Harald I. (Koster) und Manuela I. (Kremer) bedeuten die kommenden gut fünf Wochen, dass sie teils fünf Auftritte an einem Abend absolvieren – und damit zehnmal auf die Bühne stürmen. „Persönlich freue ich mich ja gerade auf diese Abende“, gesteht Prinz Harald mit einem Augenzwinkern, „dieses ‚Sitzungshopping‘ und der damit verbundene Stress machen unglaublich Spaß.“

Das 47. GECK-Prinzenpaar: Prinz Harald I. (Koster) und Manuela I. (Kremer) regieren die Emmericher Narrenschar.
Foto: Photo-Ecke

Hinter dem 47. Prinzenpaar des GECK liegen anstrengende, vom Karneval geprägte Monate (Stichworte Tanz, Kostüme, Musik, Sponsorensuche), die mit der Proklamation am 11. November ihren zwischenzeitlichen Höhepunkt fanden. „Es war super, absolut genial“, erinnert sich Harald an den Abend im Stadttheater, „nach der langen Vorbereitung waren alle sehr nervös.“ Die aber verflog, als die den Prinz begleitende Big Band die ersten Töne anstimmte: „Das war ein Gänsehautmoment“, sagt Harald.

Dabei bringt der 48-jährige gelernte Elektroingenieur, der bei den Stadtwerken Emmerich arbeitet, reichlich Bühnenerfahrung mit. Anfang der 1990er Jahre war er Mitbegründer des Bouve Hüthumse Carnevals Combinat (BHCC), fungierte viele Jahre als Moderator und stand für so manchen Vortrag auf der Bühne. Mit den Jahren baute er Verbindungen zu allen Karnevalsvereinen in Emmerich auf. 1992 schloss er sich der Band „A-Capillo“ an, mit der er durch Deutschland, die Niederlande und sogar England tourte. „Die Musik spielt eine große Rolle in meinem Leben“, erzählt Harald. So schrieb er im Laufe der Jahre unter anderem verschiedene Prinzenlieder – es versteht sich von selbst, dass er sein Prinzenlied ebenfalls geschrieben hat. 2012 wurde er Sänger der „Young People Big Band“. Der Karneval wurde ihm mehr oder weniger in die Wiege gelegt: Seine Mutter war Funkemariechen in Elten, sein Vater im Karneval der Hüthumer Schützen aktiv – auch wenn er nicht selbst auf der Bühne stand.

Auch bei Prinzessin Manuela I. (40) entwickelte sich schon früh durch die Familie eine „gewisse Verbundheit“ zum Karneval, wie sie sagt. Mit 13 Jahren trat sie erstmals auf, tanzte zwei Jahre im VCK-Ballett, elf Jahre bei den Gesellenfunkern und gehörte zwei Jahre zur Singgruppe der Kolpingfamilie. In der Session 2001/2002 gehörte sie als Funkemariechen zur Prinzengarde von Marco und Roswitha Zdebel. Die Erzieherin und Gruppenleiterin im Kindergarten St. Johannes in Praest ist seit 2007 mit ihrem Prinzen liiert.

Sitzungstermine
Samstag, 13. Januar: Grün-Weiß
Sonntag, 14. Januar: GECK Prinzentreffen (auf „MS RheinEnergie“)
Freitag, 19. Januar: EKV
Samstag, 20. Januar: Elferrat Praest, Schützen Elten, Gesellenfunker
Freitag, 26. Januar: HFK
Samstag, 27. Januar: Kolping Elten, Bürgerverein, HNG
Dienstag, 30. Januar: Awo
Samstag, 3. Februar: GECK, Gemeinschaftssitzung Elten
Sonntag, 4. Februar: Kindersitzung GECK
Sonntag, 11. Februar: Tulpensonntagszug

Mit Adelstiteln kennen sich Harald und Manuela ebenso aus wie mit Karneval: 2011/2012 waren sie Königspaar der St.-Michael-Schützen Hüthum. „Wir stehen beide in der Öffentlichkeit, man kennt uns“, weiß Harald. Dies möchten sie nun in der Session nutzen: „Wir wollen den Menschen Freude bereiten“, verspricht der Prinz. Dazu wollen sie den Karneval ein wenig anders gestalten, „weniger rheinisch“. Entsprechend lautet auch ihr Motto: „S(w)ing den GECKen Beat!“ Ihre 26-köpfige Garde, die sich aus Schützen, Familienmitgliedern, Freunden und Männern der VCK-Frauen zusammensetzt, geht mit ihren Uniformen „zurück zu den traditionellen Farben“, sagt Harald.

Dass die Emmericher Garde für hochwertigen Tanz steht, soll sich unter dem aktuellen Prinzenpaar natürlich nicht ändern. Entsprechend wird seit März vergangenen Jahres geprobt. Diese lange Phase ist auch deshalb notwendig, da einem Großteil der Garde jegliche Bühnenerfahrung fehlt. „Aber alle sind mit größter Begeisterung dabei“, erzählt Manuela. Nun geht es heute Abend also endlich los. Neben Tanz und Prinzenlied steht dann auch die Prinzenansprache an. „Ich werde ein Prinz der kurzen Worte sein“, kündigt Harald an. „Ich habe ihm gesagt, er soll so spontan wie möglich sein – umso authentischer ist er“, verrät Manuela. Eine echte Heimsitzung hat das Prinzenpaar übrigens nicht. „Wir haben in der Vergangenheit schon für jede Sitzung etwas gemacht“, sagt Harald, „daher sind wir irgendwie bei jedem Verein zuhause.“