Arbeitsmarktsituation 2017: Steigerung des Fachkräftemangels

Arbeitsmarktsituation 2017:

Steigerung des Fachkräftemangels

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Agentur für Arbeit stellt Resümee des Jahres 2017 vor und gibt einen Ausblick auf das neue Jahr

NIEDERRHEIN. Während das neue Jahr gerade begonnen hat, wurde bei der Agentur für Arbeit noch einmal zurückgeblickt auf das Jahr 2017 – mit einem positiven Fazit.

Zum Ende des Jahres verzeichnete die Agentur für Arbeit einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Die Zahl der Arbeitslosen lag so bei 24.667 Personen, was 2.136 Personen oder acht Prozent weniger sind, als im Vorjahr. Auch im Vergleich zum November ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozent gesunken. Ein Trend, der zwar erfreulich ist, aber sich mit Beginn dieses Jahres auch wieder etwas verändern wird, wie Barbara Ossyra, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wesel, erklärt: „Witterungsbedingt wird es in den Monaten Januar und Februar sehr wahrscheinlich wieder einen leichten Anstieg geben.“

Der Trend, der aber trotzdem erkennbar sei, zog sich durch das gesamte Jahr 2017 hinweg: „Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosigkeit bei 26.669 Personen, was 849 Personen weniger als im Vorjahr sind“, so Ossyra.

Auch wenn das kleine Schritte seien, ist die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Wesel über den positiven Trend erfreut: „Wir befinden uns in einer stabilen wirtschaftlichen Lage“, erklärt Ossyra und fügt hinzu, „das Hauptproblem liegt nach wie vor im Fachkräftemangel.“Insbesondere in Berufen des Gesundheits- und Gastronomiebereiches, aber auch in der Logistik und im Handwerk werden Arbeitskräfte gesucht.Hier sei es vor allem nötig, das Betriebe sich nicht auf Noten alleine verlassen: „Ich wünsche mir für 2018 mehr Offenheit gegenüber Bewerbern, die ein vermeintliches Manko mitbringen und nicht eins zu eins auf die vakante Stelle passen“, so Ossyra. In vielen Fällen sei es möglich, direkt mit Beginn der Ausbildung passgenaue Qualifizierungen zu besuchen. Die suchenden Betriebe müssten dafür aber den Menschen und seine Potenziale mehr im Vordergrund sehen.

Genau hier setzt die Agentur für Arbeit auch an, wenn es zum Beispiel um das Thema Jugendarbeitslosigkeit geht. „Der Großteil der Jugendlichen macht seinen Weg, aber es gibt auch immer welche, die von Zuhause aus nicht die Möglichkeiten haben“, erklärt Ossyra. Hier versuche die Agentur für Arbeit mit verschiedenen Maßnahmen, die Jugendlichen zu bilden und vor allem zu motivieren. Ebenso geschieht es mit den geflüchteten Menschen, die am Niederrhein eine Arbeit suchen: „Im ersten Schritt geht es darum, das Potenzial des Einzelnen festzustellen.“ Ein großes Hemmnis sei hier nach wie vor die Sprachbarriere, aber hie werde sich in den nächsten Jahren einiges tun: „Viele sind zurzeit noch im Sprachlernprozess, aber wenn dieser absolviert ist, können auch diese Menschen den Arbeitsmarkt bereichern“, so Hans-Peter Greifenhofer, Teamleiter Arbeitsvermittlung und Eingangszone in der Geschäftsstelle Dinslaken.

Insgesamt ist die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit in Wesel aber durchaus zufrieden mit der Entwicklung des Jahres 2017: „Insbesondere der Kreis Kleve ist ein sehr stabiler Kreis, der nicht so abhängig von Außeneinflüssen wie zum Beispiel der Insolvenz von Air Berlin, ist, wie andere Kreise“, erklärt Ossyra. Wenn sie einen Wunsch Richtung Berlin äußern dürfte, wäre es die Einführung des Einwanderungsgesetztes: „Das würde uns allen die Arbeit erleichtern“, so Ossyra.

Mit Ausblick auf das Jahr 2018 sind sich zudem sowohl Ossyra als auch Greifenhofer einig, dass Arbeitgeber sich immer mehr auf lebenslanges Lernen einstellen müssen: „Einmal etwas lernen und dann nie wieder, ist heutzutage nicht mehr möglich“, so Ossyra.