Das Museum Schloss Moyland bringt Hörstück „Joseph Beuys und der Hase“ für Kinder als CD heraus

MOYLAND. Seit einiger Zeit hoppelt ein kleiner Hase durch das Museum Schloss Moyland. Überall können die Besucher ihn und seine Pfotenabdrücke sehen. Er ist der sprachliche Vermittler und das „alter ego“ von Beuys und bringt schon den kleinen Museumsbesucher den Künstler näher. Ab sofort gibt es das Hörstück „Joseph Beuys und der Hase“, das im Familienraum der Beuys-Etage zu hören ist, auch als Audio-CD im Museumsshop.

Stolz auf das neueste Hasenprodukt: (v.l.n.r.) Komponist Bojan Vuletic, Kunstvermittlerin Nina Schulze, Ralf Puder, zuständig für die visuelle Gestaltung, und Audio Producerin Linda König. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
Stolz auf das neueste Hasenprodukt: (v.l.n.r.) Komponist Bojan Vuletic, Kunstvermittlerin Nina Schulze, Ralf Puder, zuständig für die visuelle Gestaltung, und Audio Producerin Linda König.
NN-Foto: Rüdiger Dehnen

„Wo es so viel auf die Augen gibt, muss es auch etwas auf die Ohren geben“, erklärt Nina Schulze, Kunstvermittlerin im Museum des Schlosses Moyland, die Grundidee zu dem Hörspiel. Nachdem die Kunsthistorikerin gemeinsam mit ihrer Tochter eine Audio-CD hörte, auf der Kindern Kunstwerke und Künstler näher gebracht werden, war klar: „So etwas brauchen wir auch für Beuys“, so Schulze. Die Frage war dann, was auf der CD genau zu hören sein soll. „Es sollte auf jeden Fall die Biografie Beuys‘ enthalten sein, da sie der Schlüssel zu seinen Werken ist“, erklärt Nina Schulze. Darüber hinaus sollte es aber auch Informationen zu seinen Kunstwerken geben: „Die Frage war nur, welche Instanz wir wählen, um den Kindern das näherzubringen.“ So entstand die Idee mit dem Hasen: „Der Hase hat ein intuitives Beuys‘sches Verständnis und bringt den Kindern etwas über die Kunstwerke bei“, erläutert die Kunstvermittlern das Hörstück. Es war jedoch schnell klar, dass eine weitere Stimme als die des Hasens, der von Jonathan Schimmer gesprochen wird, dem Hörspiel hinzugefügt werden soll. Dazu wurde der Musiker und Komponist Bojan Vuletic engagiert. Er entwickelte Kompositionen zu den Kunstwerken, die am Ende von Linda König, Audio Producerin vom LVR-Zentrum für Medien & Bildung, weiter verarbeitet wurden: „Wir haben die Komposition genommen und wiederum anderen Stücken hinzugefügt, sodass eine Eigendynamik entstanden ist“, so König. Gerade dieser Prozess war Linda König und Maria Riederer, die für den Text verantwortlich war, sehr wichtig, da die CD durch genau diesen Prozess „einen Beuys‘schen Charakter bekommen hat.“ Denn schließlich, so erklärt es der Hase ganz zu Beginn, „ist jeder Hase ein Künstler“.

Für die Gestaltung des Hasen ist die Düsseldorfer Gestaltungsagentur „dasbuero“ verantwortlich: „Uns war es wichtig, aus dem was die Hörer hören können, einen visuellen Reiz zu erstellen“, erläutert Ralf Puder von der Gestaltungsagentur. Zudem sollte die Figur eine hohe Akzeptanz bei Jugendlichen haben: „Letzten Endes hat unser Artist Nils Becker mit der Schablonen-Sprühtechnik gearbeitet und so den Hasen aufs Cover gesprüht“, so Puder.

300 dieser Audio-CDs sind ab sofort im Museumsshop erhältlich. Jede CD ein echtes Unikat, denn „jeder Hase sieht durch die Sprühtechnik etwas anders aus“, erklärt Puder. Und wer weiß, so spinnen die Kreativen hinter dem Werk weiter, vielleicht wird der Hase bald zum neuen Kunstobjekt und übernimmt die Rolle der Banane an Museumsmauern: „Das wäre natürlich ein echter Traum“, zeigt sich Dr. Bettina Baust, stellvertretende künstlerische Direktorin und Leiterin des Joseph-Beuys-Archives, begeistert.