Sayed Omid Sami verfilmt Liebesgeschichte über einen Moslem und einer Hindu und wird bedroht

NIEDERRHEIN. Ein junger Mann macht einen Film über die Liebe zwischen einem Moslem und einer Hindu. Ein Thema, das in einem Land wie Afghanistan, wo der Film gedreht wurde, für Furore sorgt, denn eine Beziehung zwischen einem Moslem und einer Hindu ist dort verboten. Sayed Omid Sami, Produzent und Hauptdarsteller, findet sich unmittelbar nach der Premiere selbst in einem schlechten Film wieder, denn er wird aufgrund seines Filmes bedroht.

 
Die Geschichte von Sayed Omid Sami beginnt im Jahr 2012 in Afghanistan. Der 26-Jährige hatte schon immer den Traum, einen Film zu drehen: „Eine Liebesgeschichte schreibt aber jeder, deshalb wollte ich noch eine andere Thematik mit reinbringen“, erklärt Omid Sami. Er schreibt daraufhin die Geschichte von dem jungen Bankangestellten und Moslem Samir, der sich in die Hindu Simran verliebt. Was auf den ersten Blick wie eine Liebesgeschichte klingt, sorgte in Omid Samis Heimat Afghanistan für viel Wirbel: „Diese Liebe ist in Afghanistan aufgrund der unterschiedlichen Religionen verboten“, erklärt der Produzent.
Direkt nach der Premiere des Filmes 2013 erhielt der junge Afghane Hassnachrichten und Drohungen: „Hier in Deutschland ist das Thema vielleicht nichts Besonderes, bei uns in Afghanistan aber schon.“ Trotzdem hat Omid Sami nicht damit gerechnet, bedroht zu werden. Anfangs hat der 26-Jährige noch Hoffnung, den Film trotzdem weiter zeigen zu können: „Ich dachte damals noch, dass es bestimmt Möglichkeiten gibt und wir eine neue Regierung bekommen, unter der sich die Zustände ändern“, so Omid Sami rückblickend.
Das Gegenteil war der Fall. Die Zustände in Afghanistan und für den gelernten Bankkaufmann wurden so schlimm, dass er 2015 nach Deutschland floh. In Deutschland angekommen verlor Omid Sami jegliche Hoffnung darauf, jemals wieder in der Filmindustrie zu arbeiten. Die Flüchtlingshelfer aus Alpen, wo der 26-Jährige derzeit mit seinem Bruder und seinem Cousin wohnt, haben irgendwann von seinem Film erfahren: „Sie haben mich dann motiviert und gesagt, dass ich den Film hier unbedingt zeigen müsse“, erklärt Omid Sami.

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Hauptdarsteller und Produzent Sayed Omid Sami. Foto: Mohammad Alkello

Die Idee der Flüchtlingshelfer war, nach dem Film eine Diskussionsrunde anzubieten: „Manche haben Angst vor Flüchtlingen und wir wollten die Menschen einladen, um mit ihnen gemeinsam den Film zu sehen und anschließend zu diskutieren“, erklärt Omid Sami das Projekt. Seit der ersten Deutschlandpremiere wurde der Film mittlerweile bereits an einigen Orten am Niederrhein gezeigt. Am 9. November wird der Film auch in Sonsbeck gezeigt. Weitere Orte sollen folgen.

 
Für den Afghanen bedeutet dieser Zuspruch enorm viel: „Hier in Deutschland habe ich neue Hoffnung bekommen“, erklärt Omid Sami. Hoffnung, dass er auf seinen Film und mit ihm auf die politischen Verhältnisse seines Heimatlandes, aufmerksam machen kann. Zurzeit macht der gelernte Bankkaufmann eine Ausbildung zum Optiker und darf für die Zeit in Deutschland bleiben. Zeit, die er nutzen will, um weitere Filmprojekte zu realisieren: „Als Nächstes möchte ich gerne einen Film über Mütter drehen“, berichtet Omid Sami. Ein Thema, das dem Afghanen sehr am Herzen hängt. Seine eigene Mutter lebt noch in Afghanistan. Der Kontakt ist spärlich und die Angst, dass ihr etwas passieren könnte, schwebt über allem: „Ich bin mir sicher, jeder, der seine Mutter liebt, wird uns bei diesem Projekt unterstützen“, so Omid Sami. Genau diese Unterstützung benötigt der 26-Jährige aber auch noch, um sein Projekt umzusetzen. Alle Interessierten können sich bei ihm unter saydomid.sami@gmail.com melden.

Filmvorführungen
Der Film „Verbotene Liebe“ (Originaltitel „Ethics of Love“) wird am Donnerstag, 9. November, um 19 Uhr im Kastell, Herrenstraße 2, gezeigt. Der Eintritt ist frei.
Weitere Vorführungen in Xanten, Goch und Kleve sind geplant und werden, so bald bekannt, veröffentlicht.

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