Ab Juli werden zu den Grünschnitt-Terminen keine Säcke mehr abgeholt

XANTEN. Endlich ist auch die Stadt Xanten im 21. Jahrhundert der Abfallentsorgung angekommen: als eine der letzten Kommunen im Kreis Wesel wird nun auch in der Domstadt die Biotonne eingeführt – allerdings auf freiwilliger Basis.

Bürgermeister Thomas Görtz, Wolfgang Scheuren von der Firma Schönmakers, Niklas Franke und Georg Rösen von der Stadt Xanten (v.l.) hoffen, dass noch viele Xantener vom neuen Angebot der Biotonne Gebrauch machen. Foto: privat
Bürgermeister Thomas Görtz, Wolfgang Scheuren von der Firma Schönmakers, Niklas Franke und Georg Rösen von der Stadt Xanten (v.l.) hoffen, dass noch viele Xantener vom neuen Angebot der Biotonne Gebrauch machen. Foto: privat

„Wir  wollten nicht die Zwangsbenutzer-Keule auspacken“ so Bürgermeister Thomas Görtz bei der Vorstellung des neuen Angebotes, das der Rat im Dezember 2016 beschlossen hatte. „Aber wir wollen den Bürgern, die es wünschen, diese Ergänzung zu anderen Sammelmöglichkeiten bieten. Diese freiwillige Basis ist in anderen Kommunen durchaus nicht üblich.“

Das Problem der Freiwilligkeit ist die Kalkulation der Kosten: Die Biotonne soll pro Jahr 40 Euro kosten. Ob es bei diesem Preis bleiben kann, hängt davon ab, wieviele Bürger sich für die Tonne mit dem braunen Deckel entscheiden. „Wir haben erst seit Anfang des Jahres über die Einführung der Tonne informiert“ erläutert Georg Rösen, Mitarbeiter der Abteilung Planen und Bauen und dort für den Bereich Abfall zuständig. „Bis zum 1. März wurden bereits 1.000 Biotonnen beantragt.“

Insgesamt gibt es rund 8.500 Haushalte in Xanten, von denen viele natürlich keine Biotonne benötigen. „Wenn wir eine Zahl von etwa 4.000 Tonnen erreichen, dann können wir auch den Preis beibehalten“ führt Rösen aus. Eventuell wirkt sich das auch positiv auf die normalen Abfallgebühren aus, denn die Entsorgung von Biomüll ist in Asdonkshof deutlich günstiger als die von Restmüll.

Wer keine Biotonne haben will und weiterhin auf die Säcke für Grünschnitt und Gartenabfälle setzt, der muss dafür demnächst tiefer in die Tasche greifen, sie werden teurer. „Das muss sein, um eine Gerechtigkeit zu erzielen“ begründet Thomas Görtz. „Der Preis von einem Euro war ja bei weitem nicht kostendeckend, es war ein Zusatzangebot, das aber über die Restmüllgebühren subventioniert wurde. Das können wir natürlich nicht so fortsetzen, denn die Biotonne wird nicht aus den Restmüllgebühren mit finanziert.“

Wer sich für das neue Angebot entscheidet, kann aber durchaus seine jährlichen Kosten für Abfallentsorgung gleich halten oder sogar senken, wenn er dadurch mit einem kleineren Restmüllgefäß auskommt oder den Abfuhrrhythmus auf vier Wochen umstellt.

Eingeführt wird die neue Tonne zum 1. Juli 2017, sie kann jederzeit beantragt werden, dazu gibt es auch ein Antragsformular im Internet. Für dieses Jahr sind dann auch nur noch 20 Euro zu zahlen.
Die erste Leerung erfolgt am 6. Juli. Die weiteren Termine sind die, die im Abfallkalender für Grünschnitt ausgewiesen sind. „Die Säcke mit Grünschnitt werden dann aber nicht mehr mitgenommen“ so Wolfgang Scheuren von der Firma  Schönmakers, die auch die Leerung der Biotonnen in Xanten übernimmt. „Es sind unterschiedliche Fahrzeuge und wir können, wenn wir Tonnen abfahren, nicht im gleichen Fahrzeug Säcke mitnehmen.“

Für die Abfuhr der Säcke mit Grünschnitt wird es einige Termine im Jahr geben, zwei im Frühjar und vier im Herbst. Aber an den im Abfallkalender ausgewiesenen Terminen werden ab Juli ausschließlich Biotonnen geleert, die Säcke würden dann stehen bleiben.