Demonstranten beziehen Position für Meinungsfreiheit, Stärkung der Frauenrechte und Frieden

XANTEN.  Carolin Schwartz aus Xanten hat eine klare Meinung  zu demokratischen Rechten, insbesondere zu Frauenrechten und zur Meinungsfreiheit. Es reicht ihr nicht,  über diese „Selbstverständlichkeiten“ im privaten Kreis zu diskutieren. Denn betrachtet sie die Weltlage, sieht sie in Gefahr, wofür Generationen vor uns gekämpft haben. Besonders die Nachkriegskinder, die in Deutschland in Frieden leben können, müssen darum kämpfen, dass dies so bleibt.

Mit rosaroten Luftballons setzten die Teilnehmer der Demo ein Zeichen für Frieden, Meinungsfreiheit und Frauenrechte. NN-Foto: Theo Leie
Mit rosaroten Luftballons setzten die Teilnehmer der Demo ein Zeichen für Frieden, Meinungsfreiheit und Frauenrechte.
NN-Foto: Theo Leie

Diese Gedanken brachten sie auf die Idee, Menschen zur Teilnahme an einer Demo aufzurufen. Tatsächlich schlossen sich rund 50 Frauen und Männer an und kamen zum Marktplatz in Xanten, um gemeinam ein Zeichen zu setzen.
Carolin Schwartz freute sich über die Solidarität der Teilnehmer. Dass nicht noch mehr gekommen sind, begründet sie damit: „Uns geht‘s zu gut!“ Sie ist besonders angetan, dass sich etliche junge Frauen angeprochen fühlen. Ellen Weiland, die sich bei den Jusos Xanten engagiert, ist überzeugt: „Es ist wichtig, dass wir in der heutigen Zeit für unsere Rechte auf die Straße gehen. Schaun Sie sich nur die politische Lage an, auch bei uns werden Frauen diffamiert und herabgewürdigt. Angesichts  der Zuwächse in der AfD sehe ich unsere Demokratie in Gefahr.“ Zustimmung kommt auch von Leon Rauch, der an der Uni Köln studiert und extra zur Demo in seinen Heimatort gekommen ist: „Ich finde, ein Mann soll auch ein Feminist sein.  Diese Erkenntnis  habe ich, seitdem Emma Watson als UN-Botschafterin in einer Rede  Männer aufgefordert hat, sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter einzusetzen. Es ist ja tatsächlich so, dass immer noch eine Lohnlücke von 23 Prozent zwischen Männern und Frauen im gleichen Beruf besteht. Auch in der Führungsetage sind Frauen total unterrepräsentiert. Warum haben wir immer noch typische Frauen- und Männerberufe im Kopf? Es wird Zeit, dass sich Männer von dem altbackenen Männerbild befreien!“
Andrea Sanders aus Xanten unterstützt ebenfalls diesen Solidaritätsakt aus Überzeugung. Sie erinnert: „„Früher gab es in Xanten zum internationalen Frauentag immer Aktionen, die auf die Ungleichbehandlung der Frauen hinwiesen. Als Elke Köse noch Gleichstellungsbeauftragte war, habe ich mich auch im Frauenforum engagiert. Später dienten diese Veranstaltungen nur noch zur leichten Unterhaltung. Daher freue ich mich, dass jetzt endlich wieder etwas passiert in Xanten. Frauen werden nach wie vor schlechter bezahlt als Männer und das ohne Grund. Darauf müssen wir aufmerksam machen!“
Der gleichen Meinung sind Monika Görtz und Doris Mayer. „Wir müssen eintreten für Frauenrechte, die immer noch nicht gelten. Die Hausarbeit bleibt nach  wie vor bei den Frauen hängen. Im Beruf verwehrt man ihnen höhere Positionen, weil die Männer sonst Macht abgeben müssten. Ganz wichtig ist uns auch, für den Erhalt des Friedens zu demonstrieren. Sicherlich hätten noch mehr Menschen hierher zum Marktplatz kommen können, doch jetzt ist ein Anfang gemacht und wir hoffen, dass es nächstes Jahr eine Fortsetzung mit höherer Beteiligung gibt.“
Diesen Eindruck teilt auch Altbürgermeister Alfred Melters. „Es ist wichtig, dass die Menschen für Freiheit und Demokratie auf die Straße gehen. Ich finde hervorragend, dass sich die Menschen hier eingefunden haben, hätte mir aber gewünscht, dass noch viel mehr gekommen wären!“
Während Silvia Thon und Sohn Frank zum Mitsingen einiger Friedenslieder aufforderten, bereiteten einige Frauen weitere Höhepunkte vor. Alle Anwesenden konnten rosarote Luftballons in den strahlend blauen  Himmel schicken. Bei Einbruch der Dunkelheit stellten sie  Lichter auf als Mahnzeichen  für Frieden, Meinungsfreiheit und Stärkung der Frauenrechte.  Carolin Schwartz bedankt sich bei allen Unterstützern, auch bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Xanten, Elke Balenzia. Sie fordert auf, auch am kommenden Freitag, 17. März um 17 Uhr zum Marktplatz zu kommen, um weitere Luftballons aufsteigen zu lassen als Zeichen für den Frieden.