Die Ritter kommen

Die Ritter kommen

Markus Konrad plant von 6. bis 8. April 2018 einen Mittelaltermarkt rund um das Schlösschen Borghees

Auf geht‘s ins Mittelalter: (v. l.) Florian Mey, Dr. Manon Loock-Braun, Michael Rozendaal, Markus Konrad und Sascha Terörde vor dem Schlösschen Borghees. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

EMMERICH. Es herrscht Aufbruchstimmung in Emmerich – hat zumindest Markus Konrad beobachtet. „Es tut sich etwas“, sagt der 43-jährige Immobilienmakler. „Also habe ich selbst überlegt, was man machen könnte.“ Er hatte auch prompt eine Idee: Er will einen Mittelaltermarkt rund ums Schlösschen Borghees auf die Beine stellen, vom 6. bis 8. April 2018. „Wenn man eine solche Location schon vor den Toren der Stadt hat, muss man sie nutzen“, findet Konrad.

Bekannte, die sich in der Szene bewegen, an Mittelaltermärkten teilnehmen, teils dort sogar geheiratet haben, hätten ihn auf die Idee gebracht. „Mich interessiert, was es damals in Sachen Handwerk und Handel alles gab und teils Grundstein für das war, was es heute gibt“, erläutert Konrad. Zwar sei Borghees keine Burg oder großes Schloss, sondern nur ein Schlösschen, „dennoch bietet es das entsprechende Flair“.

In den kommenden Wochen will Markus Konrad abklären, welche Flächen ihm rund um das Gebäude zur Verfügung stehen. Er plant neben dem Mittelaltermarkt auch Schauturniere, für die Teilnehmer soll eine Zeltstadt aufgebaut werden. „Ob es ein Turnier zu Pferde wird oder mit Schwertkämpfern, wird davon abhängen, wen wir bekommen“, sagt Konrad. Wichtig sei in jedem Fall die Show, um den Eventcharakter zu betonen. Im Schlösschen selbst möchte die Stadt Emmerich die Geschichte der Hanse präsentieren, zudem ist eine Ausstellung zum Thema Mittelalter geplant.

Der 43-Jährige hat im Bekanntenkreis bereits von seinem Vorhaben erzählt – und recht unterschiedliche Reaktionen erhalten. „Die Hardcore-Fans sind skeptisch, sie sagen, die Location passt nicht“, erzählt Konrad. Ihm aber gehe es weniger um größtmögliche Authentizität, „wir wollen Entertainment bieten und nutzen dazu den Namen des Schlösschens“. Die Nicht-Hardcore-Fans unterstützen ihn in dieser Ansicht.

Eintritt frei
Der Eintritt zum Mittelaltermarkt soll frei sein, sagt Markus Konrad: „Da reicht mir – auch als Geschäftsmann – die schwarze Null.“

In jedem Fall aber bekommt er Hilfe von Freunden und Bekannten – allen voran Florian Mey, der bei der Organisation hilft –, sie vermitteln Kontakte in die Mittelalter-Szene. „In den nächsten Wochen werde ich einige Veranstaltungen besuchen und Gespräche führen“, sagt Konrad, etwa beim Mittelalterfest auf Kloster Graefenthal und in Xanten. Dort will er neben Teilnehmern für die Turniere und Marktbeschickern auch Gaukler finden, die über das Gelände ziehen und die Besucher unterhalten. „Es wäre toll, wenn wir zudem die örtlichen Reitvereine einbinden könnten und über den Musikverein drei, vier Fanfarenspieler bekommen.“

Unterstützung für sein Vorhaben bekommt er von den Emmericher Kulturbetrieben sowie der Wirtschaftsförderung und dem Stadtmarketing. „Eine echt gute Idee“, findet beispielsweise Wirtschaftsförderer Sascha Terörde. Ein solcher Markt biete ein neues Angebot für Emmerich, das man auch aus Sicht des Stadtmarketing positiv bewerte. „Emmerich als Hansestadt beschäftigt sich ohnehin mit dem Thema Mittelalter.“ Das Engagement von Markus Konrad lobt er ausdrücklich: „Zunächst finde ich es gut, dass Herr Konrad es so äußert, dass er eine Aufbruchstimmung spürt und daraufhin die Initiative ergreift, selbst etwas Neues auf die Beine zu stellen. Es wäre absolut zu begrüßen, wenn mehr solche Ideen entwickelt und angepackt werden.“ In diesem Fall stünden Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing bereit, diese zu begleiten und zu unterstützen.