Das Waldfreibad Walbeck baut seine Stärken als interregionales Sport- und Freizeitzentrum aus / Neue Angebote umfassen Sport, Events und Kultur

WALBECK. Im Sommer 2016 begann der „Umbruch“ im Walbecker Waldfreibad. Nachdem klar war, dass es hier kein Tipidorf mehr geben wird, weil sich der Pächter neu orientiert hat, beschloss der Verein: „Wir nehmen unsere Geschicke selbst in die Hand.“

Schwimm-Meisterin Lena Hollick und Marketing-Mitabeiter Benedikt May verstärken das Team des Bädervereins.  Foto: privat
Schwimm-Meisterin Lena Hollick und Marketing-Mitabeiter Benedikt May verstärken das Team des Bädervereins. Foto: privat

Bäderverein-Vorsitzender Friedhelm Lange: „Wenn wir das Ehrenamt dauerhaft stärken und gleichzeitig wirtschaftlich arbeiten wollen, müssen wir Aufgaben an haupamtliche Mitarbeiter abgeben.“ Daher verstärken seit Anfang des Jahres die Schwimm-Meisterin Lena Hollick und Marketing-Mitabeiter Benedikt May das Team. Als „Oase im Wald“ will sich das Freibad etablieren. Der Verein arbeitet weiter daran, das Gelände intensiver zu nutzen als nur für die begrenzte Badesaison. Ein gelungenes Beispiel dafür ist das Fußball-Golf, das bereits sehr gut angenommen wird. Auch die neue 2,7 Kilometer lange Mountainbike-Strecke hat bereits ihre Fans. „Die wollen wir zum Laufen ausbauen“, fährt Friedhelm Lange fort. Kooperationen mit verschiedenen Vereinen bestehen bereits. Lange: „Aber wir wollen uns noch mehr nach draußen öfnnen, beispielsweise für den altengerechten Sport.“

Die Angebote im Bereich Events/Gastronomie will der Verein weiter ausbauen, mit Einschränkungen. „Natürlich wird es Snacks im Freibad geben, aber keine dauerhafte Restauration“, so Friedhelm Lange weiter. Vielmehr geht es ihm um den Biergarten und kleine aber feine Details wie die eigene Kaffeesorte „Schwatte Giel“, die nach einem Schmuggler aus den 20er Jahren benannt wurde. „Wir intensivieren unsere regionale Verankerung. Und da bietet sich in Walbeck nun mal das Schmuggler-Thema an“, sagt der Vorsitzende. Dieses Alleinstellungsmerkmal soll sich auch im Bereich Übernachtungen widerspiegeln. Das Entwicklungspotenzial zeigen nicht zuletzt die zirka 6.000 Übernachtungen pro Jahr im Reisemobil-Bereich. Ab 2018 soll es ein neues „Schmugglerdorf“ geben – mit fünf Wohneinheiten und insgesamt 36 Betten plus Plänen für ein Baumhaus. „Zuversichtlich und optimistisch“ nennt Friedhelm Lange die Stimmung im Verein: „Wir haben es geschafft, innerhalb von vier Jahren die saisonalen Schwankungen durch neue Angebote zu glätten. Wir befinden uns in einer guten Situation. Auch wenn die letzten Sommer wettertechnisch nicht rosig waren, war es nicht nötig, auf den Zuschuss der Stadt Geldern zurück zu greifen. Insgesamt haben wir das Gelände mehr in Wert gesetzt. Wir sind auf einem guten Weg und machen weiter so.“ Das kann beispielsweise die Erweiterung des Fußballgolf zum Disc-Golf sein. In jedem Fall soll es im September ein Outdoor-Hundewochenende mit Hundeschwimmen, Unterwasser-Fotografie oder Social Dog Walk geben.

Bereits für den 30. April oder 1. Mai ist das Angrillen geplant, mit dem das Freibad den Beginn der Saison feiern möchte. Vom 12. August bis 2. September wird das Freibad ein Internationales Jugendcamp und die „Internationalen Spiele ohne Grenzen“ beherbergen. Sport im Freien ist sowieso ein großes Thema, zum Beispiel eine große Orientiering-Veranstaltung im kommenden Jahr. Das Schmuggler-Thema wird im Frühjahr 2018 groß angepackt: Dann soll der Heimat­roman „Grenzvolk“ von Jakob Schopmans nach 1950 erstmals wieder aufgeführt werden. Damit möchte der Verein vor allem Busreise-Veranstalter ansprechen. „Der Erhalt des Freibades und der Ausbau der Aktivitäten“ – so fasst Friedhelm Lange die wesentlichen Aufgaben des Vereins zusammen und freut sich auf die neuen Angebote. Über den Bereich Events und Übernachtungen informiert die Internetseite gruenegrenze-eventlocation.de.