NN-Leserreporter radeln durch den „Fahrradmonat Mai“

NIEDERRHEIN. NN-Redakteurin Andrea Kempkens machte es vor, danach schwangen sich gleich vier Leserreporter-Teams in den Sattel, um im Rahmen des „Fahrradmonats Mai“ die vielfältigen Radrouten der Niederlande zu erkunden. Zum Finale des Reigens traten am letzten Wochenende Hans-Jürgen Wohlgemuth aus Xanten und Joachim Pöpping aus Meerbusch in die Pedale. Für sie ging es in die Region Achterhoek, dem buchstäblich „hintersten Winkel“ Hollands. In Groenlo und Umgebung erlebten die beiden Freunde das Nachbarland von seiner schönsten Seite:

Unser Tag startet mit dem Check-In im Aparthotel Havezate Marveld in Groenlo. Durch die angedeutete Zugbrücke und die schmalen Fenster im Turm, die an Schießscharten einer Burg erinnern, tauchen wir gleich in die geschichtliche Symbolik dieses Ortes ein. Besonders auffallend ist die Herzlichkeit der Mitarbeiter. Beim Betreten des Hotels treffen wir auf eine Dame, die direkt auf die „neuen Gäste“ zusteuert, um uns zu helfen. Es dauert keine Sekunde, bis wir uns willkommen und heimisch fühlen. Das uns zugewiesene Apartment – eine Suite – entspricht allerhöchstem internati-onalem Fünf-Sterne-Standard. Der großzügige Salon, die beiden großen Schlafzimmer, das große Bad mit eigenem Whirlpool, die kleine aber feine Einbauküche, das Gäste-WC und der sehr große Balkon sorgen für Wohlbefinden. Selbstverständlich ist die gesamte Hotel-Anlage rollstuhlgerecht und auf Familien mit Kindern, gleich welchen Alters, ausgerichtet. Vorbildlich!

Hans-Jürgen Wohlgemuth aus Xanten (l.) und Joachim Pöpping aus Meerbusch erkundeten als Leserreporter die Region Achterhoek.
Hans-Jürgen Wohlgemuth aus Xanten (l.) und Joachim Pöpping aus Meerbusch erkundeten als Leserreporter die Region Achterhoek.

Um 10.30 Uhr starten wir unsere Tour. Die geniale Routenführung durch die Knotenpunkte (ein super System!) lässt einem die Muße, sich auf die wunderbare Landschaft zu konzentrieren. Der erste Anlaufpunkt ist die „Engelse Schans“. Vom Aussichtsturm hat man nicht nur einen sehr guten Überblick über die ehemalige Verteidigungsanlage, sondern staunt auch über die schöne Landschaft, in die sich die Orte einbetten. Sinnvoll wäre es, ein kleines Fernglas dabei zu haben.

Die nächste Station, die Kornmühle „De vier Winden“, erreichen wir nach zehn Minuten. Der kleine Laden der Mühle präsentiert sich in der gewohnten anheimelnden Atmosphäre, wie so viele Orte, Gasthäuser und Geschäfte in der Region. Bei den im Laden angebotenen Backwaren möchte man gleich tüchtig zugreifen. Als Geschenk für die Fahrradtasche entscheiden wir uns für eine dort hergestellte Mehlmischung für die berühmten holländischen Pfannkuchen. Ein echtes „Muss“!
Weiter geht es zur „Uutbloashalte“ in Heelweg, einer kleinen, runden und urigen Holzhütte von bestechender handwerklicher Qualität. Der ideale Ort für eine Pause. Sie bietet Platz für circa 12 Personen und Kaffee, Kakao, Tee und Gebäck im Selbstbedienungsverfahren.

Information
Weitere Infos zu dieser Route sowie zu weiteren ausgewählten Touren und Arrangements im Fahrradmonat Mai gibt es unter www.fahrradmonat-mai.de.

Die „Kaasboerderij Weenink“ in Lievelde ist ein weiterer Höhepunkt unserer Tour. Im Bauernladen läuft uns das Wasser im Munde zusammen, es duftet verführerisch. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten auf diesem Bauernhof steht die eigene Käserei. Den 110 Kühen kann man ansehen, dass sie sich wohl fühlen. Der Bauernhof/Laden bietet nicht nur die selbst erzeugten Käseprodukte an, sondern auch Produkte benachbarter Bauernhöfe. Es ist diese Gemeinschaft, die diese Region offensichtlich zu einem Vorzeigemodell für ländliche Innovationen macht. Äußerst innovativ ist auch das von Peter Weenink entwickelte Bauern-Golf. Die Zutaten für diese besondere Sportart: ein Besenstiel mit einem Holzschuh, ähnlich einem Golfschläger, ein Ball in Handballgröße und Löcher, die so groß wie Wassereimer sind. Diese Spielidee wurde mittlerweile von einigen hundert Höfen übernommen, die die Lizenz dafür bei Peter Weenink erworben haben. Eine Mordsgaudi für Groß und Klein, dazu noch wirtschaftlich erfolgreich. Wer in dieser Gegend unterwegs ist, ob mit oder ohne Fahrrad, darf diesen Hof nicht verpassen.
Vom Bauernhof aus radeln wir etwa 30 Minuten zurück zum Hotel. Zur Entspannung geht es für uns am Abend ins hauseigene Schwimmbad, gefolgt von einem vorzüglichen Essen in einem der zahlreichen Restaurants auf dem Hotelgelände. Wir sind begeistert von dem hervorragenden Service und der Qualität der Speisen und Getränke.

In der „Kaasboerderij Weenink“ erfahren die Gäste vom Niederrhein Wissenswertes über die Käseproduktion.

Der zweite Tag unserer Tour führt uns ins Zentrum von Groenlo. Zur Besichtigung des kleinen Städtchens sind nur wenige Kilometer mit dem Rad zurückzulegen. Groenlo präsentiert sich unglaublich gepflegt, insbesondere die älteren Gebäude sind liebevoll dekoriert. Wer in den Ort hinein fährt, erkennt am Verlauf des Wassergrabens, dass es sich hier um eine im Mittelalter befestigte Stadt gehandelt hat. Der große malerische Marktplatz im Zentrum ist gesäumt von Restaurants, Cafés und kleinen Geschäften, meist mit kunstgewerblichen Artikeln. Eine Stadtrundfahrt ist in einem der bekannten „Stadtrundfahrt-Züge“ (Zugmaschine & drei Waggons) möglich. Ein ausgiebiger Bummel lohnt sich sehr.
Als letztes Ziel der Reise steuern wir das Freilichtmuseum „Erve Kots“ an. Dieses Museum liegt dem Käsehof Weenink genau gegenüber. Wie bei allen bisher besuchten Orten ist es auch hier wieder die Liebe zum Detail, die uns in ihren Bann zieht. Die Exponate auf dem Gelände werden die älteren Besucher an die „gute alte Zeit“ erinnern, in der der Mensch noch mit der Natur im Einklang lebte. Sie geben einen sehr guten Einblick in die bäuerliche Lebensweise der letzten 150 Jahre und der technischen Entwicklung während dieser Zeit. Für Fotoliebhaber ein Ort, an dem man eine größere Speicherkarte gut gebrauchen kann.
Der Familienbetrieb von Irma und Ben Weenink bietet zudem eine tolle Gastronomie mit enormen Kapazitäten. Für die Fahrradtasche überreicht uns Ben Weenink eine große Flasche seines selbst gebrauten Landbieres, von dessen Qualität wir uns selbstverständlich vorher überzeugt haben.

Unsere Radtour durch Groenlo und Umgebung war ein echtes „Sahnestückchen“. Wir haben außergewöhnliche Orte kennenlernen dürfen, die mit Liebe und Bedacht geschaffen oder in der alten Tradition dieser Region erhalten wurden. Wir haben außergewöhnliche Gastgeber angetroffen, die uns mit ihren Mitarbeitern das Gefühl gaben, als wären wir schon immer Freunde. Die sehr guten Fahrradwege, die kind- und behindertengerechten Einrichtungen und die Herzlichkeit der Menschen haben uns von diesem Nah-Erholungsziel vollends überzeugt.

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