Fritz Kirschke verkauft Werke des Emmerichers Künstlers Hans Schulte.

EMMERICH. Seinen 100. Geburtstag hätte Hans Schulte in diesem Jahr gefeiert. „Durch ihn bin ich zur Malerei gekommen“, erzählt Fritz Kirschke. „Sein Sohn Volker war mein bester Schulfreund.“ Der 1920 nach Emmerich umgezogene Schulte zeigte Kirschke, seines Zeichens selbst Künstler, Werbefachmann und ehemaliger Gastronom aus Emmerich, die ersten Schritte in der Spachteltechnik.

Fritz Kirschke zeigt und verkauft seiner Kunstgalerie viele Bilder des Malers Hans Schulte. NN-Foto: MB
Fritz Kirschke zeigt und verkauft seiner Kunstgalerie viele Bilder des Malers Hans Schulte.
NN-Foto: MB

In seiner Halle an der Wallstraße verkauft Kirschke unter dem Motto „Kunstgalerie und Trödel“ derzeit auch rund 300 Schulte-Werke. Bild um Bild zeigt Kirschke und gerät dabei immer mehr ins Schwärmen über seinen langjährigen Künstler-Weggefährten, der seit 1976 in Kellen lebte und vor zehn Jahren verstarb. „Er hat fantastisch gemalt“, sagt der 72-Jährige, „überwiegend Ölgemälde, später auch Spachtelbilder.“ Auffällig ist, dass viele Werken nur wenige Feinheiten aufweisen. „Man sieht so gut wie keine Details, erkennt aber trotzdem alles“, sagt Kirschke. Mit mal kräftigen und modern anmutenden, mal gedeckten und eher blassen Farben gelingt es Schulte aber stets, die Stimmung seiner Motive einzufangen.

Ein Großteil seiner Werke zeigt niederrheinische Landschaften beidseits des Rheins. „Er war oft mit dem Fahrrad unterwegs, gerne früh morgens, und hat auf seinen Touren Skizzen angefertigt“, weiß Kirschke über Schulte zu berichten. Nicht selten sind darauf bekannte Bauwerke zu sehen, von der Emmericher Rheinbrücke über die Stadtmauer am Reeser Bären bis zum Schloss Moyland. Doch ist es nicht nur der Kreis Kleve, den Schulte im Laufe der Jahre in seinen Bildern festgehalten hat. Auch Motive aus Bayern und Tirol sind dabei, dort hat Schulte eine zeitlang gelebt. Und Landschaften, die selbst Kirschke nicht zuordnen kann: „Vermutlich sind sie während seiner Kriegsgefangenschaft entstanden.“

Etwa 300 Bilder von Hans Schulte verkauft Kirschke derzeit in seiner Kunstgalerie. Schultes Ehefrau Ursula, die in Kleve wohnt, hatte sich bei ihm gemeldet. „Sie bot mir an, die Bilder zu verkaufen“, erzählt Kirschke. „Die Einnahmen gehen auch an sie – es ist quasi der Nachlass von Hans Schulte.“

Neben dessen Werken – die Schulte-Ausstellung ist noch zwei bis drei Wochen zu sehen – verkauft Kirschke viele seiner eigenen Bilder, darunter auch einige moderne, sowie Trödel wie alte Radios und Schreibmaschinen, Zinn- und Kupfersachen, Porzellanwaren und Spiegel. Die „Kunstgalerie und Trödel“ ist samstags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.